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Singen ohne einen einzigen Ton

Evershagen Singen ohne einen einzigen Ton

Einziger Gebärdenchor Mecklenburg-Vorpommerns probt für seinen Weihnachtsauftritt am 11. Dezember

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Zum Chor gehören Antje Hebst (v.l.), Gerlinde Strunkeit, Kurt Zschokelt, Ute Lübnitz, Astrid Zielske und Chris Berger. FOTO: JÜRGEN FALKENBERG

Evershagen. . Sie sind schwer hörbehindert oder gehörlos, die vier Frauen und zwei Männer, die sich allwöchentlich am Mittwoch zu Chorproben zusammenfinden. Ihr Domizil sind die Räume der Gehörlosenseelsorge im Kirchenkreis Mecklenburg im gemeinsamen Haus in der Henrik-Ibsen-Straße in Evershagen. Sie nennen sich Gebärdenchor „Singende Hände“. Wenn sie auftreten, hören die Besucher keinen Ton. Synchron werden die Texte, zuvor erarbeitet und im Kopf gespeichert, mit Gebärden und Mimik wiedergegeben.

Seit 2010 gibt es die „Singenden Hände“, den einzigen Gebärdenchor in Mecklenburg-Vorpommern. Antje Hebst (39), die selbst von Geburt an hochgradig schwerhörig ist und 2003 von Weimar nach Rostock kam, lernte die Gebärdensprache von den gehörlosen Eltern. Nun betreut sie Gehörlose in Mecklenburg-Vorpommern bei Hausbesuchen, in Sprechstunden und zu Gottesdiensten. Angesprochen auf die Vorstellung eines Chores von Hörgeschädigten und Gehörlosen wagte sie das Experiment „Gebärdenchor“. Nur wenige Vorbilder gab es, wie den seit 2002 beim Gehörlosenverein Pfarrkirchen (Bayern) „singenden“ Chor.

Zwischen fünf bis zehn Konzerte gibt der Chor im Jahr. Ihre Lieder, teilweise vom Text her bearbeitet, sind fünf bis zehn Minuten lang. Derzeit werden drei Lieder für den Weihnachtsauftritt am 11.

Dezember in der Neubrandenburger Friedenskirche geprobt. Gern erinnern sich Astrid Zielske (61, Sozialarbeiterin) und Chris Berger (54) an den Aktionstag in Rostock und den Auftritt im August in der Universität. „Unser Auftritt auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart im Juni 2015 war ein Höhepunkt. Nun bereiten wir uns auf den Kirchentag im Mai 2017 in Berlin vor“, sagt Chorleiterin Antje Hebst.

Gern würde sich der Gebärdenchor „Singende Hände“ noch verstärken. Ihr gemeinsames Schicksal verbindet sie im Chor. Und sie wollen auch anderen Menschen, nicht nur denen mit Hörbehinderung, die Gehörlosenkultur zeigen. Jürgen Falkenberg

OZ

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