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Sölle im Ostseebad sollten erhalten werden

NIENHAGEN Sölle im Ostseebad sollten erhalten werden

Das Rostocker Büro für Stadt- und Dorfplanung hat der Nienhäger Gemeindevertretung in jüngster Sitzung die Änderung des Flächenutzungsplanes vorgelegt (OZ berichtete).

Nienhagen. Das Rostocker Büro für Stadt- und Dorfplanung hat der Nienhäger Gemeindevertretung in jüngster Sitzung die Änderung des Flächenutzungsplanes vorgelegt (OZ berichtete).

Nötig war er wegen der weiteren geplanten Bebauung An den Weiden geworden. Der Plan war durch die verschiedenen Instanzen gegangen: Drei hatten keine Stellungnahme abgegeben, 14 hatten keine Bedenken oder Anregungen, zwölf gaben Hinweise oder nannten Bedenken.

Planer Reinhard Böhm erläuterte den Flächenutzungsplan und erklärte auf Anfrage, dass es in dem Bereich keine geschützten Sölle gebe. Nicht nur Gemeindevertreter Wolfgang Lange kann da nicht ganz mitgehen. Der Nienhäger Bürger Dr. Thomas Engelhardt ist enttäuscht. Was der Planer als „vernässte Senke“ bezeichnet, sei seiner Meinung nach ein Söll.

„Im Plangebiet befindet sich eine geologische Formation, die nach Definition des Bundesnaturschutzgesetzes ein Söll und damit geschützt ist“, betont Thomas Engelhardt. Warum er nicht im Atlas der gesetzlich geschützten Biotope erfasst sei, entziehe sich seiner Kenntnis. Aber er vermute, der Söll wurde übersehen, da er zum Zeitpunkt der Erfassung bereits degeneriert oder im Privatbesitz war.

„Er hat aber nach wie vor Merkmale eines gesetzlich geschützten Biotops“, sagt der Nienhäger. Das Biotop sei durch ökologisch unsachgemäße Nutzung degeneriert und führe daher zeitweise kein Wasser mehr. „Auch jetzt im August finden sich dort noch Pflanzen des Feuchtbiotops, Amphibien und stehendes Wasser im zuführenden Graben“, unterstreicht Thomas Engelhardt.

Sölle könnten nach Meinung des Nienhägers im Ostseebad eine wichtige ökologische und die Landeskultur prägende Rolle spielen. Dazu müssten diese aber gepflegt und von den Verantwortlichen in ihrer Bedeutung anerkannt sein, meint Engelhardt.

„In diesem Sinne wäre die Bereitschaft, den Söll im Flächennutzungsplan als geschütztes Biotop auszuweisen, sehr hilfreich für die künftige Gestaltung einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung gewesen“, betont der Rentner, der in seinem beruflichen Leben in der staatlichen Entwicklungshilfe für nachhaltige Entwicklung in Asien und Afrika tätig war, zuletzt in arabischen Ländern.

Bei der großflächigen Dränierung der landwirtschaftlichen Flächen in den 1960er Jahren wurden Sölle in die Dränagen einbezogen. Ziel war damals die Steigerung der Produktion durch technische Maßnahmen. Nun erfüllen die Sölle jedoch nicht mehr voll ihre wichtige Funktion als Lebensraum für Vögel, Nützlinge oder Amphibien. „Dieser Aspekt sollte künftig im Zuge von Entwicklungsplänen hohe Aufmerksamkeit bekommen, da die Sölle in unserer Region dann künftig wieder ihren ausgewiesenen ökologischen und landeskulturellen Wert erhalten könnten“, so Engelhardt. Entscheidern und Bürgern müsste dies nahe gebracht werden.

Renate Peter

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