Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
FSV Nordost bekommt Kunstrasen und Kabinen

Dierkow FSV Nordost bekommt Kunstrasen und Kabinen

Für fast 1,5 Millionen Euro sollen an der Dierkower Allee eine neue Spielfläche und ein Neubau entstehen / 2018 könnte Eröffnung sein, das Ortsamt ist aber skeptisch

Voriger Artikel
Basketball-Talente starten ins Bundesliga-Abenteuer
Nächster Artikel
Hansa-Reserve verliert auch mit fünf Spielern aus Profi-Kader

Die fast vollständig besprühten Sporthallen an der Dierkower Allee sollen saniert und erweitert werden. Von 35 neuen Parkplätzen könnte auch die angrenzende Grundschule profitieren.

Quelle: Philip Schülermann

Dierkow. Noch immer warten die Dierkower Fußballer darauf, endlich wieder auf ihrem Sportplatz kicken zu können. Seitdem im Frühjahr Wildschweine den Rasen verwüstet haben, ist das Feld nicht bespielbar. Zum Leidwesen der Fußballer. Nun macht sich aber Vorfreude beim FSV Nordost Rostock breit: Der alte Platz wird inzwischen saniert. Und noch besser: Die Planungen für ein neues Sportzentrum im Stadtteil nehmen mehr und mehr Gestalt an. Auch die daran angrenzende Grundschule könnte profitieren.

OZ-Bild

Für fast 1,5 Millionen Euro sollen an der Dierkower Allee eine neue Spielfläche und ein Neubau entstehen / 2018 könnte Eröffnung sein, das Ortsamt ist aber skeptisch

Zur Bildergalerie

Ein neuer Kunstrasenplatz und ein Anbau an die Sporthalle mit Umkleiden und Toiletten sollen an der Dierkower Allee entstehen. Diese Details haben Ortsamt und Bauausschuss am Dienstag im Ortsbeirat vorgestellt. 35 Bäume müssen den Plänen weichen – dafür werden aber 54 neue gepflanzt. Ein sechs Meter hoher Zaun und eine Flutlichtanlage sollen die Anlage umsäumen. 13 Stunden am Tag darf der Platz für Training genutzt werden, vier Stunden sonntags und an Feiertagen. Es dürfe keine feste Beschallungsanlage gebaut werden, nur eine mobile genutzt werden, sagt der Vorsitzende des Dierkower Bauausschusses Gernot Liebke. Für den Betrieb der Anlage bei Veranstaltungen sei jeweils eine Genehmigung erforderlich.

Ortsamtsleiter Wolfgang Westphal bringt eine neue Idee ins Spiel: Denn, wenn Eltern ihre Kinder zur benachbarten Grundschule bringen, reichen zurzeit die Parkplätze nicht. Für die Dreiviertelstunde „Rush-Hour“ am Morgen sollen die Eltern die neuen 35 Parkplätze des FSV nutzen können. Dazu könnte das Parkkonzept noch etwas verändert werden, sodass der Parkplatz eine Schleife ergibt, die den Verkehr schneller abfließen lassen kann. Die Idee ist im Ortsbeirat gut angekommen, man wolle die sie weiter verfolgen. Die Umkleide- und Sanitärräume werden im Zuge der nötigen Sporthallensanierung zuerst gebaut. Erst danach soll der 46 mal 90 Meter große und für Wettkämpfe geeignete Kunstrasenplatz folgen. Auch Räume für Schiedsrichter sehen die Pläne vor.

2018 könnte die neue Anlage fertig sein. „Die Vorfreude ist groß“, sagt die FSV-Vorsitzende Jana Lüth, die sich auf ein Büro mit Fenster freue, wie sie lachend erzählt. Seit Jahren ist ein neuer Sportplatz für den Verein im Nordosten im Gespräch, nun könnte es bald losgehen – wenn die Kosten im Haushalt 2017 der Stadt vorgesehen sind. Darin waren sich die Mitglieder des Ortsbeirats in ihrer Sitzung noch nicht ganz sicher. Ortsamtsleiter Wolfgang Westphal klärt auf: Der Eigenanteil der Stadt sei nicht explizit aufgeführt, weil er aus Mitteln der „Sozialen Stadt“ finanziert werde – und die seien im Haushalt bedacht. Man bemühe sich zudem, dass das Vorhaben auf der Prioritätenliste an höhere Stelle komme.

Zuletzt war die Stimmung beim FSV mächtig gedämpft, denn schon seit dem Frühjahr ist der alte Platz nicht bespielbar. Es fehlte an Geld – und einer geeigneten Firma. „Der Platz wurde schon gerade gemacht“, sagt Jana Lüth. Auch einen Zaun gegen unliebsame Gäste hätten sie gebaut. Gesamtkosten: 15000 Euro.

Auch die Rückrunde könnten sie wohl nicht auf dem Platz spielen – der Rasen muss jetzt erst noch wachsen.

„Die Euphorie wird wieder größer, sagt Lüth. Es gehe vorwärts und die Unterstützung der Stadt sei da. „Ich bin sehr froh, dass sich die Stadt hier bekennt“, sagt Martin Lau, Ortsbeiratsvorsitzender in Dierkow, der aber auch „hörte, dass erste Sportler den Verein bereits verlassen haben, weil sie nicht mehr jedes Wochenende auswärts spielen wollen.“ Der FSV bestätigt das.

Auch für Ortsamtschef Wolfgang Westphal ist die Sanierung des alten Platzes dringend notwendig. Aus zwei Gründen: Ist der neue Platz fertig, brauche der Verein die Fläche trotzdem zu Trainingszwecken. Zweitens ist eine Fertigstellung aus seiner Sicht frühestens Ende 2018 realistisch – „unter besten Bedingungen“, sagt Westphal. Die Chefin der Kommunalen Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) Sigrid Hecht teilt indes mit: „Fertigstellung ist für Sommer 2018 geplant.“ Eine Zusage für nötige Fördermittel aus dem Topf der „Sozialen Stadt“ gibt es jedoch noch nicht. Dass im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen wird, bezweifelt Wolfgang Westphal. Rund 1,45 Millionen Euro soll der Bau laut Hecht kosten. Wird der Parkplatz mit Schleife gebaut, wird es teurer. Die Umsetzbarkeit wird nun geprüft.

Möglich durch Förderung

Das Förderprogramm „Die Soziale Stadt“ ist eine Initiative von Bund und Ländern zur Stärkung sozial schwacher Stadtteile. Vier Rostocker Stadtteile profitieren von dem Fördertopf:

Groß Klein, Schmarl, Dierkow und Toitenwinkel.

In jedem der Stadtteile gibt es einen Quartiersmanager als Ansprechpartner. „Mit den Mitteln sollen vor allem Projekte unterstützt werden, die das Aktivwerden in der Nachbarschaft, im Quartier oder im Stadtteil fördern“, so die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS).

Philip Schülermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Sport Rostock
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.