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Segler starten zur längsten Ostsee-Regatta

Wismar / Rostock Segler starten zur längsten Ostsee-Regatta

Fünf Crews auf dem Weg zur „Midsummer Sail“ / Team aus Rostock dabei

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Die Crew der „Universitas“ im Westhafen von Wismar: Philipp Marienhagen, Anabel Plieth, Jannis Kaminski-Reith, Markus Pinkau, Lennard Groeneveld, Jan-Ole Höppner und Skipper Hauke Sponholz (v.l.) vom Akademischen Segelverein zu Rostock.

Quelle: Foto: Nicole Buchmann

Wismar / Rostock. „Wir wollen den Rekord brechen“, sagt Jan-Ole Höppner, Medizinstudent aus Rostock. Der 27-Jährige sitzt im Wismarer Westhafen auf einer Rennyacht und blickt in die Gesichter der restlichen Crew – angehende Maschinenbauer, Chemiker, Wirtschaftsingenieure. In wenigen Stunden ist zwischen den Schwedenköpfen südlich der Insel Walfisch Start für die laut Veranstalter längste Ostsee-Regatta.

„Midsummer Sail“ 2017

Die Regatta vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt der Ostsee findet zum zweiten Mal statt. 900 Seemeilen sind vom Start in Wismar bis zum schwedischen Töre zurückzulegen – allein mit der Kraft des Windes. Mitsegeln können Schiffe mit maximal drei Metern Tiefgang.

Zehn Tage, neun Stunden, 32 Minuten und 20 Sekunden sind zu unterbieten. Fünf Crews nehmen teil an der „Midsummer Sail 2017“. Das Schiff des Akademischen Segelvereins Rostock hat gute Chancen, von Wismar bis drei Grad unter dem Polarkreis als Erstes die Ziellinie im schwedischen Töre zu überqueren.

„Der Computer hat die Ankunftszeit unter den vorausgesagten Bedingungen berechnet“, erzählt Jan-Ole. Passieren keine groben Fehler beim Segeln, geht nichts kaputt an Bord des Eintonners, soll die „Universitas“ die 900 Seemeilen (1666 Kilometer) in fünf Tagen hinter sich gebracht haben.

Für die siebenköpfige Crew heißt das: Zähne zusammenbeißen. Der Plan für die Wachen klebt unter Deck. Alle sechs Stunden tagsüber, alle vier Stunden nachts wechselt die Mannschaft an Deck. Immer drei gehen Wache, vier können schlafen – wenn das denn auf den Brettern der knapp 60 Zentimeter breiten und 1,90 Meter langen Kojen möglich ist. „Universitas“ ist nun mal eine Rennyacht. Entsprechend spartanisch sieht der Rest unter Deck aus: Ein zweiflammiger Spirituskocher muss reichen. Den Gulasch aus der Dose löffelt die Crew aus blauen und grünen Hundenäpfen – Gulasch, Nudeln oder Hühnertopf schwappen nicht so schnell raus. Zudem sind die Näpfe rutschfest und aus Plastik. Denn alles andere wäre zusätzliches Gewicht, und das macht folglich langsamer. Ganze zwei Töpfe gehören zur Küchenausstattung und ein Wasserkocher. Über im Vorschiff gespannte Leinen hängen Segelhandschuhe, Ölzeug und Seestiefel. Ein Eimer samt Klobrille dient als Toilette. „Eine Ein-Raum-Wohnung für sieben Leute“, sagt Lennard und grinst. Immerhin hätten sie auf dieser Regatta statt einer Bordapotheke ein ganzes Krankenhaus an Bord. „Inklusive Medizinern!“, ruft Hauke hinunter. Gelächter.

Nur unwesentlich geräumiger als die Kochnische ist die Navigationsecke. Kurs halten wollen sie mit Hilfe einer Software auf dem Tablet. Drei Tage reicht der Akku. Entweder starten sie dann den Motor und lassen ihn regelkonform im Leerlauf touren oder sie navigieren auf einer papiernen Seekarte. „Haben wir alles mal gelernt“, winkt Jan-Ole ab.

Schon vom Start an werden sie die „Universitas“ aufmerksam gen Norden steuern müssen. Bei Wind aus Nordwest bläst es dem Schiff genau auf die Nase. Kreuzen müssen sie dann – im Zickzack gegen den Wind anfahren. Doch mit gut 2,30 Metern Tiefgang bleibt ihnen außerhalb der ausgebaggerten Wasserschifffahrtsstraße allzu viel Platz. Für Skipper Hauke Sponholz heißt es dann: Augen auf Tiefenmesser und elektronische Seekarte. Für den Rest der Crew: fehlerfreie Wenden fahren. Doch zunächst einmal verschläft die „Universitas“ den Start. Als zweites Schiff geht’s für die Studenten auf die Regatta. Gut anderthalb Stunden nach dem Start aber liegt die „Universitas“ schon weit vorn.

Nicole Buchmann

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