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Bunte Ball-Vielfalt statt Einheitskugel

Rostock Bunte Ball-Vielfalt statt Einheitskugel

Jeder Drittligist nutzt Modell seines Ausrüsters / Auswärts-Bälle kommen per Post

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Hansa-Keeper Marcel Schuhen fängt einen Ball der Rostocker Hausmarke „Nike Odeon 4“. Vor einem Auswärtsspiel wie am Samstag in Großaspach wird zusätzlich mit gegnerischen Bällen trainiert.

Quelle: Foto: Frank Söllner

Rostock. Sie heißen „Galaxy Pro“, „Inspire“ oder „Infinity Revolution 3“ und sind Woche für Woche die Hauptakteure in der 3. Liga. Sie sind (fast) immer im Bild – und werden dennoch kaum richtig beachtet. Doch ohne sie geht auch in dieser Spielklasse gar nichts: die Fußbälle.

HANSA-NOTIZEN

Verlängerung I: Tommy Grupe bleibt ein weiteres Jahr bei seinem Heimatverein. Durch seinen 16. Saisoneinsatz in Münster (1:3) verlängerte sich sein Vertrag automatisch bis 2018.

Verlängerung II: Torhüter-Talent Philipp Puls erhielt einen Fördervertrag bis 2019. Der 16-Jährige, der regelmäßig bei den Profis mittrainiert, ist Kapitän der Bundesliga-B-Junioren.

Während in der 1. und 2. Bundesliga seit der Saison 2010/11 mit dem einheitlichen Modell „Torfabrik“ von adidas gekickt wird (aktuell: mit Comic-Motiven), herrscht in den Spielklassen darunter die große Vielfalt. Neun verschiedene Ausrüster statten in der 3. Liga die Vereine mit ihren Kunststoffkugeln aus (siehe Info). Doch Ball ist nicht gleich Ball. Die Details sind entscheidend.

In den Fußballregeln vorgegeben sind Umfang (68 bis 70 cm), Gewicht (410 bis 450 g), die Kugelform, der Ball-Innendruck und „Leder oder ein anderes geeignetes Material“. Und da beginnen die Unterschiede. Denn Oberfläche, Materialmischung, Verarbeitung oder Farbgebung der Spielgeräte können zum Teil deutlich voneinander abweichen. Die Folge: unterschiedliches Flug- und Sprungverhalten, andere Eigenschaften bei Nässe, verschiedene Griffigkeit – und was besonders die Torhüter sonst noch alles nerven könnte.

„Jeder Ball ist anders. Manche sind gefühlt schwerer oder fühlen sich durch die Verarbeitung anders an. Es gibt definitiv Unterschiede“, sagt Hansa-Torhüter Marcel Schuhen, der das Spielgerät nicht nur mit dem Fuß bewegen, sondern auch in der Hand halten darf. Weil die Bälle unterschiedliche Flugeigenschaften hätten, sei der Luft-Innendruck wichtig. „Deswegen achten wir auswärts darauf, dass die Bälle vernünftig aufgepumpt sind. Denn wenn zu wenig Luft drin ist, fängt fast jedes Modell an zu flattern.“

Vereinfachen würde das alles ein Einheitsball. „Das wäre eine Lösung. Für uns Spieler wäre das natürlich einfacher“, sagt Schuhen. „Ob das vermarktungsmäßig möglich ist, da bin ich nicht der Spezialist, der das beantworten kann.“

Weil eine Standardkugel für die 3. Liga vorerst nicht in Sicht ist, spielt und trainiert jeder Verein mit dem Modell seines eigenen Ausrüsters. Die Rostocker Hausmarke heißt „Nike Odeon 4“. Ein Modell, das speziell für diese Saison auf den Markt gekommen ist. 100 Exemplare davon haben die Hanseaten zur Verfügung, davon 40 farbige für den Winter. „Ein guter Ball. Das merkt man ja auch immer daran, dass sie lange halten“, erzählt Schuhen. Besonders die Verarbeitung beim Nike-Modell sei sehr gut. Nicht umsonst sei der US-Sportriese Ballausstatter in der englischen Premier League, merkt der Keeper an.

Bei der SG Sonnenhof Großaspach kommt am Sonnabend der „Blade Football 2015“ von Hummel ins Spiel. Um sich an das Modell des nächsten Auswärtsgegners zu gewöhnen, werden unter den Drittligisten entweder Bälle getauscht oder einige Exemplare per Post verschickt. Schuhen: „Dadurch hat man zumindest schon mal das Gefühl für den fremden Ball.“ Zum Spiel bringen die Rostocker die Fußbälle dann wieder zurück. „Das System funktioniert aber nicht immer“, weiß der langjährige Hansa-Zeugwart Andreas Thiem. Vielleicht will der eine oder andere Verein mit seinem Modell ja seinen kleinen Gewohnheits- Vorsprung behalten. Denn mitunter sind es eben die kleinen Dinge, die Spiele entscheiden können.

TV: Sa., 14.00 Uhr, NDR (Konferenz)

Neun Ausstatter

Neun verschiedene Ausrüster

statten die Klubs der 3. Fußball-Liga mit Spiel- und Freizeitbekleidung sowie Material aus. Sie stellen den Vereinen auch ihre Bälle zur Verfügung.

Das sind:

Nike: FC Hansa Rostock, SV Wehen Wiesbaden, Preußen Münster, Werder Bremen II.

adidas: VfL Osnabrück, Chemnitzer FC, Holstein Kiel.

Puma: Hallescher FC, FSV Zwickau, Sportfreunde Lotte.

Uhlsport: MSV Duisburg, 1. FC Magdeburg.

Saller: SC Paderborn, Jahn Regensburg, VfR Aalen.

Jako: Rot-Weiß Erfurt, Fortuna Köln.

Joma: FSV Frankfurt.

Hummel: Sonnenhof Großaspach.

Lotto Sport Italia: 1. FSV Mainz 05 II.

Kai Rehberg

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Eckdaten des Vereins
  • Voller Name: Fußballclub Hansa Rostock e. V.
  • Ort: Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
  • Gegründet: 28. Dezember 1965
  • Vereinsfarben: Weiß-Blau
  • Stadion: Ostseestadion
  • Plätze: 29.000
Ostseestadion
  • Frühere Namen
    Ostseestadion (1954–2007)
    DKB-Arena (2007–2015)
  • Ort: Kopernikusstraße 17 18057 Rostock
  • Eigentümer: Ostseestadion GmbH & Co. KG
  • Betreiber: Ostseestadion GmbH & Co. KG
  • Baubeginn: Neues Stadion: 2. April 2000 (Grundsteinlegung)
  • Eröffnung     
    Altes Stadion: 27. Juni 1954
    Neues Stadion: 4. August 2001
  • Erstes Spiel     
    Altes Stadion: 27. Juni 1954 Einheit Schwerin – Chemie Zeitz 1:3
    Neues Stadion: 4. August 2001 Hansa Rostock – Bayer 04 Leverkusen 0:3 (Bundesliga)
  • Oberfläche: Naturrasen
  • Kosten: 55 Mio. DM
  • Spielfläche: 105 x 68 m