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Bogenschützen von Lok Rostock bangen um ihre Zukunft

Rostock Bogenschützen von Lok Rostock bangen um ihre Zukunft

ESV-Vereinsgelände verkauft / WG-Warnow-Chef beruhigt: Sportler bleiben

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Bogenschützen des ESV Lok Rostock während eines Wettkampfes auf dem Gelände am Damerower Weg FOTO: PRIVAT

Rostock. Guido-Frank Hesse, Vorstandsvorsitzender vom Eisenbahner Sportverein (ESV) Lok Rostock, schwankt derzeit zwischen Hoffen und Bangen. „Bogensport ist in Rostock und ganz Deutschland sehr beliebt“, sagt der 46-Jährige. „Und das wird auch langfristig so bleiben“, ist er überzeugt. Doch ob das auch in Rostock für die knapp 100 Mitglieder des ESV Lok so sein wird, scheint seit ein paar Wochen unsicher.

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ESV-Vereinsgelände verkauft / WG-Warnow-Chef beruhigt: Sportler bleiben

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Hier könnte

richtig was

verloren gehen. ESV-Abteilungsleiter

Bernd Krüger

Das Grundstück, auf dem die Eisenbahner aktiv sind, wurde nämlich an einen neuen Eigentümer verkauft. Die Wohnungsgenossenschaft (WG) Warnow hat das Terrain von einer privaten Erbengemeinschaft erworben. Über den neuen Vermieter sind Hesse und der ESV erst mal nicht unglücklich.

Für die nächsten ein bis zwei Jahre sei gewährleistet, dass die Bogenschießanlage weiter betrieben wird. Abteilungsleiter Bernd Krüger meint: „Ein anderer Vermieter hätte uns die Anlage wahrscheinlich sofort weggenommen und wir könnten dort jetzt nicht mehr schießen.“ Die WG Warnow habe allerdings zugesichert, dass die bisherigen Pachtverträge im Großen und Ganzen übernommen werden.

Verpflichtet ist das Wohnungsunternehmen dazu nicht.

„Das Gelände Pulverturm 11, zu dem auch der Schießplatz des ESV Lok Rostock gehört, haben wir im Rahmen mehrerer Grundstückssicherungsmaßnahmen gekauft. Als Wohnungsgenossenschaft sind wir immer daran interessiert, neue Bebauungsflächen zu erwerben“, sagt Hagen Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender der WG. Insgesamt umfasst die Fläche in der Südstadt 30000 Quadratmeter. Konkrete Bebauungspläne, so Hildebrandt, gebe es jedoch noch nicht. „Es kann sein, dass der Verein seinen Schießplatz auch noch in 20 Jahren nutzt. Das hängt von der Stadtentwicklung in Rostock ab“, erklärt der Immobilienexperte und fordert: „Doch erst mal müssen die Lok-Verantwortlichen den überarbeiteten Pachtvertrag unterzeichnen, der ihnen vorliegt.“

Das wollte Klubchef Hesse gestern noch machen. Seine Ungewissheit bleibt allerdings: Wie geht’s mit dem Bogenschießen langfristig weiter? „Wir sehen ja, wie viel derzeit neu gebaut wird. Natürlich befürchten wir, dass eines Tages Wohnungen auf dem Grundstück stehen“, meint Hesse.

Der Verlust der Anlage wäre eine große Katastrophe für viele Bogenschützen in Rostock. Seit 40 Jahren wird auf dem Platz am Damerower Weg geschossen. Er gehört mit 12000 Quadratmetern zu den größten in Mecklenburg- Vorpommern. „Hier könnte richtig was verloren gehen“, befürchtet Bernd Krüger, der seit Jahrzehnten dabei ist. Eine Ersatzfläche gebe es in Rostock nicht, wurde dem Verein unlängst vom Stadtsportbund mitgeteilt.

Dabei machen die ESV-Schützen beste Werbung für die Hansestadt. Sie sind auch bei deutschen Meisterschaften immer wieder vertreten. Im vergangenen Jahr konnten im Jugendbereich sogar zwei Bronzemedaillen gewonnen werden. „Das zeigt, wie viel Potenzial in diesem Klub steckt“, verdeutlicht Hesse mit Stolz. Es geht aber nicht nur darum, gute Leistungen abzurufen.

Hesse und Krüger betonen, dass viele Mitglieder durch das Schießen „einfach mal den Kopf freikriegen wollen“. Die Aktiven müssen sich total fokussieren, brauchen ein ruhiges Händchen. Dabei können die Schützen gut vom Alltag abschalten und viel Stress abbauen.

Estrid Albrecht, ESV-Schützin und Vorstandsmitglied, schwärmt zudem vom großen Zusammenhalt in der Truppe: „Zwischenmenschlich ist hier eine sehr angenehme Atmosphäre. Das ist etwas ganz Besonderes“, betont sie. 15 Neuanmeldungen gibt es schon für den nächsten Anfängerkurs in der neuen Saison. Auch daran ist zu erkennen, dass der Zuspruch für den Bogensport in Rostock zunimmt.

Marten Vorwerk und Tommy Bastian

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