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Schüler wollen Gurken ins All schießen

Gartenstadt Schüler wollen Gurken ins All schießen

Raumfahrtexperte unterstützt das Team von „Jugend forscht“ der Christophorusschule

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Die Schüler Lara Mixdorf (v. l.), Laura-Marie Schulze, Ben Bals und Lehrerin Regine Schütt erklären dem Raumfahrtexperten Michael McKay ihre „Vitabox“.

Quelle: Ove Arscholl

Gartenstadt. Frisches Gemüse ins All schießen, damit es Astronauten in einer Raumstation anbauen können. So in etwa stellt sich das Forscher-Trio, Lara Mixdorf, Laura-Marie Schulze und Ben Bals (alle 16) von der Christophorusschule, die Zukunft vor. Sie wollen ihren Beitrag für die Raumfahrtentwicklung leisten. Unterstützung hatten sie gestern vom Michael McKay, Fachmann von der Europäischen Raumfahrt Organisation (ESA).

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Raumfahrtexperte unterstützt das Team von „Jugend forscht“ der Christophorusschule

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Seit 35 Jahren im Einsatz

Michael McKay ist ein Spezialist in Sachen Luftfahrttechnik. Der gebürtige Ire arbeitet seit 35 Jahren für die Europäische Raumfahrt Organisation (ESA).

Er wurde 2004 mit dem „Goldenen Lot“ ausgezeichnet. Er war der Flugleiter der ersten Marsmission Mars-Express und der ersten Mondmission Smart 1 der ESA.

In Rostock berichtete er über die aktuelle „ExoMars2016“-Mission.

„Vitabox“ nennen die drei Zehntklässler das Projekt, das es an dieser Schule schon seit 2013 gibt. Die Box ist ein quadratischer Behälter aus Holz. Obendrauf befindet sich eine Steuereinheit. Kleine Glühbirnen beleuchten von innen einzelne Fächer. Und darin sollen schließlich Gurken, Tomaten, Paprika und andere Gemüsesorten gelagert werden und somit Teil einer gesunden Ernährung im Weltraum sein. „Das ist allerdings erst der Prototyp. Wir wollen die komplette Box nun so gestalten, dass sie auch tatsächlich in der Raumkapsel gelagert werden kann“, sagt Ben Bals. Viele Fragen haben er und seine beiden Mitschülerinnen gesammelt, um sie Michael McKay zu stellen.

Für ihn ist dieses Projekt nicht nur ein Schülerexperiment. Im Gegenteil. Gespannt verfolgte er den Ausführungen der Jugendlichen. „Diese Idee könnte sogar auf längere Sicht Zukunft in der Raumfahrt haben“, gibt er ihnen große Hoffnung. Denn bisher würden die Astronauten ihr Essen größtenteils konserviert aus Dosen bekommen. Die Versorgung mit Gemüse sei noch in der Erprobung. Vor allem mit solchem, das lange haltbar sei.

Und genau das haben die jungen Tüftler schon erforscht. Erste Versuchsreihen haben sie gestartet. So konnten sie bereits nachweisen, dass der Gehalt an Vitamin C sowie an Lycopin, der in hohen Konzentrationen bei Tomaten vorkommt, erhalten bleiben kann. „Er wird zum Teil sogar verbessert“, erklärt Ben Bals. „Wir haben zudem zwei Ladungsfächer, in denen das Gemüse getrennt voneinander gelagert wird“, sagt Laura-Marie Schulze. Die Steuereinheit sorge dafür, dass das Innere der Box in regelmäßigen Abständen beleuchtet und somit der Tag-Nacht-Rhythmus simuliert wird.

„Hat unsere Box überhaupt die richtige Größe?“, wollte Lara Mixdorf wissen. „Ehe größer als kleiner“, so McKay. Die Astronauten nutzen aktuell einheitliche Boxen — einige für Nahrung, andere für Geräte und Wäsche. Er stellte in Aussicht, eine dieser Boxen zu organisieren und nach Rostock zu schicken. Mit diesem einheitlichen Modell könnten sie dann weiter experimentieren.

Weiterhin schlug er vor, Ventilatoren einzubauen, und Aluminium oder Carbon statt Holz zu verwenden. „Jedes Gramm, das in den Weltraum geschickt wird, kostet viel Geld. Von daher wird immer mit den leichtesten und zeitgleich am belastbarsten Materialien gearbeitet“, berichtet der Fachmann. In Sachen Gravitation habe er keine Bedenken. „Sollten durch die Schwerelosigkeit die einzelnen Gemüsesorten kollidieren, würden sie keinen Schaden nehmen. Es wäre vergleichbar mit einem Kuss, also unbedenklich“, sagt er.

Das Trio will jetzt ehrgeizig an diesem Projekt weiter arbeiten. Im kommenden Schuljahr soll die „Vitabox“ in den Unterricht integriert werden. „Wir haben unsere Box vorsichtshalber schon patentieren lassen“, berichtet Lehrerin Regine Schütt.

Von Mathias Otto

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