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Stadtmitte/Dierkow Silicon Valley an der Ostsee

Die IT-Branche in Rostock boomt, schafft neue Jobs / Viele Firmen sind weltweit erfolgreich

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Felix Sorau (r.) fotografiert die Produkte für den Christian Pietschs Online-Shop Gusti-Leder.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Stadtmitte/Dierkow. Rostock entwickelt sich mehr und mehr zu einer Art „Silicon Valley an der Ostsee“: Denn kaum ein anderer Wirtschaftszweig wächst derart rasant wie die Informations- und Computerbranche. Zwei aktuelle Beispiele: Die Comdirect Bank AG, eine der größten Online-Banken Deutschlands, baut ihre Entwicklungsabteilung nach nur drei Jahren in der Hansestadt deutlich aus. Und: Auch der Branchen-Riese Deutsche Telekom hat sich in der Hansestadt niedergelassen. Der große Vorteil in Rostock: Dank der Uni gibt es genügend Fachkräfte für die wachsenden Unternehmen.

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Die IT-Branche in Rostock boomt, schafft neue Jobs / Viele Firmen sind weltweit erfolgreich

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700 Unternehmen

zählt die Computer-

Branche nach Angaben der IT-Initiative MV

bereits im Land. Die

Firmen beschäftigen rund 14500 Mitarbeiter. Tendenz weiter

steigend.

Landesweit fast 15000 Jobs

Schon jetzt arbeiten landesweit etwa 14500 Menschen in der Computer-Branche. Die IT-Initiative MV zählt rund 700 Unternehmen. Genaue Zahlen für die Hansestadt gibt es derzeit nicht. Aber die Tendenz sei eindeutig, sagt Susanne Schimke, Sprecherin der städtischen Wirtschaftsförder-Gesellschaft Rostock Business: „Ohne IT geht nichts mehr, es wird also ständig ausgebaut. Die Branche entwickelt sich rasant.“ Und das heißt: „In Rostock entstehen permanent neue Unternehmen mit gut bezahlten Arbeitsplätzen für Fachkräfte.“ Der Wirtschaftszweig sei durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt, so Schimke. „Viele Firmen sind stark auf den Export ausgerichtet, bieten ihre Systeme weltweit an und gehören auf ihrem Gebiet zu den Marktführern.“ Die Entwickler aus der Hansestadt seien unter anderem in den Bereichen Geo-Informatik, Schiffsdesign, Medizin, Logistik und auch im Online-Handel aktiv.

Standortvorteil Universität

Rostock könne in der Branche gleich mit mehreren Standort- Faktoren punkten, heißt es seitens Rostock Business. „Es ist nahezu überall schwierig, die Fachkräfte so schnell auszubilden, wie sie in den Betrieben gebraucht werden“, erklärt Schimke. Die Hansestadt profitiert deshalb extrem von der Universität: „Die Uni liefert den Nachwuchs, sie ist Motor für das Wachstum.“ Und sie hilft den neuen Unternehmen auf die Sprünge: „Die Forscher und die Unternehmen arbeiten eng zusammen, um neue Lösungen zu entwickeln. Zum Beispiel kooperiert die Firma Planet Intelligent Systems eng mit dem Institut für Mathematik, das Unternehmen HNW Development Laboratory setzt auf den Austausch mit der Uni-Klinik“, sagt Schimke.

Planet Intelligent Systems entwickelt beispielsweise Identifikationssysteme für die Verkehrs- und Logistikbranche, HNW Development baut Kommunikationsplattformen für die Gesundheitsbranche – für Ärzte, Kliniken, Apotheker. Und noch weitere Gründe machen die Hansestadt für die IT-Branche so attraktiv: „Es gibt hier eine gute digitale Infrastruktur, nahezu jeder Gewerbestandort ist mit modernen Glasfaser-Leitungen ans Internet angeschlossen“, sagt die Rostock-Business-Sprecherin. Zudem biete die Hansestadt attraktiven Wohnraum am Wasser, ein reichhaltiges Freizeitangebot, Kultur und eine gute Kinderbetreuung. „Und wir können günstige Immobilien für kleine Firmen bieten.“

