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Geländeradler bauen sich eigene Bahn

SELPIN Geländeradler bauen sich eigene Bahn

Neun Jugendliche schaffen sich selbst die Voraussetzungen für ihr Hobby / Die Gemeinde hilft mit einer Fläche

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Mir war klar, dass die Jungens was Ordentliches bauen.“ Mario Ruhm, Bürgermeister

Selpin. Sie stechen Gras um, sie heben Mulden aus und sie schütten Wälle auf: In der Gemeinde Selpin sind seit einigen Tagen immer wieder neun Jungen dabei, sich eine sogenannte Dirt-Bahn zu bauen, damit sie ihrem Hobby nachgehen können. Sie fahren auf dieser Bahn mit ihren Geländefahrrädern und überwinden mit ihrer Muskelkraft die Hindernisse — besonders toll ist es dann, wenn dies von Akrobatik gekrönt wird.

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Neun Jugendliche schaffen sich selbst die Voraussetzungen für ihr Hobby / Die Gemeinde hilft mit einer Fläche

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„Wir wollen uns hier eine neue Bahn bauen“, sagt Lucas Brackmann. Der 16-Jährige und seine acht Freunde hatten nämlich schon eine solche Anlage. Die ist allerdings einfach so gebaut worden — und zwar im Gutspark von Selpin. Das passte der Tessiner Wohnungsbaugesellschaft, die dort Wohnungen hat, und Umweltschützern nicht, weil angeblich Baumwurzeln beschädigt wurden. Die Jungen mussten nicht nur weichen, sondern auch ihre Anlage wieder zurückbauen, also abreißen. In ihrer Not wandten sie sich an die Gemeinde. „Wir haben uns in der Gemeindevertretung damit befasst“, schildern Bürgermeisgter Mario Ruhm und sein Stellvertreter Andreas Gudusch. Das Konzept der Geländefahrradfans überzeugte die Gemeindevertretung und sie überließ den Jungen ein Gelände hinter dem Jugendclub.

„Wir haben ihnen aber auch gesagt, dass das alles der Gemeinde nichts kosten darf“, sagt Andreas Gudusch. Und Mario Ruhm fügt hinzu: „Mir war schon klar, dass diese Jungens etwas auf die Beine stellen können, als ich ihre Anlage im Park gesehen habe.“ Das haben sie nun auch. Mehrere Lkw-Ladungen Boden sind angefahren worden, Hilfe bekommen sie von einem Vater, der einen Radlader hat. „Wir selbst sind nach der Schule und am Wochenende hier aktiv“, sagt Lucas Brackmann. Dabei kommen die Geländeradsportler gar nicht alle aus Selpin. „Es sind Freunde aus Rostock, Zarnewanz, Tessin und Nustrow dabei“, sagt Lucas. Er weiß: „Diese Sportart ist aus Amerika zu uns gekommen, und sie findet hier auch immer mehr Anhänger.“

Insofern haben die Gemeindevertreter Selpin durchaus einen Trend gesetzt. „Wenn es noch mehr Leute werden, könnte man auch einen Verein gründen“, meint dann auch Lucas Brackmann.

Ruhm ist das recht. Er setzt sich auch dafür ein, dass die Geländeradler nun erst einmal den Jugendclub übernehmen, damit der nicht weiter verwahrlose und die Jugendlichen ein Gebäude haben. „Wenn es mehr werden, dann brauchen sie es auch“, sagt Andreas Gudusch. Dabei sieht man den Kommunalpolitikern an, dass sie sich über die Aktivitäten der Jungen freuen. Ruhm spekuliert auf mehr: Die Geländeradler sollten sich einmal den Termin des Sommerfestes vormerken: „Da könnten sie doch mal eine Vorführung geben.“

Von Michael Schißler

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