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Soldatenfriedhof: Stätte wird gesegnet

KÜHLUNGSBORN Soldatenfriedhof: Stätte wird gesegnet

Grabmale ersetzen nun Sandsteinplatten / 132 Opfer des Zweiten Weltkrieges liegen hier begraben

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Pastor Matthias Borchert (r.) und Friedhofsmitarbeiter Udo Niemann stehen neben der Infotafel am Soldatenfriedhof. Fotos (2): Mathias Otto

Kühlungsborn. Schnee liegt auf den grauen Grabmalen auf dem Kühlungsborner Friedhof. Die Rasenfläche ist einheitlich mit Weiß überzogen. Alles wirkt geordnet. Das war aber nicht immer so. Viele Jahrzehnte war der Soldatenfriedhof am hinteren Rand des Friedhofes an der Schloßstraße schlicht gehalten. Erst jetzt wurden hier Verschönerungen vorgenommen. Mit einer Gedenkfeier am Sonntag, verbunden mit einer Segnung der Gräber sowie einer Kranzniederlegung, wollen die christlichen Kirchen der Bedeutung dieses Ortes Rechnung tragen. 132 Opfer des Zweiten Weltkrieges liegen hier begraben.

OZ-Bild

Grabmale ersetzen nun Sandsteinplatten / 132 Opfer des Zweiten Weltkrieges liegen hier begraben

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Stätte 1945 angelegt

132 Opfer des II. Weltkrieges ruhen auf dem Soldatenfriedhof Kühlungsborn.

Zu Beginn des Jahres 1945 wurde er angelegt.

Bis 1949 fanden 128 Tote ihre Ruhestätte. Zwischenzeitlich wurden neun der dort bestatteten Soldaten auf andere Friedhöfe überführt. 1977 wurden zudem 13 Tote von verstreut angelegten Einzelgräbern in ein Sammelgrab auf dem Soldatenfriedhof umgebettet.

Dass der Friedhof eine neue Gestalt bekam, war Bernhard F. Schiele zu verdanken, der im knapp 9000 Kilometer entfernten US-Bundesstaat Arizona lebt. „Sein Vater ist damals im Krieg gefallen und liegt seitdem auf dem Kühlungsborner Friedhof begraben“, berichtet Pastor Matthias Borchert. Jedes Jahr im Mai würde Schiele sich auf die weite Reise begeben, um das Grab seines Vaters zu besuchen. „Er hatte immer wieder mal den Soldatenfriedhof mit Zuwendungen bedacht. Er wollte eine würdige Stätte für die Gefallenen“, so Borchert.

So wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge war dabei beratend tätig. Einige Firmen haben sich zudem finanziell daran beteiligt. Im vergangenen Jahr startete dieses Projekt mit dem Gießen der Fundamente. Im Frühjahr wurden darauf die Grabsteine gesetzt. Im Sommer waren alle Arbeiten auf dem Soldatenfriedhof abgeschlossen. „Es ist jetzt dauerhaft ein würdiger Ort, ein Ort zum Gedenken und Innehalten“, sagt Pastor Borchert.

Zusammen mit Udo Niemann bereitet er den Friedhof für die Gedenkfeier vor. Der Friedhofsmitarbeiter hatte die Arbeiten beaufsichtigt. Er zeigt ein Foto auf seinem Handy. Dort ist noch der ursprüngliche Platz zu sehen – mit Sandsteinplatten, die auf den Boden gelegt waren. „Ein Großteil war mittlerweile defekt, einige Teile sind schon abgebrochen. Aber es ist völlig verständlich, da sie schon seit den 50er Jahren dort liegen“, sagt Niemann. Zwei Sandsteinplatten waren noch intakt. Die hatte er aufgehoben.

Einen großen Dank schickt der Pastor in Richtung Kreisverwaltung. Denn Alexander Schacht von der Unteren Denkmalschutzbehörde habe im Vorfeld die wichtigsten Daten der 132 Gefallenen erfasst. Denn mit dem Namen sollten auch der Dienstgrad und die Lebensdaten auf den Steinen vermerkt werden. „Das war eine mühselige Arbeit“, so Borchert. Denn einige Daten auf den vorherigen Grabmalen waren falsch. Außerdem hätten ihre Standorte nicht mit der Lage der Gräber übereingestimmt. Jetzt seien die Grablagen exakt gekennzeichnet. Dabei haben zwei benachbarte Einzelgräber ein gemeinsames Grabmal erhalten. Die in einem Sammelgrab ruhenden Toten haben eine gemeinsame Tafel bekommen. Auch das Holzkreuz, das von einem Busch zur Hälfte verdeckt war, wurde komplett erneuert und steht nun am Ende des Soldatenfriedhofes.

Zur Gedenkfeier, die mit einem Gottesdienst um 10 Uhr beginnt, haben sich neben Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) unter anderem auch Sozialministerin Stefanie Drese sowie Anja Kerl, Sozialdezernentin beim Landkreis Rostock (beide SPD), angekündigt.

Mathias Otto

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