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Spiel und Spaß zwischen den Bäumen: Förster erklären Kindern den Wald

BILLENHAGEN Spiel und Spaß zwischen den Bäumen: Förster erklären Kindern den Wald

Seit zehn Jahren gibt es die Landesforstämter / Sie schützen die Wälder und schaffen ein Stück Heimat / Immer auf der Suche nach Kompromissen zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung

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André Köppen vom Forstamt Billenhagen zeigt den Kita-Kindern, wie die Winterlinden richtig gepflanzt werden.

Quelle: Michael Schißler

Billenhagen. Nasskalte Witterung draußen vor dem Landesforstamt in Billenhagen konnte gestern 23 Kinder der Kindertagesstätte Broderstorf nicht davon abhalten, an der Zufahrt zum Amt einige Winterlinden — den Baum des Jahres — zu pflanzen. Immerhin hatte es dazu eine freundliche Einladung der Forstleute gegeben. Es war ja auch nicht nur Arbeit für die Kleinen, es gab auch einige Spiele und viel Wissenswertes über den Wald und seine Tiere zu erfahren.

An der Küste ist der Druck auf den Wald immer wieder groß.“

Bernhard

von Finckenstein,

Forstamtsleiter

Damit haben dann die Forstleute wieder ihren Teil dazu beigetragen, dass der Wald und auch der Billenhäger Forsthof als „ein Stück Heimat“ erkennbar wird. Das ist nämliche die Zielsetzung von Bernhard von Finckenstein, dem Leiter des Forstamtes Billenhagen. Und das schon seit zehn Jahren, denn so lange gibt es jetzt bereits die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern. „Alles hat mit einem recht umständlichen Wort begonnen“, sagt von Finckenstein, „nämlich Landesforstanstaltserrichtungsgesetz.“ Mit ihm wurde die Landesforst zu einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, „der dann 190 000 Hektar Wald zur gemeinwohlorientierten Bewirtschaftung übertragen wurden“, sagt von Finckenstein. Er selbst war während einer Abordnung nach Schwerin darin beteiligt, die Landesforstämter vorzubereiten.

Die Billenhäger sind nun für 20000 Hektar Wald verantwortlich. Er gehört zum Teil dem Land, der Stadt Rostock, der Stadt Ribnitz-Damgarten, einigen großen privaten Waldbesitzern und vielen Eigentümern von kleineren Waldflächen. „Problematisch sind bei uns die Wälder in der Nähe der Küste“, sagt von Finckenstein, der die vielen Begehrlichkeiten auf diese Grundstücke kennt. „Bislang ist es uns aber gelungen, die Wälder in Küstennähe zu bewahren“, sagt der Forstamtsleiter, zu dessen Bereich der Küstenstreifen zwischen Stolteraa und Dierhagen gehört. „Überall dort ist der Druck auf den Wald groß“, so von Finckenstein. Der Schutzstatus des Küstenwaldes richte sich auch nach dem Landeswaldgesetz.

Damit hat der Forstamtsleiter auch schon beschrieben, in welcher Lage sich das Forstamt befindet: „Wir sind immer auf der Suche nach einem Kompromiss“, sagt er. „Da ist auf der einen Seite der Bürgermeister, der den Wald für den Tourismus haben will, da sind die Interessen des Naturschutzes, aber es gibt auch den Sägewerkbesitzer, der sein Holz haben will, und der Jäger ist auch noch da .

. .“ Sie moderieren also alles im und um den Wald herum.

Für alles, was die Forstamtsmitarbeiter als Behörde erledigen, gibt es Geld vom Land, auch für die Waldpädagogik und für die Beratung der privaten Waldbesitzer. Aber sie müssen auch dafür sorgen, dass sie Geld verdienen. „Beispielsweise, um unsere Mitarbeiter hier zu bezahlen und um das Haus zu unterhalten“, sagt von Finckenstein — und dazu müssen sie Holz verkaufen. „Da gibt es schon manchmal Anwürfe dagegen, wie wir das machen“, sagt der Forstamtsleiter, „aber wir machen das nachhaltig“. Nach einem Einschlag im Wald sehe es immer schrecklich aus, „aber wir pflanzen auch wieder Bäume“. Mittlerweile „haben wir einen großen Rückhalt in der Bevölkerung“, sagt Bernhard von Finckenstein. Dieses Vertrauen ist ihm wichtig, „deswegen erklären es meine Mitarbeiter den Bürgern immer wieder und wir laden zu vielen Veranstaltungen ein“. Da können die Forstleute auch verdeutlichen, wohin ihre Arbeit gehen soll, denn einen großen Vorteil haben die Landesforstämter: „Die Ziele sind klarer geworden“, sagt von Finckenstein. Klare Ziele hat auch die Kindergarten-Gruppe draußen: Nach dem Setzen der Winterlinde geht es in den Wald — um etwas zu lernen bei den Förstern.

Umbau braucht Fachleute und viel Zeit

Weg von der Fichte und hin zu den Laubbäumen — das ist die Maxime, nach der Forstamtleiter Dr. Bernhard von Finckenstein und seine Leute den „Wald umbauen“ wollen. Denn: „Wir gehen davon aus, dass der Klimawandel einen erheblichen Einfluss auf die Stabilität der Wälder haben wird“, sagt er. Deswegen müsse man sich mit diesem Thema nun auseinandersetzen, „weil wir jetzt die Bäume für unsere Enkel und Urenkel pflanzen“, sagt er. Dies will gründlich überlegt sein. Der Forstwirt habe es im Hinblick auf den Klimawandel schwerer als der Landwirt, der jedes Jahr erneut säen könne. Vor dem Hintergund dieser Entwicklung sei es wichtig, auch in den nächsten zehn Jahren stabil zu bleiben, sagt von Finckenstein. Er brauche für diese Aufgabe Mitarbeiter, die sich an ihren Standorten auskennen und die richtigen Entscheidungen treffen könnten. Es dauere lange, einen Wald kennenzulernen und die richtige Plätze für die richtigen Anpflanzungen auszuwählen. Aber in diesen Fragen ist Finckenstein ebenso zuversichtlich wie im Hinblick auf die Holzpreise. Gleichwohl könne es ihm und seinen Leute das Leben erleichtern, „wenn wir weltweite Zertifizierungen haben“, sagt der Forstamtsleiter. In anderen Ländern, die Holz erzeugen, seien die ökologischen Standards nicht so hoch wie in der Bundesrepublik.

Von Michael Schißler

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