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Spedition sichert sich letztes Grundstück im Gewerbegebiet

BENTWISCH Spedition sichert sich letztes Grundstück im Gewerbegebiet

Seit 1993 vermarktet Ralph-Michael Achtenhagen erfolgreich Flächen an Unternehmer / Gemeinde Bentwisch bereitet neue Areale für Firmenansiedlungen vor

Bentwisch. Für Ralph-Michael Achtenhagen ist es jetzt mal an der Zeit zurückzublicken: Das Gewerbegebiet Bentwisch ist ausverkauft. Seit 1993 ist der Mann, der Geschäftsführer der Innovation und Trend GmbH ist, damit beschäftigt, die Grundstücke des Bentwischer Gewerbeparks an den Unternehmer zu bringen. Dafür hat die Gesellschaft einen Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen.

 

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Ralph-Michael Achtenhagen verkaufte für die Innovation und Trend GmbH seit 1993 Grundstücke an Unternehmer.

Quelle: Michael Schißler

Ich bin von Erbengemein- schaft zu Erben- gemeinschaft gelatscht, um Land anzukaufen. Im April ist das letzte Grund- stück an eine Spedition gegangen.“Ralph-Michael Achtenhagen, Innovation und Trend GmbH

„Im April ist das letzte Grundstück an eine Spedition gegangen“, sagt Ralph-Michael Achtenhagen, der während seiner Jahre in diesem Geschäft nicht immer nur die Ruhe weghatte. Das wäre auch wohl gar nicht möglich gewesen. „Ich habe hier schon mal Akten gegen die Wand geworfen“, sagt Achtenhagen und kann dabei auch durchaus über sich lächeln. Passiere schon einmal, wenn man fast 23 Jahre in dem Geschäft unterwegs sei. Und das musste er sein.

„Ich bin von Erbengemeinschaft zu Erbengemeinschaft gelatscht, um Land anzukaufen“, sagt er, der nun vor kurzem 60 Jahre alt geworden ist. Er musste auch den langen Rechtsstreit zwischen der Hansestadt Rostock und der Landeskirche um den größten Teil des Gewerbegebiets er- und durchleben: „Ich habe damals viel über die lokale und über die kirchliche Geschichte hier erfahren.“ Und deswegen sagt er rückblickend: „Es war ein spannende Zeit.“ Zumal Achtenhagen mit seinem Gewerbegebiet aus der Insel-Lage heraus neue Straßen bauen musste. Irgendwie geriet die Innovation- und Trendgesellschaft seinerzeit zwischen zwei Handelsriesen, von denen einer vergaß, die Bentwischer an das Straßensystem anzubinden. Aber: „Wir haben das geschafft.“

Die Erschließung der Fläche lief bis ins Jahr 1997. 74 Hektar ist die Bruttogröße, 55,3 Hektar die Nettogröße. Die Differenz sind Straßen, Grünflächen, öffentlicher Raum. „Die erste Verkaufsphase ging bis etwa 2000“, sagt Ralph-Michael Achtenhagen, da suchten namhafte Firmen nach Platz für Niederlassungen, die letzte Phase war dann ab 2007/2008. Dass es so gut gelaufen ist, hat seinen Grund:

„Man muss ansprechbar sein, man muss Service bieten“, sagt Achtenhagen, der aber auch weiß, dass die Gemeinde Bentwisch mitzieht, dass sie Gewerbe will und dass sie ihm Vertrauen entgegengebracht hat. Joachim Schwaß, früherer Bürgermeister in Bentwisch, war ehemals Mitarbeiter bei der Innovation und Trend GmbH.

Achtenhagen selbst „ist gut vernetzt in der Wirtschaft“, und „mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises haben wir auch gut zusammengearbeitet“. Wirtschaftsleben wollten die Bentwischer, und sie haben es bekommen. Viel Betrieb ist in Bentwisch immer. „Wir haben die Mischung wohl gut hinbekommen“, sagt Ralph-Michael Achtenhagen. „Das Angebot stimmt, die Kunden kommen auch von weiter her, um hier einzukaufen.“

Große Ansiedlungen sind dabei, wie Ostseefisch, sagt Achtenhagen, Baumärkte und Beraterfirmen, die weltweit tätig sind. Bunt ist die Mischung in Bentwisch außerdem – „aber als sich hier der vierte Baumaschinenverleiher ansiedeln sollte, da habe ich Nein gesagt“, sagt Achtenhagen. „Eine Baumaschinenmeile wollte ich nicht.“

Der Erfolg hat nicht nur etwas mit Vernetzung und mit Service zu tun. „So ein Gebiet braucht auch einen Kümmerer“, weiß Ralph-Michael Achtenhagen aus seiner langjährigen Erfahrung, und dann merkt man, dass auch sein Herz daran hängt. Den Mann, der sich kümmert und der sich auskennt, den brauchen die Unternehmen heute wieder. „Es kommen die ersten Anfragen, wenn es jetzt um die Verkäufe von Gewerbeimmobilien geht“, sagt Achtenhagen, und ist dann wieder gefragt.

Das nächste Gewerbegebiet nehmen die Bentwischer nun auch in Angriff, 60 Hektar groß, gerade wird in der Gemeinde der Flächennutzungsplan geändert. „Das werde ich wohl nicht mehr machen“, sagt der Mann von der Innovation und Trend GmbH. Aber zu wünschen ist dem neuen Vorhaben, dass es dann wieder einen Achtenhagen findet, einen, der sich kümmert, und der, wenn es nötig ist, auch die Akten einmal fliegen lässt.

200 Firmen mit 2500 Mitarbeitern

Das erste Grundstück im Gewerbegebiet der Gemeinde Bentwisch wurde bereits am 30. November 1993 verkauft. Die Innovations- und Trend GmbH veräußerte bis zum 21. April 2016 genau 552 738 Quadratmeter Gewerbeflächen an insgesamt 89 Investoren. Dazu waren 101 notarielle Beglaubigung notwendig.

Aus den Verkäufen nahm die Gemeinde mehr als 14 Millionen Euro ein, etwa sieben Millionen wurden für die kommunalen Aufwendungen eingesetzt, die im Zusammenhang mit der Gewerbeansiedlung standen, der Rest floss in den Haushalt und wurde für Investitionen in der Gemeinde verwendet.

Derzeit sind rund 200 Firmen mit etwa 2500 Mitarbeitern im Gewerbegebiet in Bentwisch ansässig. Außerdem bereiten die Bentwischer östlich der Goorstorfer Straße ein neues Gewerbegebiet vor.

Michael Schißler

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