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Schwarzangler: Verband klagt über Angriffe bei Kontrollen

Stadtmitte/Dummerstorf Schwarzangler: Verband klagt über Angriffe bei Kontrollen

Fischereiaufseher werden im Landkreis immer wieder attackiert, so der Kreisanglerverband / In Rostock sorgt mangelnde Sauberkeit für Ärger

Stadtmitte/Dummerstorf. Ihnen werden Schläge angedroht, sie werden ins Wasser geworfen und diskriminiert: Ehrenamtliche Fischereiaufseher haben es im Landkreis Rostock schwer, sagt Erich Godemann, Vorsitzender des zuständigen Kreisanglerverbandes. Kaum jemand wolle sich noch für das Amt qualifizieren. Die Folge: Weniger Kontrollen, dafür mehr Schwarzangler an den Seen. „Sie entnehmen unsere Fische, für die wir bezahlt haben“, sagt Godemann.

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Fischereiaufseher werden im Landkreis immer wieder attackiert, so der Kreisanglerverband / In Rostock sorgt mangelnde Sauberkeit für Ärger

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Auf der Angler-Delegierten- Konferenz in Dummerstorf am vergangenen Sonnabend war die Fischereiaufsicht daher eines der Top-Themen. „Es ist doch klar, dass sich das viele nicht mehr antun wollen“, sagt ein ehrenamtlicher Fischereiaufseher, der lieber anonym bleiben will. „Vielen fehlt die gute Kinderstube. Hier und da überlege ich schon, ob ich überhaupt etwas anspreche. Meine persönliche Sicherheit steht über allem“, sagt der Mann. Er sei älter als 50 und habe schon überlegt, aufzuhören. „Noch mache ich es – und auch gerne. Aber wir gehen inzwischen zu zweit los.“ Der Ehrenamtler fordert härtere Strafen. Auch sei mehr Personal bei der hauptamtlichen Fischereiaufsicht und bei der Wasserschutzpolizei notwendig.

In der Hansestadt seien die Probleme hingegen nicht so groß, sagt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. „Klar wird auch bei uns mal einer vollgepöbelt, aber dann schreitet die Wasserschutzpolizei ein.“ Es werde oft und an vielen Stellen kontrolliert. Rund 5000 Angler gebe es in Rostock, so der Hafenkapitän.

Doch auch der Kreisanglerverband der Hansestadt bemängelt, dass es zu wenig Fischereiaufseher gibt. „Uns erstattet regelmäßig nur eine sechsköpfige Kontrollgruppe Bericht“, sagt der Kreisvorsitzende Martin Hein. 2016 seien an den Binnengewässern in Rostock und Umgebung 435 Angler bei 96 Kontrollgängen überprüft worden. „Dabei wurden 35 Verstöße zur Anzeige gebracht“, so Hein. Acht Prozent der Angler verhielten sich demnach regelwidrig: Sie missachteten Schonzeiten, Fangbegrenzungen oder Mindestmaße. Ähnlich sehe die Statistik an Unterwarnow und Ostsee aus. „Allerdings werden hier deutlich mehr Angler kontrolliert“, sagt Hein.

Besonders zur Heringsaison kontrollieren die Fischereiaufseher verstärkt an der Unterwarnow. Dies habe sich schon rumgesprochen und schrecke potentielle Schwarzangler ab, so Hein. „Die Probleme hier liegen eher in anderen Bereichen.“ So sorgten mangelnde Sauberkeit am Angelplatz und nicht waidgerechtes Verhalten immer mal wieder für Ärger. „Einige Angler haben noch nicht begriffen, dass sie sich durch solches Verhalten ins eigene Fleisch schneiden. Denn entsprechende Verbote und Einschränkungen drohen dann allen Anglern in diesen Bereichen.“

Aus Sicht des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) ist die Zahl der ehrenamtlichen Aufseher ausreichend. Verbale Angriffe können jedoch bestätigt werden. „Sie kommen nur in Einzelfällen vor. Tätliche Angriffe sind uns nicht bekannt“, sagt LALLF-Sprecherin Antje Krüger. „Nach unserem Kenntnisstand sind die ehrenamtlichen Fischereiaufseher im Stadtgebiet Rostock sehr aktiv, motiviert, umsichtig und konsequent.“ Sie kontrollierten im Umland teilweise die Gewässer des Landkreises mit.

2015 seien in Hansestadt und Landkreis laut LALLF mehr als 7500 Angler kontrolliert worden. 308 Verstöße wurden dabei festgestellt: Zum Beispiel lagen falsche oder keine Angelerlaubnisse vor, wurden mehr Angelgeräte als zulässig eingesetzt oder lebende Köderfische genutzt. Das Bußgeld für eine Ordnungswidrigkeit beginnt bei fünf Euro und kann je nach Einzelfall bis zu 75000 Euro betragen.

Bei Fischwilderei droht eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

André Wornowski

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