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Harte Männer auf röhrenden Kisten

TESSIN Harte Männer auf röhrenden Kisten

Der Moto-Cross-Club Tessin richtet am Pfingstmontag sein 60. großes Rennen am Echoberg aus

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Über Stock und Stein, durch Schlamm und Matsch geht’s beim Moto-Cross auf dem Echoberg.

Quelle: Jens Kerschke

Tessin. Motorräder und schlamm- oder staubbedeckte Männer werden am Pfingstmontag das Bild auf dem Echoberg bei Tessin bestimmen: Der Moto-Cross-Club (MCC) Tessin lädt zum Rennen ein. Es geht dabei um den Pokal des Deutschen Motorsportbundes im Open und um den Echoberg-Pokal.

OZ-Bild

Der Moto-Cross-Club Tessin richtet am Pfingstmontag sein 60. großes Rennen am Echoberg aus

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„Das ist das 60. Rennen dieser Art, das unser Verein ausrichtet“, sagt Jens Kerschke, zweiter Vorsitzender des Vereins und Rennleiter. „Gemeldet haben sich schon viele Fahrer mit bekannten Namen“, freut sich der Tessiner, „darunter sind Christian Brockel aus Dresden, Toni Hoffmann und Jan Uhlig.“ Es dürften also spannende Rennen werden.

Spannung und große Namen sind allerdings für die Vereinsmitglieder des MCC nichts Neues, die Vereinsgeschichte ist mit Beidem fest verknüpft. An diese Zeiten erinnert sich Jens Kerschke, der selbst mit 15 Jahren zum Motocrossfahren fand, gern. „Der Motorsport hat in Tessin eine lange Tradition“, sagt er. Sie begann 1962, zwischendurch allerdings ruhten die Aktivitäten dann auch, und der Echoberg überwucherte.

Einheimische Motorsportler belebten ihn wieder und im Jahre 1975 wurde ein Verein gegründet, „mit dem Namen Goldener Traktor Selpin“, sagt Jens Kerschke. „Dieser Name hat wohl auch mit den Patenbetrieben zu tun gehabt, die wir hatten. Schon damals war unser Ziel, mit Kindern und Jugendlichen auf dem Dorf zu arbeiten und sie für den Motorsport zu begeistern.“ Die Motorräder brachte zunächst jeder selbst mit. „Wir sind hier mit Eigenbauten gefahren“, sagt der stellvertretende Vorsitzende, „alles, was an den Motorrädern überflüssig war, kam weg“, dafür dann „Bereifung mit Grip“

rauf. Abenteuerlich waren auch die Anreisen zu den Rennen. Die heutigen MCCler – so nennen sie sich erst seit 1990 – hatten als Transportmittel einen Lastwagen von Typ S 4000. „Der hatte eine Mannschaftskabine mit elf Sitzen, auf der Ladefläche hatten sechs Motorräder, auf dem Anhänger noch einmal fünf Motorräder Platz – so ging es dann zu den Veranstaltungen.“ Mit einigen Überraschungen.

„Den Wagen nannten wir Don Krawallo, und der wollte mitunter angeschoben werden oder ließ einfach einmal seinen Tank fallen.“

Heute hat der MCC 46 Mitglieder, „aber wir können durchaus noch mehr brauchen“, sagt Jens Kerschke. „Vor allem junge Fahrer suchen wir noch, und durchaus auch Leute, die mal Streckenposten sein wollen.“

Nach der Wende haben die Motorsportler ihren Echoberg von der Kirchengemeinde gepachtet, ihn auf die neue Renntechnik umgestellt und dafür gesorgt, dass alle Umweltschutzauflagen eingehalten werden.

„Dabei geht es natürlich in erster Linie um den Lärm, den wir machen“, sagt Jens Kerschke und lacht. Anwohner haben sie allerdings kaum auf ihrer Fläche zwischen Selpin, Vilz und Tessin in der Nähe der Autobahn.

So ein Biotop für Motocrossfahrer genießen auch gern die Jugendlichen, die der MCC zu Trainingslagern auf sein Gelände einlädt. „Wir wollen damit gegen die Motocrossfahrer auf den Ackerfurchen wirken“, sagt Kerschke, „die Felder, Wiesen und Äcker kaputt fahren.“ Da sei es dann schon besser, „wenn sie zu uns kommen“. Mitbringen sollten sie ihr Motorrad und eine Fahrerausrüstung.

Nun kommt aber erst das Rennen um den Motocross-Pokal. „Das ist für uns auch immer ein Risiko“, sagt Jens Kerschke, „wir gehen dafür mit 10000 bis 12000 Euro in Vorkasse“. Schließlich brauche so ein Rennen seine Vorbereitungen. Es muss eine computergestützte Zeitnahme vorhanden sein, Streckenposten müssen verpflichtet und die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen im Rettungsdienst getroffen werden.

Zehn Euro Eintritt nimmt der MCC deshalb für das Rennen am Pfingstmontag – für Erwachsene. Für Kinder gibt es eine andere Regelung: „Wer nicht höher ist als der Zahltisch der Kasse, kommt kostenlos rein“, sagt Kerschke und schätzt die Höhe des Brettes auf etwa 1,20 Meter.

Zeitplan voller Spannung

Die Rennen des Moto-Cross-Clubs am Pfingstmontag auf dem Echoberg beginnen um 13 Uhr, die Trainingsläufe um 9 Uhr. Gestartet wird in der ersten Klasse Landesmeisterschaft mit 85

Kubik, in der zweiten Klasse geht es um den Pokal des Deutschen Motorsportbundes im Open, in der 3. Klasse um den Echoberg-Pokal. Für alle Klassen gibt es je ein freies und ein Zeittraining und jeweils zwei Läufe über 20 Minuten und zwei Runden, für die 85-Kubik-Klasse sind 15 Minuten und zwei Runden vorgesehen.

Michael Schißler

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