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Echter Teamplayer lernt immer noch dazu

Rostock Echter Teamplayer lernt immer noch dazu

Hannes Hartung feiert mit Rollstuhlbasketballern zwei Siege

Rostock. Im Rollstuhl fahrend klatscht Hannes Hartung seine Teamkameraden ab. Der 17-Jährige und seine Mitspieler haben alle ein Lächeln im Gesicht. Sie haben auch allen Grund zur Freude, immerhin gewannen die Rollstuhlbasketballer der SG Rostock/Stralsund am Sonntag zwei Partien in der Regionalliga Nord (3. Liga) vor heimischer Kulisse.

Mit 30 erzielten Punkten in beiden Begegnungen war Hartung bester Werfer seiner Mannschaft. Der Teenager spielt, obwohl er keine Behinderung hat, seit seinem achten Lebensjahr Rollstuhlbasketball.

„Die Sportart hat mir von Beginn an sehr viel Spaß bereitet. Auch wenn ich jetzt schon länger spiele, lerne ich immer noch einige Sachen dazu“, verrät der Abiturient.

Für Hartung gestalteten sich die Anfänge schwierig. Seine geringe Körpergröße stellte ein großes Hindernis dar. „Als ich das erste Mal versucht habe zu spielen, ragten meine Füße gerade so über die Sitzfläche des Rollstuhls. Ich musste mich zunächst an das Fahren gewöhnen“, schildert der gebürtige Rostocker und fügt hinzu: „Als ich später meine ersten Körbe geworfen habe, war das ein großer Erfolg. Danach habe ich mich stetig weiterentwickelt.“

Beim Rollstuhlbasketball werden die Spieler einer Mannschaft nach dem Grad ihrer körperlichen Einschränkung mit einer Punktzahl klassifiziert. Die höchste Behinderungsstufe ist die 1,0.

Nichteingeschränkte Akteure erhalten mit der 4,5 den niedrigsten Einstufungswert. In einer Partie dürfen die fünf Feldspieler die Gesamtpunktzahl von 14 nicht überschreiten.

Hartung gehörte am Sonntag in seiner Mannschaft zu drei Spielern im Aufgebot, die keine Behinderung haben. Beim Heimspieltag in der Ospa-Arena trat der Youngster mit der SG Rostock/Stralsund zunächst gegen die Kieler Wheeler an. Auch dank seiner 18 geworfenen Punkte gewann die Spielgemeinschaft souverän mit 51:35 (30:18).

SG-Spieler Jens Müller freute sich über den Erfolg. „Es war überraschend, dass wir den Gegner so gut im Griff hatten“, meinte der 36-Jährige, der wenig später einen weiteren Sieg bejubeln durfte. Die Ostseestädter bezwangen die BG Baskets Hamburg III mit 63:46 (40:27). Durch die beiden Erfolge bleibt die Spielgemeinschaft auf Tabellenrang vier. „Mit der Platzierung können wir aktuell sehr zufrieden sein“, kommentiert Müller.

Einverstanden war der Rostocker auch mit den Leistungen seines Mitspielers Hannes Hartung. Müller bezeichnet den Jüngsten im Kader als „tollen Teamplayer“ und schätzt seine ruhige Art. „Er setzt die Dinge gut um, die wir ihm vorgeben.“

Über das Lob freut sich der mannschaftsdienliche Hartung. „Klar höre ich sowas gerne. Für mich steht dennoch stets das Team im Vordergrund“, betont der Elftklässler des Gymnasiums Reutershagen.

Dort schließt Hartung im nächsten Jahr sein Abitur ab. Wie es danach weitergehen soll, weiß er schon. „Ich möchte studieren, am liebsten etwas in Richtung Naturwissenschaften“, blickt der Schüler voraus.

Für die Zukunft wünscht er sich, dass mehr Zuschauer bei den Heimpartien zugucken. Oftmals müssen die Rollstuhlbasketballer lediglich vor zehn bis 15 Zuschauer spielen. „Es wäre schön, wenn mehr Leute zuschauen würden. Diese könnten unseren dynamischen Sport dann auch besser kennenlernen“, glaubt Hartung, der auch sportlich ehrgeizige Ziele hat. „Vielleicht schaffen wir es ja mal, eine Liga höher zu spielen. Das wäre eine super Sache.“

Johannes Weber

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