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Ex-Hanseaten rocken die Bundesliga

Ex-Hanseaten rocken die Bundesliga

Die A-Juniorenspieler Philipp Sander und Malte Schuchardt sprechen im OZ-Interview über ihr Leben im Nachwuchsleistungszentrum von Holstein Kiel und die Beziehung zu ihrem früheren Klub

Kiel/Rostock. Lange Zeit spielten Philipp Sander und Malte Schuchardt (beide 18) im Nachwuchs von Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock. Der Wechsel zum anderen Verein war für sie undenkbar. Doch irgendwann kamen sie in ihrem Heimatklub nicht mehr wie erwünscht zum Einsatz und suchten eine neue Herausforderung. Nun rocken sie mit der U 19 von Holstein Kiel die A-Jugend-Bundesliga, gewannen mit den Jung-Störchen zuletzt 4:1 bei RB Leipzig und sind nun Tabellenvierter.

Was bedeutet Ihnen der Überraschungserfolg in Leipzig?

Philipp Sander: Der Sieg bedeutet uns natürlich viel, denn Leipzig war der große Favorit. Es war eine klasse Mannschaftsleistung, vor allem in der Defensive.

Malte Schuchardt: Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Wir haben gezeigt, dass wir gegen eines der besten Teams in ganz Deutschland mithalten und sogar gewinnen können.

Wie erklären Sie die bislang starke Saison von Holsteins A-Junioren?

Philipp Sander: Wir sind immer sehr gut auf unsere Gegner eingestellt, haben einen Matchplan und arbeiten als Mannschaft sehr geschlossen. Die Balance im Team stimmt. Und momentan schaffen wir es einfach, unseren Plan durchzusetzen.

Malte Schuchardt: Wir funktionieren als Team super. Jeder rennt und kämpft für den anderen. Die mannschaftliche Geschlossenheit macht uns stark. Und wir werden von unserem Trainer auf jedes Spiel top eingestellt.

Was macht Holstein Kiel aus?

Philipp Sander: Eine sehr familiäre Stimmung. Der Teamerfolg steht über allem. Das Nachwuchsleistungszentrum von der KSV ist überragend. Die Trainings- und Spielbedingungen sind wesentlich besser als bei Hansa, aber auch im Vergleich zu Bundesliga-Klubs.

Malte Schuchardt: In Kiel ist alles viel familiärer. Es wird kein unnötiger Druck aufgebaut. Wir haben hier sehr, sehr gute Bedingungen.

Stichwort Hansa: Dort spielten Sie lange Zeit. Gibt’s noch Verbindungen?

Philipp Sander: Ja, klar. Eine Bindung zu diesem Verein wird immer vorhanden sein. Da bin ich groß geworden, habe sieben Jahre für den FC Hansa gespielt. Einige Freunde sind noch da, deshalb gucke ich auch bei dem ein oder anderen Spiel zu.

Malte Schuchardt: Ich habe seit der G-Jugend zehn Jahre lang für Hansa gespielt. Deshalb interessieren mich immer noch die Profis und meine alte Mannschaft. Mit ein paar Spielern halte ich Kontakt.

Wie kam’s zum Wechsel?

Philipp Sander: Der Wechsel kam vor allem durch den Abstieg der A-Jugend zustande. Ich wollte unbedingt mein Glück in der Bundesliga versuchen, weil ich da immer drauf hingearbeitet habe.

Malte Schuchardt: In Rostock wäre ich dritter Torwart in der A-Jugend-Regionalliga gewesen. In Kiel konnte ich erster Torwart in der Bundesliga werden und in der höchsten Spielklasse in Deutschland spielen.

Wie schwierig oder leicht war damals die Entscheidung?

Philipp Sander: Es fiel mir schwer, meine Familie zu verlassen. Auch der Wechsel der Schule, obwohl ich schon in der Oberstufe war, erschwerte die Entscheidung. Aber durch die Gespräche mit dem Trainer und dem Nachwuchsleiter war ich doch komplett überzeugt.

Malte Schuchardt: Sportlich fiel mir die Entscheidung sehr leicht. Aber im Herzen tat es schon sehr weh, Rostock zu verlassen.

Zurück nach Kiel: Welche Perspektiven sehen Sie dort für sich?

Philipp Sander: Ich stecke mir nur kurzfristige Ziele. Das ist besser für meine Grundeinstellung. Ich möchte an meinen Schwächen arbeiten, kontinuierlich auf dem Platz gute Leistungen bringen, endlich mein erstes Bundesliga-Tor erzielen und mit dem Team so gut wie möglich die Saison beenden.

Malte Schuchardt: Ich möchte den Sprung in den Profibereich schaffen und mit Fußball mein Geld verdienen.

Wie lebt es sich fernab der Eltern?

Philipp Sander: Alleine ist anspruchsvoller. Kochen und Wäsche waschen können ganz schön nervig sein. Manchmal vermisse ich Rostock, meine Familie und Freunde. Aber das gehört dazu, wenn du im Sport was erreichen willst.

Malte Schuchardt: Ich habe mit einem Teamkameraden zusammen eine Wohnung und ein kleines Auto, mit dem ich zur Schule und zum Training komme. Natürlich vermisse ich manchmal meine Familie und Freunde in Rostock, aber ich fühle mich sehr wohl in Kiel.

Können Sie sich vorstellen, zum FC Hansa zurückzukehren?

Philipp Sander: Darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Ich konzentriere mich momentan komplett auf Holstein Kiel und mein Abitur.

Malte Schuchardt: Man sollte niemals nie sagen.Tommy Bastian

Mehr zur Nachwuchs-Bundesliga unter: oz-sportbuzzer.de

OZ

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