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Spielzeit in Gefahr: Theater ohne Führung

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Spielzeit in Gefahr: Theater ohne Führung

Bis Ende April ist noch alles durchgeplant. Doch was danach am Volkstheater gespielt wird, ist völlig offen. Die Planungen für die neue Spielzeit sind zum Erliegen gekommen.

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Werden dem Theater wochenlang fehlen: Intendant Sewan Latchinian (li.) und Geschäftsführer Stefan Rosinski.

Quelle: Ove Arscholl / Montage: Olaf Maaß

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Bis Ende April ist noch alles durchgeplant. Doch was danach am Volkstheater gespielt wird, ist völlig offen. Die Planungen für die neue Spielzeit sind zum Erliegen gekommen. Und daran wird sich auch vorerst nichts ändern: Die Bühne stürzt immer tiefer ins Chaos, ist seit Wochenbeginn komplett führungslos und handlungsunfähig. Nach Intendant Sewan Latchinian hat sich nun auch Geschäftsführer Stefan Rosinski abgemeldet. Er ist ebenfalls krankgeschrieben, bis Ende des Monats. Stellvertreter gibt es nicht. Rechnungen bleiben liegen, neue Verträge werden nicht unterschrieben.

Theater bleibt Millionen-Zuschussgeschäft

152,87 Euro an Subventionen schießen die öffentlichen Kassen für jede verkaufte Eintrittskarte am Volkstheater zu.

8,8 Millionen Euro gibt allein die Hansestadt Rostock im Jahr 2016 für das Theater. 2018 sollen es nur noch 8,4 Millionen Euro sein.

Aufsichtsratschefin Eva-Maria Kröger (Linke) spricht von einer „Lähmung“ des Volkstheaters. „Der Betrieb ist gefährdet. Die Planungen für die neue Spielzeit sind massiv in Verzug.“ Das hätten die Sparten-Leiter dem Aufsichtsrat bestätigt — entgegen anders lautender Aussagen Latchinians. Nach OZ-Informationen liegt der Planungsstand für das neue Programm, das ab Herbst gespielt werden soll, bei gerade mal drei Prozent. Kröger sieht die Schuld an der Misere bei Oberbürgermeister Roland Methling (UFR): „Das Volkstheater braucht dringend eine künstlerische Leitung.“

Doch dass Latchinian diese Aufgabe noch meistern wird, glaubt selbst im Kontrollgremium niemand mehr: Aufsichtsrat und auch der Hauptausschuss der Bürgerschaft hatten Methling aufgefordert, mit dem Intendanten Gespräche über eine Vertragsauflösung zu führen. Doch der OB lehnt ab, hält öffentlich an Latchinian fest. „Methling muss dringend regeln, wer nun die künstlerischen Entscheidungen treffen darf“, so Kröger. Und: „Es wundert mich nicht, dass beide Geschäftsführer krank sind. Die vergangenen Monate waren ein Höllenritt — für das ganze Haus. Es wird Zeit, dass der OB reagiert.

Sonst gerät das Theater auch wirtschaftlich in Schieflage.“

Sybille Bachmann (Rostocker Bund), ebenfalls Aufsichtsrätin des Theaters, spricht von einem „Drama“. Auch sie fordert die Trennung von Latchinian: Mitte März sollen die Gremien der Stadt erneut darüber entscheiden. Thoralf Sens (SPD) sagt: „Wir brauchen dringend Regelungen, wer jetzt die Arbeit im Volkstheater machen soll.“

Methling hingegen weist die Schuld an der Misere von sich: Die Lage am Theater sei vielmehr „eine Bankrotterklärung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat“. Die — und nicht er — hätten es versäumt, Vertretungsregelungen zu treffen. „Es entspricht der Polemik und Tatsachenverdrehung, wenn hier schon wieder nach dem Gesellschaftervertreter gerufen wird, statt endlich die Arbeit zu leisten, die vereinbart wurde und auch entsprechend vergütet wird.“ Methling weiter: „Auch ein Theater ist keine Zwei-Mann-Show. Der Aufsichtsrat wäre klug beraten, endlich seine Arbeit zu tun und sich nicht länger mehrheitlich als Verstärker der Interessen Einzelner zu begreifen!“ Die Kontrolle der Arbeit des Intendanten habe das Gremium „sträflich vernachlässigt“.

Von Andreas Meyer

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