Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Höhenrettung auf dem Segelschiff

Marienehe Höhenrettung auf dem Segelschiff

Erstmals übt Rostocks Feuerwehr auf der „Santa Barbara Anna“ die Rettung aus der Takelage in 20 Metern Höhe.

Voriger Artikel
Trainer trotz Pleiten zufrieden
Nächster Artikel
Stürmer schießt Hansa ins Endspiel

Werkelten während der Übung am Schiff: Die ehrenamtlichen Helfer Rainer General (v. l.), Werner Mempel, Siegfried Prochnow und Heinz Schrader. Am Freitag soll die „Santa Barbara Anna“ in den Stadthafen verholt werden.

Marienehe. Bange Blicke in die Höhe: „Brauchst du da oben noch etwas“, fragt Sven Vormeyer, Leiter der Höhenrettunsgruppe bei der Rostocker Berufsfeuerwehr. Einer seiner Männer versucht, auf einem Mast des Traditionsseglers „Santa Barbara Anna“ Halt zu finden und einen Verletzten zu retten. In mehr als 20 Metern Höhe. Bei Regen. „Wenn du von da oben runterschaust, wird das Schiff ganz schön klein“, kommentiert ein Crewmitglied des Segelschiffes mit einem Augenzwinkern die Übung. „Wenn du fällst, musst du gut zielen, um den Rumpf zu treffen.“

OZ-Bild

Erstmals übt Rostocks Feuerwehr auf der „Santa Barbara Anna“ die Rettung aus der Takelage in 20 Metern Höhe.

Zur Bildergalerie

Die Lage ist unübersichtlich. Ein Rettungsseil muss neu angelegt werden. Dann klappt es: Nach und nach wird der „Verletzte“, Brandmeister René Biemann, nach unten abgeseilt. Für die Rostocker Feuerwehr ist es alles andere als ein Routinetraining. „Wir sind zum ersten Mal auf einem Segelschiff, um das Retten eines Verletzten aus der Takelage zu üben“, sagt Gruppenleiter Vormeyer. Gerade zur Hanse Sail sei die Gefahr groß, dass auf einem der zahlreichen Traditionssegler etwas passiere. „Und dann müssen wir auch helfen können“, sagt Vormeyer.

Im Normalfall sei aber die Schiffscrew für die Rettung zuständig – und diese trainiere das auch regelmäßig, betont Skipper Gerd Simonn. „Sicherheit ist extrem wichtig für uns.“ Auf dem Traditionssegler würde es dazu sogar mehr Übungen geben als bei der Berufsschifffahrt, sagt Simonn. „Da geht’s schließlich ums Geld.“ Bereits zum Saisonstart am Wochenende werden Sicherheitsmanöver geübt – für Szenarien wie „Mensch-über- Bord“, Ruderversagen, Sturm, Feuer oder Leck im Schiff.

Gibt es einen Verletzten in der Takelage, sei schnelles Handeln, aber auch Besonnenheit gefragt. „Da oben spielt auch die Psyche eine Rolle. Die Retter müssen Ruhe bewahren“, sagt Simonn. Eine wichtige Rolle spiele, ob der Betroffene bei Bewusstsein sei. „Wenn ja, sollten ihm die Einsatzkräfte gut zureden. Einfache Worte reichen“, so der Seniorkapitän. Wenn der Verletzte verkrampfe oder gar durchdrehe, erschwere das die Rettung. „Er muss auch mitmachen.“

Für die Höhenretter der Feuerwehr ist die Übung auf dem Segelschiff eine Herausforderung, wie Vormeyer sagt: „Auf dem Schiff bewegt sich alles. Und oben auf dem Mast ist es sehr eng. Wir haben kaum Platz, müssen aber damit klarkommen.“ Zu sechst trainieren er und seine Kollegen den Ernstfall. „Wir versuchen immer wieder, solche Übungen an besonderen Orten zu machen. Bei uns im Schlauchturm kennen wir alles. Das können wir wie im Schlaf.“

Simonn lobt den Einsatz: „Genau so etwas brauchen wir hier.“ Es grenze schon an ein Wunder, dass bei der Hanse Sail noch nie etwas Schlimmes geschehen sei. „Es ist wichtig, dass die Höhenretter das auch mal gemacht haben“, unterstreicht der Skipper. Er und seine Crew profitierten zudem davon. „Wir können den einen oder anderen Trick mitnehmen.“ Denn auf See sind die Segler auf sich allein gestellt, sagt Erik Fährmann, zweiter Vorsitzender des Betreibervereins Bramschot. Die Feuerwehr helfe eher an Land – so wie gestern bei der Übung am Alten Hafen Süd.

Nebenbei werkelten ehrenamtliche Helfer fleißig weiter an der „Santa Barbara Anna“. 5000 Liter Treibstoff müssen gebunkert und neue Segel angebracht werden. Auch Malerarbeiten stehen an. „Wir haben unheimlichen Zeitdruck“, sagt Simonn. Am Freitag soll das Schiff in den Stadthafen verholt werden.

Mitmachen bei Segeltraining

Der Traditionssegler „Santa Barbara Anna“ eröffnet am Wochenende seine Saison mit drei Sail-Trainings. Auf diesen Tagestörns vor Warnemünde trainiert die Crew wichtige Manöver. Gäste sind zum Mitmachen eingeladen. Start ist am 29. und 30. April sowie am 1. Mai jeweils um 10 Uhr am Stadthafen Rostock, Liegeplatz 83. Die Teilnahme kostet 65 Euro pro Person inklusive Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Tickets gibt es im OZ-Service-Center. Abokarten-Inhaber erhalten zehn Prozent Rabatt.

André Wornowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar

Die 470-er Segler Malte Winkel (Schweriner Yacht Club) und Matti Cipra (Yachtclub Wismar, Plauer Wassersportverein, l.) haben sich als einziges Team aus Mecklenburg-Vorpommern ...

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Sport Rostock
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.