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Hut ab vor 10000-Meter-Läufern!

Rostock Hut ab vor 10000-Meter-Läufern!

Mehrere 100 Aktive trafen sich zur neuen Veranstaltung Rostock10. Ein OZ-Sportreporter berichtet von seiner Strecke der Leiden.

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Erik Schoob vom 1. LAV Rostock gewann den ersten Zehn-Kilometer-Lauf im Rostocker Leichtathletikstadion. Fotos (3): Sebastian Heger

Rostock. Zehn Kilometer – das ist doch gar nichts, wenn du schon zweimal Halbmarathon in diesem Jahr gelaufen bist. Dachte ich, bis vor drei Tagen. Heute weiß ich, die 10000 Meter waren eine Qual!

OZ-Bild

Mehrere 100 Aktive trafen sich zur neuen Veranstaltung Rostock10. Ein OZ-Sportreporter berichtet von seiner Strecke der Leiden.

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Statistik

Männer:

1. Erik Schoob (1. LAV Rostock) 35:00,0 Minuten

2. André Scharlock (Team City-Sport Rostock) 35:49,0 Minuten

3. Tim Klatt (Silz) 36:03,8 Minuten

Frauen:

1. Johanna Krüger (Rostock) 38:51,3 Minuten

2. Fanny Möck (Einheit Teterow/Stavenhagener SV) 39:59,5 Minuten

3. Ariane Stapusch (VfL Neukloster) 44:13,1 Minuten

Doch der Reihe nach. Nachdem ich von der neuen Lauf-Veranstaltung Rostock10 erfahre, ist klar: Da bin ich dabei, der Wettbewerb ist ja quasi vor der Haustür – im schmucken Rostocker Leichtathletikstadion. Hier sind Start und Ziel. 333 Läuferinnen und Läufer sehen das ähnlich und sind am vergangenen Sonntag unterwegs.

Da ich mich nach der Erwärmung gut fühle, stelle ich mich im Startbereich gleich in die dritte Reihe. Ich will ja nicht ausgebremst werden. Ein großer Fehler, wie sich wenig später rausstellt. Die Spitzenläufer um Gesamtsieger Erik Schoob (17), der in starken 35 Minuten gewinnt, sprinten sofort los. Zumindest kommt es mir so vor.

Naja, denke ich, die wollen sicher schnell aus dem Getümmel raus, um dann ihren Rhythmus zu finden. Also bleibe ich dran. Meine Pulsuhr signalisiert mir sofort: Hey, mach’ mal ruhiger. 180 Schläge pro Minute. Das kann ich nicht lange durchhalten.

Gleichmäßig tief ein- und ausatmen, mittellange Schritte setzen. Dann wird das schon, dann sinkt der Puls, der mir im Training zuverlässig meine Leistungsfähigkeit signalisiert. Ich laufe etwa an Position 20 durch den Barnstorfer Wald in Richtung Trotzenburger Weg, als ich das zweite Mal auf die Pulsuhr blicke. Mist! Sie zeigt immer noch mehr als 180 an. Das Atmen ist mühsamer als sonst, die Beine sind schwer. Spätestens nach einem Kilometer ist mir klar: Ich bin viel zu schnell gestartet. Die Leidenszeit beginnt, und noch neun Kilometer sind zu laufen. Plötzlich kommt mir die Distanz unfassbar lang vor.

Nach und nach ziehen andere Läufer an mir vorbei – junge und alte, dicke und dünne. Das gibt es doch gar nicht! Ich bekomme ein schlechtes Gewissen. Denn kurz vor dem Start hatte ich gegenüber dem geschätzten Kollegen Oliver „Olli“ Schubert, der die Veranstaltung moderiert, noch großspurig angekündigt: Ich möchte eine Zeit um die 42 Minuten schaffen.

Warum auch nicht, hatte ich doch erst zwei Wochen zuvor beim Tegernsee-Halbmarathon in der Nähe von München eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt: 1:36:50,8 Stunden für knapp 21,1 Kilometer und einige Höhenmeter. Danach hatte ich mir eine Pause „verdient“, war seitdem nicht ein einziges Mal trainieren.

Das rächt sich. In der Straße am Waldessaum ziehen immer mehr Aktive an mir vorbei. Thomas Hoese, mein früherer Fußball-Mitspieler vom TSV Graal-Müritz, der den ersten Kilometer neben mir läuft, enteilt. Der Rostocker Erik Schoob, über dessen Erfolge in der Leichtathletik ich ab und an berichte, ist gar nicht mehr zu sehen.

Ich habe mich total überschätzt und versuche nun, endlich meinen eigenen Rhythmus zu finden. Über Stadtweide und Biestow führt die Strecke am Damerower Weg entlang zurück in Richtung Barnstorfer Wald.

Ich fühle mich gleichbleibend schwach. Die Schritte fallen mir immer schwerer. Zu den von Beginn an vor mir gelaufenen zwei Frauen gesellt sich auch noch eine dritte Athletin.

Jetzt geht’s nur noch darum, ins Ziel zu kommen. Durch die Rennbahnallee und an der Trotzenburg vorbei laufe ich in Richtung LT-Club. Bergab läuft’s sich leichter. Unweit der Eishalle biege ich ins Sportforum ein. Nur noch wenige Meter bis ins Leichtathletikstadion. Was Olli wohl sagen wird?

Und tatsächlich: Moderator Schubert sieht mich auf den letzten knapp 100 Metern und erinnert sich an meine Zeitansage: „Tommy, das Ziel verfehlt, trotzdem ein tolles Rennen“, lobt er. Für mich fühlt es sich anders an.

Am Ende bin ich froh, auf meinen Beinen durch den Zieltor-Bogen zu laufen und nicht auf allen Vieren zu kriechen. Geschafft! 44:41,6 Minuten steht auf der Uhr. Das bedeutet Platz 65. Doch spielt das eigentlich eine Rolle? Das Dabeisein ist alles, denn zehn Kilometer sind doch ein ganz schön langer Kanten.

Erlebnisbericht von Tommy Bastian

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