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„Sibylle“ erobert die Wände in der Kunsthalle

Reutershagen „Sibylle“ erobert die Wände in der Kunsthalle

Eine neue Ausstellung widmet sich der berühmten Modezeitschrift der DDR / Organisatoren suchen noch alte Exemplare und Erlebnisberichte

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Melanie Ohst zeigt eines der Schnittmuster und Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann eines der Titelbilder der Modezeitschrift.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Reutershagen. Schicke Models, tolle Kleider, hochwertige Fotos: Die „Sibylle“ ist für DDR-Bürger das gewesen, was für Westdeutsche die „Brigitte“ war – die wichtigste Modezeitschrift. Nun widmet die Rostocker Kunsthalle der Zeitschrift, die alle zwei Monate zwischen 1954 und 1990 erschienen ist, eine Ausstellung.

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Eine neue Ausstellung widmet sich der berühmten Modezeitschrift der DDR / Organisatoren suchen noch alte Exemplare und Erlebnisberichte

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Der Hauptteil der Schau wird sich dabei mit den Fotografen befassen, die die „Sibylle“-Mode und die Mannequins in Szene gesetzt haben. Darunter so wichtige Namen wie Sibylle Bergemann, Arno Fischer sowie Ute und Werner Mahler. Das Ehepaar ist zudem Mitherausgeber von „Sibylle – Das Buch“, das zur Ausstellung mit der Kunsthalle gemeinsam veröffentlicht werden soll. „Die beiden sind für uns auch wichtige Quellen bei der Erarbeitung der Ausstellung“, sagt Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann.

Er und seine Mitarbeiter haben mittlerweile fast alle Exemplare der Original „Sibylle“ zusammengesammelt. „Aus Archiven, aber auch gestiftet von Fotografen, zu denen wir Kontakt aufgenommen haben“, erzählt Neumann. Jede Ausgabe werde präsentiert. „Jedoch suchen wir noch Zeitschriften, die wir auslegen können zum Stöbern für Besucher.“ Quasi als Leselounge in der Kunsthalle. Wer „Sibylle“ auf dem Dachboden oder im Keller liegen habe, solle sie am besten der Kunsthalle für die Ausstellung überlassen – oder besser schenken. „Ich kann nicht dafür garantieren, dass die Hefte am Ende der Ausstellung noch alle heil sind, weil wir das nicht kontrollieren können, wie die Leute darin blättern“, gibt Neumann zu bedenken. Er hofft aber dennoch auf alte „Sibylle“-Fans, die das ein oder andere Exemplar entbehren würden.

Vor allem wegen ihrer Schnittmuster und der außergewöhnlichen Modestrecken, die als Inspiration gelten sollten, war die „Sibylle“ heiß begehrt. Aber – ähnlich wie Schallplatten – nicht ohne Weiteres zu ergattern. Sie lag für gewöhnlich nicht präsent im Kiosk-Regal, sondern war vielmehr „Bückware“, lag also meist unter dem Ladentisch. Wer das aktuelle Heft erst mal hatte, hielt also auch ein begehrtes Verleihobjekt in den Händen.

„Das ist auch ein spannender Aspekt. Wir wollen nämlich von Bürgern auch Geschichten zur ,Sibylle’ erfahren. Wie war das, wenn die Zeitschrift herauskam, wer hat was nachgeschneidert“, zählt Neumann auf. Die Ausstellung solle auch von Original-Teilen leben oder Fotos zeigen, auf denen DDR-Bürger Kleider tragen, die sie nach Schnittmustern aus der „Sibylle“ genäht haben. „So was würden die Leute natürlich auch in einwandfreiem Zustand zurückbekommen“, verspricht der Leiter der Kunsthalle.

Zu den Organisatoren gehört auch Melanie Ohst, die sich vorstellen kann, während der Ausstellung bei einer Modenschau Selbstgenähtes von Autodidakten zeigen zu lassen. „Heutzutage ist das bei jungen Menschen ja wieder im Trend“, sagt Ohst. So würde zudem eine Verbindung von damals zu heute geschaffen werden.

Die „Sibylle“-Ausstellung mit Original-Exemplaren, Zeitstrahl und Hintergründen zu Models und Fotografen läuft vom 18. Dezember 2016 bis 26. Februar 2017.

„Sibylle“-Aufruf

Exemplare der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“ waren nicht nur damals heiß begehrt. Die Rostocker Kunsthalle sucht anlässlich ihrer „Sibylle“- Ausstellung noch Hefte, die entbehrt werden können. Sie sollen in einer Lese-Ecke zur Verfügung stehen. Neben Heften werden auch Bilder gesucht, auf denen DDR-Bürger Kreationen nach dem Schnittmuster der „Sibylle“ tragen, sowie echte Kleider, die danach genäht worden sind. Wer etwas zur Ausstellung beisteuert, bekommt eine Einladung zur Eröffnung am 17. Dezember sowie eine Freikarte für die Schau.

Abgaben : Di-So von 11-18 Uhr in der Kunsthalle, Hamburger Str. 40. Fragen beantwortet Melanie Ohst: Mo-Fr, 10-16 Uhr, unter ☎ 0381/3817005 oder melanie.ohst@rostock.de.

Claudia Tupeit

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