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Dierkower Elche vom Thron gestoßen

Dierkower Elche vom Thron gestoßen

Rostocker Rugby-Spieler unterliegen im Landespokal gegen Wismar und den späteren Sieger aus Greifswald

Hornstorf/Rostock. Die Rugby- Spieler der Dierkower Elche aus Rostock haben am Sonnabend die Titelverteidigung beim 7. MV-Cup verpasst. Sie unterlagen in Hornstorf bei Wismar sowohl den gastgebenden Wismar Freibeutern als auch dem Turnierfavoriten und späteren Sieger, der Auswahl der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und belegten den dritten Rang.

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Rostocker Rugby-Spieler unterliegen im Landespokal gegen Wismar und den späteren Sieger aus Greifswald

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„Im vergangenen Jahr konnten wir noch in Greifswald triumphieren, doch die Konkurrenz der Freibeuter und der Hochschulsportgruppe der Universität Greifswald zeigte sich stark verbessert“, meinte Elche- Spielertrainer André Goeda ein wenig enttäuscht.

Im Auftaktspiel traf seine Mannschaft auf Wismar und wusste gar nicht, wie ihr geschah. Gespielt wurde in der ungewohnten Zehner-Variante des Rugby – also mit lediglich 10 anstatt 15 Feldspielern.

Die Hausherren dominierten sämtliche Standardsituationen und liefen mit den gewonnenen Bällen einen Angriff nach dem anderen. Bitter für Rostock: Innerhalb der ersten zehn Minuten verletzten sich drei Spieler, die auf Schlüsselpositionen eingesetzt wurden. „In der Folge mussten wir dann umstellen und improvisieren“, haderte Goeda.

Rugby-Neuling Robin Hollinski fand als einziger Elche-Akteur zur Normalform. Er legte mit einer sehenswerten Einzelaktion den einzigen Versuch der Elche und überzeugte in der Verteidigung mit blitzschnellen Tacklings. „Robin war aus Rostocker Sicht der Mann des Turniers“, lobte Goeda. Doch Hollinskis starke Leistung reichte nicht. Die Rostocker unterlagen Wismar mit 7:13. „Bei etwas mehr Ordnung und präziserer Abstimmung wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen. So hat es nicht gereicht“, betonte André Goeda.

Anschließend waren die ersatzgeschwächten Rostocker gegen Greifswald gefordert. Mit beherztem Einsatz trugen die kräftigen Stürmer von der Warnow den Ball Meter um Meter an das Malfeld der Greifswalder heran. Goeda nutzte eine Unachtsamkeit in der pommerschen Defensive und legte das Spielgerät zur 5:0-Führung ab.

Fortan steigerten sich die Greifswalder Studenten und setzten die wackelige Elche-Verteidigung unter Druck. Die Männer vom Bodden erzielten nach individuellen Rostocker Fehlern drei Versuche zum 19:5 und drehten damit das Ergebnis.

Trotz des deutlichen Rückstands gaben sich die Rostocker nicht geschlagen. Andreas Bahr, der auf der für ihn ungewohnten Verbinderposition spielte, verkürzte per Dropgoal für die Elche auf 8:19. Kurz vor Schluss betrieben die Rostocker mit einem erfolgreichen Versuch von Alexander Komorowski zum 13:19 noch Ergbniskosmetik. Zu einer erneuten Wende in der Partie war es jedoch zu spät und der Traum von der Titelverteidigung geplatzt.

„Wir sind mit einer bunten Truppe aus Rugby-Anfängern und alten Herren nach Wismar gefahren und hatten auf mehr Fortune gehofft. Doch haben uns im ersten Spiel die verletzungsbedingten Wechsel total aus der Bahn geworfen. Anschließend dauerte es zu lange, bis wir ansehnliches Rugby zeigen konnten“, ärgerte sich Elche-Kapitän Andreas-Don Rohde. „Nächstes Jahr müssen wir den Pott eben wieder vom Bodden zurück an die Warnow holen“, sagte Rohde mit Blick auf die achte Auflage des MV-Cups im kommenden Jahr.

In der entscheidenden Begegnung um den Turniergewinn besiegten die Greifswalder Studenten das Team aus Wismar dann hochverdient mit 14:0 und stemmten wenig später jubelnd den Landespokal in die Höhe.

Dierkower Elche in Hornstorf: Schleifer, Salazar, Goeda, Lange, Apel, Rohde, Becker, Bahr, Knauf, Sommer, Hollinski, Komorowski, Dwars.

Im regulären Spielbetrieb der Verbandsliga Nord waren Rostock, Wismar und Greifswald in der abgelaufenen Saison als Rugby-Spielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG MV) gemeinsam angetreten und belegten den fünften Tabellenplatz. Im letzten Saisonspiel besiegten sie den Hamburger SV mit 24:13, feierten damit den zweiten Erfolg hintereinander und verwiesen die Elbestädter auf den sechsten und letzten Platz.

„Es ist schön, dass wir die Saison mit zwei Siegen beenden konnten. Wenn wir nächste Saison von Beginn an mehr Konstanz in unser Spiel bringen, dann kann auch ein oberer Tabellenplatz anvisiert werden“, meinte der langjährige Kapitän Björn Sgodda, der sein Amt nun abgegeben hat. „Es hat mich sehr stolz gemacht, über viele Jahre dieses Team anzuführen. Jetzt sollen jüngere Semester ran“, sagt der 36-Jährige, der als Spieler weiterhin zur Verfügung steht.

Statistik

Ergebnisse der RSG MV in der Verbandsliga Nord: – Bremen 1860 II (H) 16:39, – RSG MV (A) 0:90, – FC St. Pauli III (A) 14:22, – Hamburger RC II (H) 10:17, – Bremen 1860 II (A) 0:53, – Hamburger SV (H) 20:31, – Union 60 Bremen II (H) 0:44, – FC St. Pauli III (H) 7:38, – Hamburger RC II (A) 26:12, – Hamburger SV 24:13 (A).

Tabelle:

1. Union Bremen II   10 365:155 38

2. Bremen 1860 II   9 315:109 35

3. FC St. Pauli III   9 266:131 32

4. Hamburger RC II   10 158:270 17

5. RSG MV   10 117:359 11

6. Hamburger SV     10 157:354  9

(Die Begegnung Bremen 1860 II – FC St. Pauli III musste am Sonnabend kurzfristig wegen eines Unwetters abgesagt werden. Ein Nachholtermin ist noch nicht bekannt.)

Tommy Bastian

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