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Semesterbeitrag soll steigen: Wird Studieren schon wieder teurer?

Stadtmitte Semesterbeitrag soll steigen: Wird Studieren schon wieder teurer?

Rostocks Studenten sind genervt. Nicht lange ist es her, seit der Semesterbeitrag zuletzt erhöht wurde. Nun könnte es erneut teurer werden.

Stadtmitte. Rostocks Studenten sind genervt. Nicht lange ist es her, seit der Semesterbeitrag zuletzt erhöht wurde. Nun könnte es erneut teurer werden. Grund: Die Einnahmen aus Semesterbeiträgen und Landeszuschüssen, mit denen das Studentenwerk die Mensen der Rostocker Universität betreibt, reichen nicht mehr aus, um Lücken in der Finanzierung auszugleichen.

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Rostocks Studenten sind genervt. Nicht lange ist es her, seit der Semesterbeitrag zuletzt erhöht wurde. Nun könnte es erneut teurer werden.

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Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) sieht ein klares Versagen der Landesregierung.

„Seit 2009 wurden die Zuschüsse für die Studierendenwerke nicht mehr erhöht“, sagt Asta-Referentin für Hochschulpolitik Katharina Wilke. Währenddessen seien aber zum Beispiel Energiekosten gestiegen.

„Derzeit besteht eine Defizit von 600000.“ Mehrmals habe das Rostocker Studentenwerk das Land darauf hingewiesen, dass es dringenden Handlungsbedarf sehe. „Passiert ist nichts“, sagt Katharina Wilke. Es könne nicht sein, dass die Unterfinanzierung zulasten der Studenten gehe.

„Es muss so schnell wie möglich gehandelt werden“, sagt Katharina Wilke. Im April werde auf einer Vorstandssitzung darüber abgestimmt, welche Maßnahmen denkbar wären. „Die Möglichkeiten sind vielfältig.“ Zur Auswahl stehen die Schließung von Einrichtungen, die Preiserhöhung der Speisen, die Verringerung des Angebots oder die Erhöhung des Semesterbeitrages um 15 bis 20 Euro. „Meines Erachtens kommt die Schließung einer Einrichtung nicht infrage“, betont Katharina Wilke. Das wäre ein zu großer Nachteil. Persönlich bevorzuge die stellvertretende Vorsitzende eine Kombinationslösung. „Man könnte den Semesterbeitrag leicht anheben und gleichzeitig die derzeit krummen Essenpreise aufrunden.“

Fraglich bleibe dennoch, ob mit der Erhöhung des Beitrages Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ein attraktiver Studenten-Ort bleibe. „Auch wenn der Semesterbeitrag nach wie vor im Bundesvergleich niedrig ist, wird es schwerer für Rostock, im Wettbewerb stand zu halten“, sagt Katharina Wilke. Vor allem die Konkurrenz zu Berlin und Hamburg spiele dabei eine große Rolle. Wichtig sei für die Studentenwerke außerdem, dass das Studium für alle finanzierbar bleibe. Das sei unter diesen Umständen schwierig. „Wir versuchen mit den wenigen Mitteln, die wir zur Verfügung haben, so viel wie möglich zu realisieren“, so Wilke. Nun brauche das Studentenwerk jedoch Hilfe. „Ich bin sehr enttäuscht von der Landesregierung.“

„Mit der Erhöhung wird Rostock an Attraktivität einbüßen“, glaubt auch Studentin Saskia Starck. „Der Unterschied zu anderen Universitäten wird immer geringer.“ Dennoch sei die Erhöhung des Beitrages für die 22-Jährige sinnvoller als die Verteuerung der Speisen. „Ich gehe in der Woche täglich in die Mensa. Bei höheren Preisen würde ich mir das in Zukunft zweimal überlegen.“ Das wäre aus Sicht der Studentin jedoch bedauerlich — denn ihr gefalle das Angebot, und das Essen schmecke in der Regel gut . „Ich würde bei höheren Preisen auch eher zu Hause kochen, als in die Mensa zu gehen“, sagt Carla Blaas. Die 20 Jahre alte Studentin nutzt vor allem zur Prüfungszeit das Angebot in der Mensa Süd.

„Über die Kritik des Asta zum jetzigen Zeitpunkt sind wir erstaunt“, teilt dagegen Henning Lipski mit, Sprecher des Bildungsministeriums. Der neue Doppelhaushalt sei erst Ende 2015 vom Landtag beschlossen worden. „Änderungen sind jetzt nicht mehr möglich.“ Im Übrigen sei die Zahl der Studenten in MV von 40471 im Jahr 2011 auf 38418 im Jahr 2015 gesunken. „Trotzdem hat das Land seine Zuwendungen für die Studierendenwerke in Höhe von 2,37 Millionen Euro konstant gehalten“, so Lipski. Die Förderung je Studenten sei somit von rund 58 Euro auf rund 62 Euro gestiegen.

Konstante Zuschüsse

600 000 Euro beträgt das Defizit.

Die Zuschüsse des Landes sind seit sechs Jahren konstant.

157 Euro kostet der Semesterbeitrag für das Sommersemester 2016. 6 Mensen betreibt das Studentenwerk in Rostock: Süd, Cafeteria Einstein, St.-Georg-Straße, Multiple Choice, Kleine Ulme und Ulme 69.

82 Prozent der Studenten nutzen durchschnittlich mindestens drei Mal in der Woche das Mensaangebot.

Von Pauline Rabe

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