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Behindertensportler begeistern beim 28. Jugend-Länder-Cup

Rostock Behindertensportler begeistern beim 28. Jugend-Länder-Cup

140 Teilnehmer aus zehn Bundesländern starten in Rostock. MV wird Dritter. Förderung des Behindertensports wird ausgebaut.

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Die Jugendlichen hatten beim Beachsoccer in Warnemünde jede Menge Spaß. Fotos (3): Stefan Ehlers

Rostock. Großer Jubel brandete im VIP-Raum des Rostocker Ostseestadions auf. Die Behindertensportler aus Mecklenburg-Vorpommern mischten beim 28. Jugend-Länder-Cup ganz vorne mit. 100 Euro Prämie und ein Pokal waren der Lohn für Rang drei hinter den siegreichen Brandenburgern und dem Team aus Hessen. Insgesamt 140 Sportler aus zehn Bundesländern kämpften um sportliche Bestleistungen im Judo, Tischtennis, Leichtatletik-Mehrkampf und Schwimmen.

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140 Teilnehmer aus zehn Bundesländern starten in Rostock. MV wird Dritter. Förderung des Behindertensports wird ausgebaut.

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Die Atmosphäre und das Rahmen- programm haben alle sehr positiv angenommen.“Monika Knauer, VBRS-Geschäftsführerin

„Es waren drei tolle Tage. Die Atmosphäre unter den Sportlern und das bunte Rahmenprogramm haben alle sehr positiv angenommen“, sagte Dr. Monika Knauer. Die Geschäfstführerin des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitionssport (VBRS) organisierte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportbund (DBS) und der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) das Event im Nordosten der Republik.

Der sportliche Aspekt wurde durch ein vielseitiges Freizeitprogramm umrahmt. So ging es für die Athleten zum Strand nach Warnemünde, wo die Aktiven sich in unterschiedlichen Beachsportarten ausprobieren konnten. Unterstützt wurden die Verbände durch engagierte Schüler des Christophorus-Gymnasiums (CJD).

Auch die großen Vorbilder der paralympischen Sportler waren hautnah dabei. Simone Briese-

Baetke (TuS Makkabi Rostock), die 2012 bei den Paralympics in London Silber im Rollstuhlfechten gewonnen hatte, entzündete am Eröffnungsabend die „olympische Flamme“ und plauderte in lockerer Runde mit jungen Athleten und Kampfrichtern. Ihre Teamkollegin Sylvi Tauber gab an der Stoßwand Tipps zur Treffsicherheit. Gleich nebenan kümmerten sich der aus Schwerin stammende Torben Schmidtke, der vor vier Jahren als Zweiter über 100 Meter Brust geglänzt hatte, und die ebenfalls für Rio qualifizierte Denise Grahl (Hanse SV), um die Schwimm-Talente und standen anschließend in einer Fragerunde Rede und Antwort. „Sie haben erklärt, was eine gute Technik ausmacht und worauf die Kinder achten sollten. Das war eine Supersache“, meinte Schwimm-Trainer André Wilde.

Ein Abend stand im Zeichen der vielfältigen Begegnungen im Paralympischen Jugenddorf. Während im großen Saal die EM-Spiele übertragen wurden, bot ein Team des MV-Verbandes Schnupperangebote im Rollstuhlbasketball, -fechten und Trommeln an. Jugendliche zockten am Kickertisch. Auf dem Hinterhof des Hotels Sportforum wurde auch gegrillt. Beim Mobilitätstraining lernten Mädchen und Jungen im Rollstuhl den sicheren Umgang mit Hindernissen.

Der Jugend-Länder-Cup steht im Zeichen verstärkter Bemühungen, Rostock als paralympischen Stützpunkt zu etablieren und auszubauen. Ein erster Schritt ist beispielsweise der Wechsel des sehbehinderten Schwimmtalents Nele Labudda (13) aus Schleswig-Holstein nach Rostock. Sie wird in Zukunft das CJD besuchen.

DREI FRAGEN AN...

1 Herr Kästner, Sie sind nun seit drei Wochen als Vizepräsident des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport im Amt. Wie kam es zu Ihrem Engagement? Ich wurde gefragt, ob ich das machen möchte und hab nicht lange überlegen müssen. Als Schulleiter des Christophorus-Gymnasiums habe ich in den vergangenen Monaten eine enge Beziehung zum Landesverband aufgebaut und möchte nun dabei helfen, den Sportstandort Rostock in paralympischen Disziplinen zu stärken.

2Welche Maßnahmen wurden in diesem Zusammenhang bereits angeschoben, insbesondere an Ihrer Schule? Am Christophorus-Gymnasium haben wir das Thema Inklusion ganz oben auf der Agenda. So bauen wir unser Internat behindertengerecht um und wollen so die Gegebenheiten schaffen, auch im Behindertensport weitere Talente nach Rostock holen zu können. Darüber hinaus bauen wir auf unserem Schulgelände eine neue Turnhalle, die dann vorwiegend von den Goalballern des RGC Rostock genutzt wird. Das Innenministerium unterstützt uns bei dem Vorhaben.

3Sie konnten mit Nele Labudda ein Schwimmtalent aus Schleswig-Holstein nach Rostock holen. Welche Bedeutung hat so ein Schritt? Für uns ist das enorm wichtig. Es ein tolles Zeichen an den Schwimmstandort Rostock. Wir haben den Antrag gestellt, das Schwimmen in der Hansestadt zum paralympischer Stützpunkt wird. Nele ist stark sehbehindert und wird nach den Ferien bei uns beschult. Das bedeutet vor allem, dass wir im Bereich Inklusion besondere Herausforderungen zu bewältigen haben. Für eine individuelle Förderung bauen wir die Räume um, bilden die Lehrer weiter und sensibilisieren unsere Schüler für einen offenen Umgang. Unsere Jugendlichen sind dabei sehr aufgeschlossen. René Warning

René Warning und Stefan Ehlers

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