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Schuss auf Kater Willi: Katzenfreunde am Moorweg bangen um ihre Tiere

BRODERSTORF Schuss auf Kater Willi: Katzenfreunde am Moorweg bangen um ihre Tiere

Notoperation für das verletzte Tier kostete 660 Euro / Auch Kinder könnten durch Luftgewehrprojektile gefährdet sein / Ordnungsamt verstärkt seine Aufmerksamkeit und sucht Hinweise

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Schüsse auf Katzen sind die absolute Ausnahme bei den Anzeigen.“Gert Frahm, Sprecher der Polizei

Broderstorf. Gibt es einen Katzenhasser im Bereich Moorweg und Kottwiesenring in der Gemeinde Broderstorf? Davon könnte man fast ausgehen, wenn Gesine Sofke die tragische Geschichte ihres Katers Willi erzählt. Ende November hatte sie Willi aus dem Tierheim in Schlage geholt — und am 24. März wurde auf ihn geschossen. Das Tier wurde dabei erheblich verletzt. „Das muss in dem Zeitraum von 7.30 bis 15.30 Uhr gewesen sein“, sagt Gesine Sofke.

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Notoperation für das verletzte Tier kostete 660 Euro / Auch Kinder könnten durch Luftgewehrprojektile gefährdet sein / Ordnungsamt verstärkt seine Aufmerksamkeit und sucht Hinweise

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Sie fand Willi schwer verletzt auf ihrem Grundstück — und brachte ihn dann in die Tierklinik nach Rostock. „Dort stellten die Tierärzte fest, dass auf ihn geschossen worden war", sagt die Broderstorferin. Das Geschoss kann sie zeigen, die Veterinäre haben es ihr eingetütet. Auch die Rechnung, die sie für die Operation des Tieres beglichen hat, liegt vor: „Mehr als 660 Euro waren das.“

Gesine Sofke hat dieser Schuss auf ihren Willi mehr als traurig gemacht. „Natürlich fragt man sich, wer das ist, der da auf Katzen schießt. Und man befürchtet ja auch, dass da einmal ein Kind in die Schusslinie laufen kann“, sagt sie. Dass vielleicht nicht so ganz selten in dem Bereich geschossen wird, bestätigt Elke Ladwig, die am vergangenen Wochenende einen Schuss in dem Wohnbereich gehört haben will. Ob es ein Jäger bei der Jagd war oder ein Luftgewehr eingesetzt war, kann sie nicht mit Sicherheit sagen. Elke Ladwig hat auch schlechte Erfahrungen: „Meine Katze Puschel ist am 27. März verschwunden.“Ebenso wie zuvor schon Willi Vorgänger Karli, der ebenso plötzlich spurlos weg war. „Das war im September des vergangenen Jahres“, sagt Gesine Sofke. „Wenn eine Katze überfahren wird, dann findet man sie in ihrem Bereich irgendwo an der Straße“, sagt die Katzenliebhaberin, das aber war bei Karli nicht der Fall. „Im September sind dann noch drei weitere Katzen verschwunden“, sagt Gesine Sofke, sie weiß das, „weil sie mit Aushängen gesucht wurden“.

Die beiden Katzenliebhaberinnen Gesine Sofke und Elke Ladwig machen sich so ihre eigenen Gedanken über die Vorgänge in Broderstorf, zumal auch eine Tierfalle gefunden worden sein soll.

„Es gibt natürlich Gärtner, die sich ärgern, wenn Katzen über frische Beete laufen oder wenn sie Vögel jagen. Aber deswegen muss man nicht auf sie schießen, um sie zu verjagen, reicht es auch, einmal in die Hände zu klatschen oder einen Wasserschlauch zu nehmen. Die Tiere merken sich, wo sie willkommen sind und wo nicht.“ Gesine Sofke jedenfalls hat jetzt erst einmal Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei erstattet, und für Kater Willi hat sie beschlossen, dass er nur noch unter Aufsicht in den Garten darf.

„Diese Probleme mit den verschwundenen Katzen sind an uns herangetragen worden“, sagt Ramona Fahl vom Ordnungsamt der Amtsverwaltung Carbäk. Sie bestätigt die Angaben von Gesine Sofke und von Elke Ladwig. Ihre Schlüsse hat die Ordnungsamtsmitarbeiterin schon gezogen: „Wir sind in dem Bereich nun vermehrt unterwegs und sehen uns um. Aber das können wir nicht ständig machen, weil das Amtsgebiet ziemlich groß ist.“ Sie suche auch das Gespräch mit den Anwohnern und sei für Hinweise dankbar.

Gert Frahm, Pressesprecher der Polizei, hat die Anzeigen der vergangenen Zeit einmal durchgesehen und festgestellt: „Der Vorfall in Broderstorf ist nach unserer Erkenntnis ein Einzelfall.“ Auch im vergangenen Jahr und in den ersten Monaten diesen Jahres seien bei der Polizei im Zusammenhang mit verschwundenen Katzen keine Anzeigen aufgelaufen. „Dass mit einem Luftgewehr auf eine Katze geschossen wird, ist der absolute Ausnahmefall. Und der einzige, der jetzt angezeigt worden ist.“ Die Polizei nehme als Gegenstand der Anzeige immer die Strafvorschrift, die am schwersten bei einer Tat verletzt worden sei, „das ist in diesem Fall Tierquälerei gewesen“, sagte der Polizeipressesprecher.

Von Michael Schißler

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