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Segelfest in Schieflage: Manager soll Warnemünder Woche retten

Warnemünde Segelfest in Schieflage: Manager soll Warnemünder Woche retten

Der erste Großsponsor kehrt der Großveranstaltung den Rücken / Kritik an Organisation und Vermarktung wächst / CDU fordert Gründung einer „Warnemünder Woche GmbH“

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Drachenboote, Segler und jede Menge Besucher: Dennoch droht der Warnemünder Woche die Schieflage.

Quelle: Ove Arscholl

Warnemünde. Mit 2000 Seglern aus knapp 30 Nationen ist sie das wichtigste Aushängeschild der Sportstadt Rostock – und mit rund 600000 Gästen an Land zudem auch noch die klare Nummer zwei unter den Großveranstaltungen der Hansestadt. Doch um die Zukunft der Warnemünder Woche gibt es hinter den Kulissen Streit. Nach OZ-Informationen fordern mehrere Großsponsoren ein klares Konzept und eine professionellere Organisation für das Segelfest. Eine mögliche Lösung: Die CDU fordert, dass künftig nicht mehr die Vereine, sondern eine stadteigene Gesellschaft für die Warnemünder Woche verantwortlich ist. „Das Fest braucht einen professionellen Manager – so wie ihn die Hanse Sail auch hat“, sagt Daniel Peters, Kreischef der Christdemokraten.

Dass das Segelfest in Schieflage zu geraten droht, ist spätestens seit dem Rückzug der Ostseesparkasse ein offenes Geheimnis: Die Ospa – bisher einer der größten Geldgeber für die Warnemünder Woche – hat ihre Unterstützung dieses Mal auf ein Minimum zurückgefahren. „Wir haben uns in diesem Jahr entschlossen, den MV-Tag in Güstrow und die Hanse Sail zu unterstützen. Vor allem der Sail messen wir eine deutliche höhere Priorität zu“, sagt Torsten Ullmann, Sprecher von Ospa-Vorstandschef Frank Berg. „Wir finden uns in der Warnemünder Woche nicht mehr so wieder, wie wir es uns vorstellen“, so die Kritik der Bank an den Machern. „Mehrfach haben wir die Organisatoren darauf angesprochen und gebeten, uns ein Konzept vorzustellen.“ Der Rückzug der Ospa trifft das Fest hart: Denn die Bank gab unter anderem Geld für Regatten, das Shantysingen sowie Waschzuber- und Drachenboot-Rennen.

CDU-Chef Peters sagt, er wisse auch von anderen Sponsoren, dass sie unzufrieden seien: „Bisher wird die Organisation größtenteils von Ehrenamtlern in den beteiligten Vereinen übernommen. Und das machen die Beteiligten seit Jahren auch großartig“, sagt Peters. Doch damit die Warnemünder Woche dauerhaft ein Erfolg bleibt, sei es nötig, die „technische, organisatorische und finanzielle Vorbereitung“ sowie Marketing und Sponsoren- Betreuung in einer Hand zu bündeln. „Wir fordern deshalb, dass die Stadt eine Warnemünder Woche GmbH gründet.“

Rückendeckung bekommt die CDU sogar aus den beteiligten Vereinen: „Das ist ein hervorragender Vorschlag“, sagt etwa Hans-Jürgen Bohn, Chef des Warnemünder Segel-Clubs. Sein Verein hält die Rechte an der Woche. „Alle Beteiligten leisten professionelle Arbeit. Aber: Wir machen das im Ehrenamt. Das ist natürlich eine Belastung. Wir wollen eine vernünftige Aufgabenteilung für die Zukunft.“

Andere Mitstreiter hingegen wollen, das alles so bleibt, wie es ist: „Wir arbeiten seit 25 Jahren für das Landprogramm mit der KVS GmbH von Jörg Bludau zusammen. Und damit sind wir bisher immer gut gefahren“, sagt Ingeborg Regenthal vom Warnemünde Verein. „Es gibt keinen Grund, das zu ändern.“ Und außerdem: Mit dem Rostocker Segelsport-Koordinator Mike Knobloch sitze im Hanse Sail-Büro bereits ein professioneller Organisator für die Warnemünder Woche – zumindest für den sportlichen Part.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hält die Gründung einer stadteigenen Gesellschaft für das Segelfest sogar für nicht zulässig. „Es ist unser gemeinsames Ziel, den Segelsport in Rostock weiter zu profilieren und die hier engagierten Vereine zu unterstützen. Dieser Weg sollte jedoch über die weitere Stärkung des noch jungen Rostocker Regattavereins führen.“ Der Club wurde 2012 gegründet – als Dachverband der Segler in der Stadt. Er soll die Kräfte der Vereine bündeln – unter anderem, um internationale Regatten in die Stadt zu holen und um Nachwuchstalente auszubilden.

Die CDU bekommt von Methling eine Breitseite: „Der CDU-Kreischef sollte den CDU-Sportminister lieber an sein Versprechen erinnern, Rostock zu einem olympischen Segelhafen zu machen.“ Bis heute habe das Land nichts unternommen, um den maroden und gesperrten Steg an der Landessegelsportschule in Warnemünde zu sanieren.

Das drittgrößte Segelfest

600000 Besucher lockt die Warnemünder Woche im Schnitt jedes Jahr in das Ostseebad. Nur die Kieler und die Travemünder Woche sind größer.

9 Tage dauert das Fest im Jahr 2016. Es findet vom 2. bis 10. Juli statt.

47 Yachten gingen 1926 bei den ersten Verbands-Ausfahrten vor Warnemünde an den Start. Diese Regatta gilt als erste Warnemünder Woche.

• Internet: www.warnemuenderwoche.com

Andreas Meyer

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