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Hansa begrüßt Urteil zu Haftung für Krawallmacher

Rostock Hansa begrüßt Urteil zu Haftung für Krawallmacher

Der Fußball-Drittligist aus Rostock hat das Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), nachdem unter anderem Böllerwerfer im Stadion belangt werden können, zur Kenntnis genommen.

Rostock. Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock hat das Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), nachdem Böllerwerfer und andere Krawallmacher im Stadion für Geldstrafen haften, die Fußballvereine wegen ihres Fehlverhaltens zahlen müssen, mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen. „Ich begrüße die Entscheidung des BGH außerordentlich, denn damit wurde die von uns bereits vor vielen Jahren erstmals durchgesetzte Rechtsauffassung nun auch letztinstanzlich endgültig bestätigt“, sagte Hansas Sportrechtsexperte, Rechtsanwalt Gunnar Kempf, am Mittwoch auf dpa-Anfrage.

Kempf hofft, dass derartige Störungen von Fußballspielen künftig unterbleiben. „Angesichts der Höhe der von DFB-Gerichten in solchen Fällen verhängten Geldstrafen wird regelmäßig die wirtschaftliche Existenz einer hierfür haftenden Privatperson gefährdet sein“, sagte der Anwalt. 

Hansa war vor vielen Jahren selbst mit einem vergleichbaren Fall befasst. Der Verein war 2003 wegen „Flitzern“ während eines Spieles vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 20 000 Euro verurteilt worden. Mit Hilfe seiner Rechtsanwaltskanzlei sei der Täter erfolgreich in Regress genommen worden, teilte der Drittligist mit.

Die Karlsruher Richter hatten zu klären, ob es zwischen den Verstößen gegen die Stadionordnung und den Verbandsstrafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen rechtlichen Zusammenhang gibt - was sie bejahen. Damit haben die Clubs von höchster Instanz grünes Licht, um sich das Geld für die Strafen bei den Tätern zurückzuholen.

Geklagt hatte der 1. FC Köln. Der Verein musste 50 000 Euro Strafe zahlen und weitere 30 000 Euro in Gewalt-Prävention stecken, nachdem ein Anhänger im Februar 2014 bei einem Zweitliga-Heimspiel einen Knallkörper gezündet hatte. Der Böller verletzte sieben Zuschauer auf dem Unterrang. Der FC will von dem Werfer 30 000 Euro Schadenersatz. Das Oberlandesgericht Köln, das dies zunächst abgelehnt hatte, muss den Fall nun erneut verhandeln und entscheiden. (Az. VII ZR 14/16)

dpa

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Der BGH fällte ein Grundsatzurteil bei Schadenersatzklagen von Vereinen gegenüber Fans.

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