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Coach Heiner Bittorf: Wir werden nicht nachlassen

Rostock Coach Heiner Bittorf: Wir werden nicht nachlassen

Der 28-Jährige spricht im OZ-Interview über die bislang starke Rückrunde des SV Pastow in der Verbandsliga und Ziele für die neue Saison

Rostock. Mit zuletzt 17 Punkten aus acht Spielen verbesserte sich der SV Pastow (28:48 Tore, 28 Punkte) in der Fußball-Verbandsliga auf den zehnten Tabellenplatz. Bei noch sieben ausstehenden Partien und 13 Zählern Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz können die Rand-Rostocker für eine weitere Saison in der höchsten MV-Spielklasse planen. Trainer Heiner Bittorf, der gestern 28 Jahre alt wurde, gibt sich aber nicht zufrieden. Er fordert im OZ-Interview noch zwei Siege für den Klassenverbleib.

 

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Erfolgreich: Trainer Heiner Bittorf trainiert mit dem SV Pastow das fünftbeste Team der Verbandsliga-Rückrunde.

Quelle: Foto: Johannes Weber
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Coach Axel Rietentiet

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Nach der 0:3-Heimniederlage zum Jahresauftakt gegen Einheit Ueckermünde hat Ihre Mannschaft von den vergangenen acht Spielen nur eins verloren. Wo sehen Sie die Gründe für den Aufschwung?

Heiner Bittorf: Ich zähle das letzte Spiel im vergangenen Jahr in Görmin (1:2/d. Red.) als prägendes Ereignis dazu, als wir mehr als bitter verloren haben. Diese Niederlage, aber auch das 0:3 gegen Ueckermünde haben uns an der Ehre gepackt. Danach ging ein Ruck durch das Team.

Was macht Ihr Team seitdem besser?

In der Hinrunde haben wir meist versucht, das Spiel zu machen. Oftmals blieben die Ergebnisse aus. Ich habe mir dann viele Gedanken gemacht. Wir haben unsere Art geändert, Fußball zu spielen, kommen seitdem über mannschaftlich geschlossene Abwehrarbeit. Jeder läuft für den anderen. Dies führt zu Ballgewinnen, die wir höchst effektiv in Tore ummünzen. Mit viermal Training in der Woche betreiben wir hohen Aufwand. Unsere Test- und Heimspiele lassen wir aufzeichnen und analysieren in der Videoanalyse unsere Fehler. Es freut mich, dass die vielen Maßnahmen mit Erfolg belohnt wurden.

Wie haben Sie Ihre ersten Monate als Coach eines Männerteams erlebt?

Anfangs war es eine große Umstellung. Ich hatte zuletzt eine C-Jugend trainiert, die ich bereits im F-Junioren-Bereich übernommen hatte. In mir steckt noch ein wenig der Nachwuchstrainer, weil ich erneut eine junge Mannschaft betreue. Probleme haben wir besonders deshalb, weil wir nach vielen Abgängen im Sommer einige Fehler bei den Personalplanungen gemacht haben.

Welche Fehler meinen Sie?

Wir haben zu spät begonnen, uns um adäquate Zugänge zu kümmern und dann viele Experimente gewagt, die sich nach kurzer Zeit erübrigt hatten. Bei einigen Spielern waren das Potenzial, Verbandsliga zu spielen, und der Wille, sich im Team unterzuordnen, nicht vorhanden. Ich musste die Liga, vor allem aber meine Mannschaft erst besser verstehen.

Ein vorzeitiger Klassenverbleib wäre für Ihre Planungssicherheit sicher sehr wichtig.

Absolut! Ich möchte mich dazu allerdings noch bedeckt halten. Mit Tom Bockholt (aktuell noch RFC/ d. Red.) steht bereits ein Zugang fest. Ich freue mich sehr, dass er kommt. Mit ihm verbringe ich seit Kindesalter größtenteils meine Fußballzeit. Ich bin mir sicher, dass ihm weitere Spieler mit Qualität folgen werden, wenn wir sportlich erfolgreich bleiben.

Welche langfristigen Ziele haben Sie mit dem SV Pastow?

Ich will mich mit dem Klub in der Verbandsliga etablieren. Wir haben eine tolle Infrastruktur und wunderbare Trainingsbedingungen. Der Verein wird von vielen Leuten großartig unterstützt. Höhere Ziele zu definieren, wäre allerdings vermessen.

Nach dem Sieg in Hagenow haben Sie 13 Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone. Wie sicher fühlen Sie sich?

Wir fühlen uns schon gut mit dem Polster. Allerdings fehlen noch ein bis zwei Siege, damit wir uns komplett sicher sein können. Wir werden bis zum Schluss nicht nachlassen. Am Sonnabend wartet im Heimspiel gegen den Tabellendritten MSV Pampow eine schwierige Aufgabe auf uns.

Ligakontrahent Rostocker FC sorgte mit der Verpflichtung von Axel Rietentiet als Cheftrainer für Aufsehen. Wie bewerten Sie diesen Schritt?

Es steht mir nicht zu, die Arbeit des Rostocker FC groß zu bewerten. Mit der Verpflichtung von Axel Rietentiet will der RFC nach mehreren Versuchen, oben mitzuspielen, sicher den nächsten Angriff starten. Ob das gelingt, werden wir sehen. Ich wünsche ihnen dabei viel Erfolg!

Neu-Coach Axel Rietentiet peilt mit dem Rostocker FC die Oberliga an

Am Montag vermeldete Fußball-Verbandsligist Rostocker FC die Verpflichtung von Axel Rietentiet als Chefcoach für die neue Saison (die OZ berichtete). Gestern äußerte sich Rietentiet dazu, warum er in die Hansestadt zurückkehrt, wo er bis Ende 2013 Hansa II trainiert hatte. „Ich wohne in Rostock und will nicht mehr durch die Weltgeschichte reisen“, meint Rietentiet.

Der Familie zuliebe will er an der Ostseeküste bleiben. Aktuell coacht der frühere Oberliga-Spieler des FC Hansa, der 1991 zum Team des Meisters und Bundesliga- Aufsteigers gehörte, den Regionalligisten FC Schönberg 95. Die Westmecklenburger ziehen ihr Team jedoch zum Saisonende aus finanziellen Gründen aus der vierten Liga zurück.

In seinem zukünftigen Klub sieht Rietentiet viel Potenzial. „Wenn man aktuell mit einem Fußballklub in Rostock was erreichen kann, dann mit dem RFC“, betont der 47-Jährige. Mit dem Traditionsklub will er in den nächsten drei Jahren in die Oberliga aufsteigen. „Wir wollen das Ziel ohne Druck angehen. In der kommenden Saison wollen wir das Niveau in der Verbandsliga mitbestimmen.“ Gut möglich, dass dem Trainer auch Akteure aus Schönberg folgen werden. Rietentiet: „Ich möchte den aktuellen RFC-Kader jedoch nicht komplett umkrempeln, da sind gute Jungs dabei.“

Interview: Johannes Weber

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Rostock

Fußball-Verbandsligist Rostocker FC (6. Platz, 37 Punkte) hat einen Lauf. Der Traditionsklub gewann die vergangenen drei Partien.

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