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Schulen überfüllt: Kreis plant Neubauten

GÜSTROW/BAD DOBERAN Schulen überfüllt: Kreis plant Neubauten

Dezernentin Anja Kerl ist seit einem halben Jahr im Amt und auch für Flüchtlinge und Finanzen verantwortlich

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Anja Kerl (40), seit 17. Februar Dezernatsleiterin beim Landkreis Rostock, steht vor dem Güstrower Landratsamt.

Quelle: Mathias Otto

Güstrow/Bad Doberan. 178 aufregende Tage liegen hinter Anja Kerl (40, SPD). Sie hat ein schweres Erbe angetreten und übernimmt seit Februar die Aufgaben von Rainer Boldt (SPD), der nach 24-jähriger Tätigkeit in Leitungsfunktionen für den Landkreis in den Ruhestand ging. Das neue Gesicht im Güstrower Landratsamt ist gleichzeitig die neue Leiterin des Dezernatsbereiches I und verantwortet künftig die Bereiche Jugendamt, Sozialamt, Finanzen und Controlling, das Amt für Personal und Organisation, Service- und Gebäudemanagement sowie die Entgeltverhandlungen und die Rechtsstelle Jugend und Soziales.

„Für mich war es erst mal wichtig, anzukommen. Ich habe beispielsweise schon viele Termine in Schulen und Kindertagesstätten wahrgenommen, um mir einen Überblick zu verschaffen“, schildert die 40-Jährige die ersten Tage und Wochen.

Das Positive vorweg: Immer mehr Kinder werden geboren. „Allerdings platzen die Kitas vor allem rund um Rostock aus allen Nähten. Eine Möglichkeit ist, dass der Kreis unterstützt. Es sind aber auch die Träger gefragt, die für bestimmte Maßnahmen, etwa Erweiterungen, auch Fördermittel beantragen können“, so Dezernentin Anja Kerl. Dadurch kommen auch viele Schulen an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein Thema, das den Kreis in den kommenden Monaten besonders beschäftigen wird. Deshalb werden auch nicht wie in der Vergangenheit Schulen geschlossen. Eher wird über Sanierung vorhandener Einrichtungen diskutiert, oder aber An- und Neubauten. „Dazu wurde ein neuer Schulentwicklungsplan erarbeitet, der demnächst vorgestellt wird“, sagt sie.

Veränderungen gibt es beispielsweise bei der Europaschule Rövershagen. Der bauliche Zustand ist schlecht und die Schule mittlerweile zu klein für alle Schüler. „Bis Jahresende müssen wir entschieden haben, ob sich eine Komplettsanierung lohnt oder neu gebaut werden muss“, so Kerl. Auch über die Zukunft der Sanitzer Schule habe es bereits erste Gespräche gegeben.

Ein Bereich, der aktuell viel Einsatz und Energie kostet, ist der Fachdienst Integration und Unterbringung von Flüchtlingen. „Deshalb haben wir hier aufgestockt. 35 neue Stellen wurden geschaffen“, so Anja Kerl. Derzeit sei dieser Bereich so strukturiert, dass alle Aufgaben dort vernünftig abgearbeitet werden können. „Es ist ein Thema, das uns enorm fordert und fordern wird. Wir entwickeln jetzt Strategien, wie wir die Flüchtlinge am besten integrieren können“, sagt die Dezernatsleiterin.

Derzeit sind vier Integrationslotsen beim Kreis beschäftigt, die etwa die Geflüchteten zum Jobcenter begleiten oder in sozialen Angelegenheiten betreuen.

Auch die Finanzen des viertgrößten Landkreises Deutschlands hat die neue Leiterin im Blick. Schuldenabbau, geringere Kreditaufnahme und ausgeglichener Haushalt seien oberstes Ziel. „Der Kreis senkt seine Kreditverpflichtungen seit fünf Jahren, seit der Kreisgebietsreform, kontinuierlich“, sagt sie. Von ursprünglich 97,4 Millionen Euro im Jahr 2011 auf zuletzt 73 Millionen. Auch in den kommenden Jahren, kündigt sie an, werde der Sparkurs beibehalten.

Ein wichtiger Punkt für Anja Kerl ist die Pflegesozialplanung. Um Wünsche und Anregungen von Bürgern über 65 Jahren zu erhalten, hat der Kreis kürzlich 5000 Umfragebögen rausgeschickt. Damit soll das Lebensumfeld der Generation 65-plus verbessert werden. „Wir möchten auf die Bedürfnisse der älteren Generation eingehen. Etwa von denen, die alleine zu Hause leben. Auch ob Angebote, wie Busanbindungen oder Ärzte, in der direkten Umgebung verbessert werden müssen“, sagt Anja Kerl. Sie hofft deshalb, dass möglichst viele der 5000 Fragebögen ausgefüllt an den Landkreis zurückgeschickt werden.

Anja Kerl war Mitarbeiterin des früheren Landrats

Anja Kerl ist gebürtige Rostockerin, 40 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier Söhne. Sie lebt in Neubukow und hat bisher als Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Neuburg im Landkreis Nordwestmecklenburg gearbeitet.

Zuvor war die Diplom-Verwaltungswirtin als persönliche Mitarbeiterin des damaligen Landrats Thomas Leuchert im Landkreis Bad Doberan tätig. Der Kreistag des Landkreises Rostock hat Kerl am 9. Dezember 2015 zur Nachfolgerin von Dr. Rainer Boldt gewählt.

Mathias Otto

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