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Später Lebenstraum mit Landgaststätte

WIENDORF Später Lebenstraum mit Landgaststätte

Gudrun Olschewski war bereits über 50 Jahre alt, als sie 2007 Pächterin des Wiendorfer Hofs wurde

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Zum Wiendorfer Hof gehört nicht nur Wirtin Gudrun Olschewski, sondern auch der Kneipenhund „Amelie“.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Wiendorf. Der Wiendorfer Hof ist ihr Lebenstraum – der sich allerdings erst erfüllt hat, als Gudrun Olschewski bereits über 50 Jahre alt war. Seit 2007 ist die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin so eng mit der ländlichen Gaststätte verbunden wie eine Mutter mit ihrem Kind. „Vor knapp zehn Jahren bin ich als Pächterin eingestiegen, 2014 konnte ich den Wiendorfer Hof endlich kaufen“, erzählt Olschewski.

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Gudrun Olschewski war bereits über 50 Jahre alt, als sie 2007 Pächterin des Wiendorfer Hofs wurde

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Man muss anders sein, um mit seiner Landgaststätte bestehen zu können.“Gudrun Olschewski, Wirtin

Büroarbeiten, Fensterputzen, Einkäufe erledigen – sie macht alles. Am liebsten aber steht die gelernte Schusterin in der Küche. „Ich backe und koche für mein Leben gern“, sagt sie. Dann zeigt sie auf eine Pinnwand im Festsaal. An ihr sind Fotos geheftet, die mehrstöckige Hochzeitstorten zeigen, mit Spinat gefüllte Tüften, kreative Fischplatten, in Schokolade getunktes Obst und selbst gebackenes Brot. Um zu bestehen auf dem Dorf, muss man sich abheben von anderen, so ihr Credo.

Auch an der Currywurst-Sauce habe sie ewig herumprobiert, bevor sie den perfekten Geschmack hatte. Und da es die perfekte Wurst nur bei einem Fleischer auf Rügen gebe, bringe ihr Mann, ein Kraftfahrer, von dort Ladungen mit. Und dann der Windbeutelberg, den sich ein Gast für eine Feier gewünscht hat „und bei dem ich viele Versuche brauchte, bis ich einen Weg fand, die Windbeutel aufzutürmen“.

Bereits ihre eigene Hochzeit vor 20 Jahren hat Olschewski in dem Landrestaurant gefeiert. „Als Gast“, betont sie. Nachdem sie sich zunächst gegenüber in der Kirche von Pastor Tilman Jeremias trauen ließ. „Und damit für meinen Mann Dirk und mich die Glocken läuten konnten, haben wir sie vorher reparieren lassen“, erzählt die Mutter zweier Kinder. Bezahlt durch Sponsoren, „aber mein Mann hat sie selbst zur einzigen möglichen Werkstätte nach Bayern gebracht und wieder abgeholt“.

Engagiert ist Gudrun Olschewski sowieso seit eh und je. Sie wohnt zwar erst seit 1994 in Wiendorf, beinah könnte man aber annehmen, sie sei ein Dorf-Urgestein. Hinz und Kunz kennt sie, sie vermittelt bei Schwierigkeiten, ist im Kulturverein aktiv. Kaum eine Familienfeier, die daher nicht bei ihr ausgerichtet wird. Dann zaubert Olschewski eine Deko in die Räume, die sich sehen lassen kann. Selbst Skulpturen aus Eis macht sie, zum Beispiel einen Schwan für ein Brautpaar aus Schwaan.

Von Feiern und vom Partyservice lebt die Betreiberin hauptsächlich. Richtig geöffnet ist nur Freitagabend. „Mehr lohnt sich nicht, das haben wir ausprobiert“, sagt sie und meint mit „wir“ Mann Dirk, Kraftfahrer, und Sohn Maik mit Familie, die aushelfen. Jeden Freitag ist zudem Stammtisch, dessen Mitglieder neue Gerichte kosten und absegnen müssen. „Und wenn sie mal einen Pizzatag oder Fischgerichte wollen, dann kommt das eben auf die Tagesordnung“, erzählt Olschewski. Allerdings ist der Stammtisch keine feste Truppe, die sich bei Hamburger Schnitzel (dem „Männeressen“) und Salaten (das „Frauengericht“) abschottet. „Ich mische immer neue Gäste an der langen Tafel, damit sich alle kennenlernen. Das funktioniert bisher sehr gut“, sagt die emsige Wirtin.

Im vergangenen Jahr ist der Biergarten dazugekommen. Ein Teil der Holzbänke ist extra von einem Rügener Künstler angefertigt worden. Plastikstühle wären ihr nämlich nicht auf die Terrasse gekommen.

Wechselvolle Geschichte

Im September 1966 wurde der Wiendorfer Hof als LPG-Gaststätte eröffnet. Wie die heutige Besitzerin erzählt, hatten Lokale in den nahgelegenen Dörfern Zeez und Niendorf zugemacht, man habe also Ersatz gebraucht.

Nach der Wende folgten viele Besitzerwechsel, ein Brand, der nie wirklich aufgeklärt worden ist, und schließlich Gudrun Olschewski, die freitags für alle öffnet und sich sonst ihrem Catering und Feierlichkeiten widmet.

Claudia Tupeit

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