„Global Player“ aus Rostock

Einige der erfolgreichsten IT-Firmen von der Warnow gehören längst zu den „großen Spielern“ am Weltmarkt. Das wohl bekannteste Beispiel ist die SIV AG mit Hauptsitz in Roggentin. Das Unternehmen entwickelt Spezialsoftware für Wasserversorger und die Strom-Branche. Zu den Kunden gehören unter anderem so große Konzerne wie Siemens und RWE. 2016 wurde die SIV AG vom Software- Riesen Constellation Inc. aus Toronto gekauft. Die Kanadier sicherten sich so 300 Kunden in ganz Europa, mehr als 400 Fachkräfte und einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro jährlich. Ebenfalls zu den „Großen“ gehören bereits die Internet-Versandhändler „Gusti-Leder.de“ und „Centercourt.de“. Letzterer Shop bietet Tennis-Bekleidung, -bälle und -schläger weltweit an. Die Firma mit Hauptsitz an der Erich- Schlesinger-Straße in der Südstadt gilt mittlerweile als größter TennisFachhändler Deutschlands. Sogar weltweit aktiv ist „Gusti-Leder.de“. Der Anbieter von Lederhandtaschen aus „Fair Trade“- Produktion wurde 2007 von dem Rostocker Studenten Christian Pietsch gegründet und setzte Anfang 2016 nach eigenen Angaben mehr als 20000 Produkte pro Monat ab. Mehr als 70 Mitarbeiter arbeiten für Gusti-Leder. Neben der deutschen Seite gibt es mittlerweile fünf Ableger für das Ausland.

Ableger an der Warnow

Selbst die ganz Großen in der Branche entdecken die Hansestadt für sich: 2014 eröffnete die Comdirect Bank AG ihre Entwicklungsabteilung in einem Neubau am Schröderplatz. Doch bereits nach drei Jahren wird es für die wachsende Niederlassung dort zu eng: Comdirect zieht in neue Räume in der Grubenstraße. „Dass wir uns jetzt schon vergrößeren müssen, zeigt doch, wie richtig die Entscheidung für Rostock damals war“, sagt Matthias Brandes, Leiter der IT bei Comdirect. „Die Hansestadt ist für viele Arbeitnehmer attraktiv.“ Auch die Deutsche Telekom AG ist seit einiger Zeit in Rostock mit einer Entwicklungsabteilung vertreten. Die Tochter T-Systems Multimedia Solutions soll Portale und Anwendung für Verwaltungen sowie Online-Händler entwickeln.

„Start-Ups“ sind im Kommen

Viele der neuen Unternehmen sind sogenannte „Start-Ups“. Das heißt: Entwickler und Forscher machen sich mit einer eigenen Idee selbstständig, fangen mit zwei, drei Mitarbeitern an – und wachsen im Idealfall schnell weiter. Ein Beispiel für ein erfolgreiches Start-Up aus Rostock ist die Firma Vestifi. Die Firma wurde von Christoph Müller, Till Wollenberg und Robert Ziemann gegründet. Ihr Produkt: Vestifi hat eine digitale Box entwickelt, die Fehler in WLAN-Netzen aufspürt und beheben kann. „Wir entwickeln und konzipieren zwar auch solche drahtlosen Internet- Verbindungen, aber Hauptgeschäft ist die Beseitigung von Fehlern und Störquellen.“ Denn was für Privatanwender nur nervend ist, kann für Unternehmen ein echtes Problem werden: „Einer unserer größten Kunden ist die Hamburger Hafengesellschaft HHLA. Ohne ein stabiles WLAN kommt der gesamte Umschlag an den Kais zum Erliegen.“ Die Vestifi-Box ist zum Patent angemeldet: „Wir verkaufen sie nicht, wir sind Dienstleister.“ Nicht nur in Rostock, sondern bald womöglich weltweit.

Andreas Meyer

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