Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Happy End in letzter Minute

Dynamo Dresden 2:2 FC Hansa Rostock Happy End in letzter Minute

In einer dramatischen Schlussphase holt sich Hansa bei Spitzenreiter Dresden verdient einen Punkt / Chefcoach Brand lobt die Moral der Truppe / Aber: Das Polster zu den Abstiegsplätzen schrumpft

Voriger Artikel
Schlägereien nach Hansa-Spiel bringen Zug zum Stehen
Nächster Artikel
Fußball-Gewalttäter gesucht – ein Täter stellt sich

Dennis Erdmann (r.) stoppt den Dresdner Marco Hartmann. Fotos (2): Andy Bünning

Dresden. Es war die einprägsamste Szene in einem packenden Spiel: Als der eingewechselte Robert Andrich zwei Minuten vor Schluss das 2:1 für Dynamo Dresden gegen den FC Hansa erzielt hatte, schnappte sich Rostocks Torwart Marcel Schuhen sofort den Ball, rannte über den halben Platz und packte die Kugel wütend auf den Anstoßpunkt. Auf dem Rückweg feuerte er jeden Mitspieler, an dem er vorbeikam, noch einmal lautstark an. „Ich habe mir das Ding geschnappt, um ein Zeichen zu setzen“, erklärte der Schlussmann, der mit seiner Aktion in dem Fußball-Krimi tatsächlich noch ein dramatisches Finale einleitete.

OZ-Bild

In einer dramatischen Schlussphase holt sich Hansa bei Spitzenreiter Dresden verdient einen Punkt / Chefcoach Brand lobt die Moral der Truppe / Aber: Das Polster zu den Abstiegsplätzen schrumpft

Zur Bildergalerie

Denn nur eine Minute später belohnte Maximilian Ahlschwede mit seinem Flachschuss durch die vielbeinige Dynamo-Abwehr zum 2:2 die mutigen und selbstbewussten Rostocker doch noch mit einem Punkt. „Ich wollte das Ding nur irgendwie aufs Tor bringen. Ich hatte ein bisschen Glück, dass der Ball abgefälscht wurde“, freute sich Ahlschwede. Wie die meisten seiner Teamkollegen hatte er die Felle beim Tabellenführer schon davonschwimmen sehen — nur Marcel Schuhen nicht. „,Schuh' kennen wir ja inzwischen. Der ist positiv verrückt“, sagte Ahlschwede. „Er hat der Mannschaft damit noch mal einen Wink gegeben, dass wir noch ein paar Minuten haben und sich vielleicht die Möglichkeit ergibt, noch mal zurückzukommen. Das haben wir ja auch geschafft“, atmete der Abwehrmann, der in der zweiten Halbzeit anstelle des ausgewechselten Tobias Jänicke die Kapitänsbinde trug, erleichtert auf.

Schuhens „Sturmlauf“ stand wie ein Symbol für die couragierte Vorstellung der Hanseaten beim Spitzenreiter aus Dresden. „Es war ja nicht der Plan, eine Butterfahrt hierher zu machen und Heizdecken zu kaufen. Wir wollten schon etwas mitnehmen“, erklärte Chefcoach Christian Brand. Das war beim Pfostenknaller von Stephan Andrist (3.) bereits deutlich zu sehen. In der ausgeglichenen Partie gerieten die Rostocker zunächst nur durch einen Geniestreich von Justin Eilers ins Hintertreffen. Der erfolgreichste Torjäger der Liga (18 Treffer) kickte die Kugel an der Grundlinie mit der Hacke an Schuhen vorbei in die Maschen.

Die Gäste blieben ihrer Linie treu, attackierten die Dresdner frühzeitig, standen kompakt und versuchten, selbst immer wieder Nadelstiche zu setzen. Garbuschewski prüfte Dynamo-Schlussmann Blaswich mit einem Gewaltschuss aus 25 Metern (30.). Zwar blieb Dresden dank Eilers immer wieder gefährlich. Doch Hansa hatte sich den 1:1-Ausgleich, für den Dynamos überraschter Marco Hartmann nach einer Dorda-Ecke mit einem Kopfball ins eigene Tor sorgte (82.), zu Recht erarbeitet. Vollauf verdient war der Punkt beim Liga- Dominator und Aufstiegsanwärter Nummer eins dann allerdings durch die spektakuläre Wiederauferstehung in den nervenaufreibenden Schlussminuten. „Ein richtig geiles Spiel. Die Mannschaft hat alles reingeworfen. Mit dem 2:2 hat niemand mehr gerechnet. Das zeigt die Moral der Truppe“, lobte Christian Brand: „Das ist ein Symbol für ihren Teamgeist und beweist, was in der Mannschaft steckt.“

Trotz des Unentschiedens schrumpfte das Polster zum ersten Abstiegsplatz von vier auf zwei Zähler. Nach zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen sieht Ahlschwede die Hanseaten aber auf dem richtigen Weg. „Dieses Spiel untermauert unser Selbstvertrauen. Im Moment haben wir eine ganz gute Phase. Aber in dieser Liga kann sich alles in zwei Wochen schon wieder geändert haben. Deswegen heißt es:

dranbleiben“, meinte der Außenverteidiger, der sich dann noch einen kleinen Versprecher leistete: „Dieser Sieg war schon sehr wichtig.“ Gefühlt war es ja auch einer.

Statistik

Dresden: Blaswich - Kreuzer, Hefele, Modica, Holthaus - Marco Hartmann - Lambertz (65. Jannik Müller), Aosman (76. Andrich), Stefaniak - Eilers, Testroet (85. Kutschke).

Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Marcus Hoffmann, Dorda - Erdmann - Andrist, Gardawski, Garbuschewski (67. Yousseff), Jänicke (46. Wannenwetsch) - Platje (67. Lukowicz).

Tore: 1:0 Eilers (28.), 1:1 Marco Hartmann (82., Eigentor), 2:1 Andrich (88.), 2:2 Ahlschwede (89.). Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein). Zuschauer: 28622.

Gelbe Karten: Lambertz, Aosman, Kreuzer - Gardawski.

Von Kai Rehberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Greifswalder FC bleibt Tabellenführer / HFC meldet sich im Abstiegskampf zurück / Klatsche für HSG Uni

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus FC Hansa
Eckdaten des Vereins
  • Voller Name: Fußballclub Hansa Rostock e. V.
  • Ort: Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
  • Gegründet: 28. Dezember 1965
  • Vereinsfarben: Weiß-Blau
  • Stadion: Ostseestadion
  • Plätze: 29.000
Ostseestadion
  • Frühere Namen
    Ostseestadion (1954–2007)
    DKB-Arena (2007–2015)
  • Ort: Kopernikusstraße 17 18057 Rostock
  • Eigentümer: Ostseestadion GmbH & Co. KG
  • Betreiber: Ostseestadion GmbH & Co. KG
  • Baubeginn: Neues Stadion: 2. April 2000 (Grundsteinlegung)
  • Eröffnung     
    Altes Stadion: 27. Juni 1954
    Neues Stadion: 4. August 2001
  • Erstes Spiel     
    Altes Stadion: 27. Juni 1954 Einheit Schwerin – Chemie Zeitz 1:3
    Neues Stadion: 4. August 2001 Hansa Rostock – Bayer 04 Leverkusen 0:3 (Bundesliga)
  • Oberfläche: Naturrasen
  • Kosten: 55 Mio. DM
  • Spielfläche: 105 x 68 m