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Thomas Doll: Ich bin Fußballer mit Leib und Seele

Rostock/Budapest Thomas Doll: Ich bin Fußballer mit Leib und Seele

Er begann seine Karriere bei Hansa Rostock, spielte im Nationalteam, für den HSV und Lazio Rom - am Sonnabend feiert der gebürtige Malchiner seinen 50. Geburtstag.

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Thomas Doll (49), Erfolgstrainer von Ferencvaros Budapest.

Quelle: Daniel Kaldori

Rostock/Budapest. Herzlich Glückwunsch zum Meistertitel mit Ferencvaros. Am 7. Mai winkt sogar das Double. Haben Sie in Ungarn Ihr Fußball-Glück gefunden, Herr Doll?

Thomas Doll: Ja, das kann man wirklich genau so sagen. Zumal wir hier seit 2013 etwas aufbauen und entwickeln dürfen. 2015 nahm das Ganze Fahrt auf, wir wurden Pokalsieger, haben ungeheuer dominant Fußball gespielt und sind förmlich von Erfolg zu Erfolg geflogen.

Begonnen hat alles bei Hansa – vor mehr als drei Jahrzehnten.

Doll: Ja, Wahnsinn! Das ist sehr lange her, aber vieles ist mir noch sehr bewusst.

Erzählen Sie mal.

Doll: Wir haben damals noch auf Schotter trainiert, auf dem Platz genau vorm Stadion. In der Ecke stand eine Torschusswand, wo man technische Sachen trainieren konnte. Davor gab es die Torwartgrube, in der die Torhüter ihre Übungen gemacht haben. Und dann das Training mit den schweren, harten Bällen – die waren riesengroß! Wenn es geregnet hat, haben die sich so vollgesaugt – da hast du beim Kopfballtraining gedacht, dir fällt ein Sandsack auf den Kopf.

Ihre ersten Schritte in der Bundesliga machten Sie beim Hamburger SV. Wie kam es dazu?

Doll: Ich war mit Dortmund schon ziemlich weit. Aber als ich die Chance hatte, mit Frank „Wuschi“ Rohde zusammen nach Hamburg zu gehen, habe ich mich für den HSV entschieden. Als Norddeutscher passte ich auch von der Mentalität her ganz gut nach Hamburg.

Waren Sie als Fußballer aus der DDR Exoten beim HSV?

Doll: Überhaupt nicht. Die Jungs haben uns nie merken lassen, dass wir Ossis sind. Außerdem wussten sie nach dem ersten oder zweiten Training: Die können ja kicken! Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt, und die Mannschaft hat sich gefreut, zwei gute Spieler dazu bekommen zu haben.

Schon nach einem Jahr wechselten Sie für 17 Millionen D-Mark Ablöse zu Lazio Rom. War Ihnen bewusst, dass dieses Geld den HSV vor dem Lizenzentzug bewahrt hat?

Doll: Nein, in welcher Not sich der Verein damals befand, habe ich erst später realisiert. Für mich stand im Vordergrund, dass ich in der Liga spiele, in der die besten Fußballer der Welt versammelt waren.

Welche Stars haben Ihren Weg in Italien gekreuzt?

Doll: Großartige Fußballer! Marco van Basten, Ruud Gullit, Frank Rijkaard, Franco Baresi, Paolo Maldini, Lothar Matthäus, Rudi Völler, Paul Gascoigne – Francesco Totti und Alessandro Nesta waren noch ganz jung. Ich habe Careca und Falcao noch erlebt. Diego Maradona ist in dem Jahr weggegangen als ich kam – schade!

Die Bundesliga scheint Sie seit dem Aus beim BVB vergessen zu haben. Oder gab es mal Anfragen?

Doll: Mein Name war hier und da mal im Gespräch, aber es ist nie richtig etwas zustande gekommen. Irgendwann ist das dann auch in Ordnung.

Wie feiern Sie Ihren Geburtstag?

Doll: Erst mal spielen wir das Derby gegen Honved, das ich natürlich gewinnen will. Abends gibt es dann eine große Feier in einem Budapester Hotel.

Haben Sie ein Problem mit der 50?

Doll: Ein bisschen merkwürdig ist das schon. Ein Problem habe ich nicht, weil ich ja weiß, dass das mein Alter ist. So richtig vertraut machen kann ich mich damit aber noch nicht. Dass Andy Thom, Ulf Kirsten und meine Jungs aus Rostock wie Volker Röhrich und Heiko März alle schon 50 sind, beruhigt mich ein bisschen.

Von Fröbe, Sönke

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