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Desolater Platz: Hockeyspieler bangen um Heimstätte

Rostock Desolater Platz: Hockeyspieler bangen um Heimstätte

Die HSG Uni Rostock muss 2018 alle Partien auswärts bestreiten / Neuer Kunstrasen kostet 300 000 Euro / Am 18. November startet die Wintersaison

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Mittendrin: Heinz-Uwe Krümmling mit Spielerinnen der weiblichen B-Jugend. FOTOS (2): STEFAN EHLERS

Rostock. Ein milder Novembertag im Rostocker Stadtteil Lütten Klein. Jugendliche spielen im Sportkomplex Danziger Straße Fußball. Eine Joggerin dreht auf der Tartanbahn ihre Runden. Dunkle Wolken ziehen auf – passend zum Bild, das sich auf dem Hockeyplatz gleich nebenan bietet. Der 16 Jahre alte Kunstrasen ist mehrfach geflickt. Etliche Nahtstellen gehen auf. Auf dem Spielfeld wachsen Löwenzahn und Unkraut. „Der Platz ist vermoost und verdreckt ohne Ende“, sagt Heinz- Uwe Krümmling, Abteilungsleiter der HSG Uni Rostock.

In diesem Jahr habe er die auswärtigen Mannschaften noch überreden können, auf dem maroden Platz zu spielen, erzählt der 62-Jährige. „Ich glaube aber nicht, dass es mir noch mal gelingen wird.“

Krümmling kennt die Problematik genau. Wird der Platz gewässert, „haben wir eine Schlammwüste, auf der man ausrutscht. Wenn wir nicht wässern, stolpert man und zieht sich Verbrennungen zu.“

Nach Lage der Dinge werden die sechs Teams der HSG in der kommenden Saison ihre Partien allesamt auswärts bestreiten.

„Das ist ein Problem mit dem Platz, zumal im kommenden Jahr die Jugendsportspiele in Rostock stattfinden“, sagt Jürgen Neumann (Güstrow), Präsident des 728 Mitglieder zählenden Hockey-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Thematik Kunstrasenplatz sei auch den Stadtvertretern bekannt, sagt Heinz-Uwe Krümmling. Bereits im März habe er ein Gespräch mit Verantwortlichen geführt. Ein neuer Kunstrasenplatz kostet 300000 Euro. Die Fördergelder sind beantragt. „Das ist alles im Fluss“, berichtet der frühere DDR-Nationalspieler (10 Einsätze). Doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

120 Mitglieder im Alter von fünf bis 62 Jahren trainieren in der Sporthalle gleich nebenan. Die Vorbereitung auf die am 18. November beginnende Hallensaison hat längst begonnen.

„Wir haben durch Mundpropaganda guten Zulauf und sind wie eine Riesenfamilie“, sagt Krümmling nicht ohne Stolz. Der Monatsbeitrag für Erwachsene beträgt 15 Euro, Kinder zahlen 10. „Wenn ein Kind jedes Training mitmacht, kommt man auf 63 Cent pro Stunde“, rechnet Krümmling vor.

Der 62-Jährige ist der „Chef vom Ganzen“ – Abteilungsleiter, Trainer, Spieler und Schiedsrichter-Obmann des Landesverbandes. Der in der ostdeutschen Hockey-Hochburg Osternienburg geborene Krümmling, den im Verein alle „Krümel“ nennen, kam 1976 zum Studium nach Rostock.

Dem Sport zuliebe reduzierte der bei einer Entsorgungsfirma tätige Chemiker 2013 seine wöchentliche Arbeitszeit auf 20 Stunden. „Seitdem habe ich eine 60-Stunden-Woche“, meint Krümmling und lächelt. Ob zum Training oder zu den Punktspielen – der frühere Bundesliga-Schiedsrichter ist nahezu täglich in der Sporthalle zu Gast. Ehefrau Angelika, mit der er seit 40 Jahren verheiratet ist, habe Verständnis für seine Hockey-Leidenschaft, erzählt der Vater zweier erwachsener Töchter.

Der Enthusiasmus zahlt sich aus. Die HSG-Damen und zwei Mädchen-Teams wurden Vizelandesmeister, die Jungs freuten sich über dritte Plätze.

Auch Krümmling gewann im Sommer Bronze – bei der Ü-60-Euopameisterschaft. Über Osternienburger Kontakte spielte er bei der Nationalmannschaft vor. Im Mai erhielt Krümmling eine SMS von Auswahltrainer Thomas Dauner. „Du bist im A-Team!“, schrieb der Stuttgarter. Krümmling flog mit der deutschen Auswahl nach Glasgow, die den Medaillengewinn am 27. August – Krümmlings 62. Geburtstag – perfekt machte. Der Rostocker hat Lust auf mehr. Nächstes Jahr stehen die Weltmeisterschaften in Barcelona an. Eines ist sicher: In Spanien wird auf Top-Plätzen gespielt.

1911 fand in Rostock das erste Hockey-Spiel statt

728 Mitglieder zählt der Hockey-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Größter Verein ist der ATSV Güstrow mit gut 200 Mitgliedern. Darüber hinaus wird bei der HSG Uni Greifswald, bei der HSG Uni Rostock, dem Schweriner SC, dem Stralsunder HC und dem im Vorjahr gegründeten SKV Müritz

Hockey gespielt.

1911 fand in Rostock das erste Hockey-Spiel statt. Die Partie gegen den Uhlenhorster HC (Hamburg) ging mit 0:8 verloren. Zu den ersten Aktiven gehörte Friedrich-Wilhelm Rahe, der auch im Tennis zur deutschen Spitzenklasse zählte. 1913 wurde der Rostocker Hockey-Club gegründet.

Stefan Ehlers

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