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Extremsportler stärkt sich mit Brühe und Babynahrung

Delmenhorst/Rostock Extremsportler stärkt sich mit Brühe und Babynahrung

Jörg Szymanski knackt beim 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst die Marke von 150 Kilometern und wird Vierter

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Delmenhorst/Rostock. Mit Beginn des Morgens erwachten langsam aber sicher die Lebensgeister wieder; der nächste längere Stopp nach Kilometer 135. Der Rücken schmerzt, die Muskulatur ist am Ende. Aber aufhören ist keine Option!

Herausforderung geschafft: Extremläufer Jörg Szymanski FOTO: PRIVAT

Langzeitläufer sind eine eigene Gattung unter den Sportlern. Zu ihnen gehört der 52-jährige Rostocker Jörg Szymanski. Für ihn war es der erste Auftritt bei einem Tageslauf. Bis dahin war er aber schon bei über 100 Marathons und Ultraläufen ins Ziel gekommen. Die Strecke, die er beim 24-Stunden-Burginsellauf in Delmenhorst zurücklegte, ist für andere das Trainingspensum eines ganzen Monats.

Während des Laufens kommen immer wieder Zweifel, der Körper gibt Signale zum Aufhören, trotzdem geht Szymanski nach kleinen Pausen immer wieder auf die Strecke. „Die ersten 50 Kilometer bin ich durchgelaufen. Danach verkürzte sich der Abstand zur nächsten Pause immer weiter. Auch das muss man lernen.“

Bei Anbruch der Nacht ist Durchhaltevermögen gefragt. Die Kilometer in der Dunkelheit ziehen sich ins Unendliche, auch wenn die Veranstalter die gut einen Kilometer lange Runde komplett beleuchtet haben. In den Pausen, die im Normalfall rund 25 Minuten dauern, ist es wichtig, die Muskulatur locker zu halten und dem Körper mit der richtigen Ernährung Energie zuzuführen.

Neben Säften, Malzbier, alkoholfreiem Bier, Kaffee, Tee und Brühe setzen Sportler auch auf feste Nahrung in Form von Keksen, Kuchen, Trockenobst, Chips, Salzstangen, Oliven, Nudeln und Brötchen.

„Gegessen habe ich nur etwas Trockenobst und ein Glas Babybrei. Bei fester Nahrung spielte mein Magen verrückt“, beschreibt Szymanski die Probleme, bei einer solchen Belastung das Richtige zu essen.

Massagen sollen die Beine locker halten, doch nach einer Pause wieder in den Rhythmus zu kommen, fällt vielen nicht leicht. Die Füße, seine wichtigsten Werkzeuge, hatte Szymanski zuvor mit Hirschtalg eingerieben. Blasen und Druckstellen können das gesamte Training – bei dem Rostocker bis zu fünf Einheiten pro Woche – in kürzester Zeit zunichte machen. Szymanski hatte sich die 150 Kilometer als Marke gesetzt, die er packen wollte. Zur Halbzeit waren 88 davon geschafft – bis dahin verlief für ihn alles nach Plan. Die Probleme kamen am Ende der Nacht: „Ich habe bei 113 km ein Pause gemacht, dann bei 120 km schon wieder eine. Da habe ich angefangen zu zweifeln, ob die 150 km überhaupt noch möglich sind.“

Nach der nächsten Pause mit einer intensiven Massage setzt er dann alles auf eine Karte. Ein Blick auf die Uhr verrät ihm, dass er mit einem Schlussspurt sein Ziel noch erreichen kann. Kurz vor dem Ende darf er sich die Fahne für die geschafften 150 km nehmen und mit ihr auf die letzte Runde gehen, eine ganze schaffte er allerdings nicht mehr. Nach 150,625 km waren die 24 Stunden um. Weit entfernt vom Streckenrekord, den Oliver Leu 2011 mit über 238 km aufgestellt hat, aber Platz vier in seiner Altersklasse, nur 130 Meter hinter dem Dritten, ließ ihn nur knapp am Podium vorbeilaufen. „Das ärgert mich nicht im Geringsten. Ich habe mein Ziel erreicht und bin überglücklich. Ich konnte das nur mit meiner Familie schaffen, die mich beim Training und beim Wettkampf ununterbrochen unterstützt hat“, sagte Szymanski. Seine Ehefrau Sarah sorgte für Massagen in den Pausen, seine Kinder liefen immer wieder einen Teil der Strecke mit, um ihn zu unterstützen.

Niklas Kunkel

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