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Im Jubiläumsjahr: Tennisverein bangt um seine Zukunft

Lütten Klein Im Jubiläumsjahr: Tennisverein bangt um seine Zukunft

Unbekannte Baupläne der Stadt verunsichern Sportler / Bei einem Schulabriss wäre der TV Nordwest von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten

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Die Herren 60 des TV Nordwest Rostock holten den ersten Titel für den Verein: Wolfgang Zechlau, Holger Hinz, Felix Walter, Gerd Abrolat, Vereinschef Joachim Biermann und Otmar Gemenig (v.l.). Es fehlt: Lothar Langer.

Quelle: Stefan Ehlers

Lütten Klein. Frank Kutza knackt beim Aufschlag-Messgerät die 100-km/h-Marke, gleich nebenan punkten Erik und Kati Landwehrs beim Doppelturnier, andere Vereinsmitglieder und Gäste sitzen auf der Terrasse und schauen sich auf dem Laptop die Vereinschronik des TV Nordwest Rostock an. Der in Lütten Klein beheimatete Tennisverein feiert 25. Geburtstag. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr bangt der 50 Mitglieder zählende Klub um seine Zukunft.

Erster Titelgewinn

Seit Anfang der achtziger Jahre wird in Lütten Klein Tennis gespielt – zunächst als BSG Schifffahrt/Hafen. Der TV Nordwest wurde 1991 gegründet und zählt aktuell 50 Mitglieder. Vier Mannschaften nehmen am Punktspielbetrieb teil. Die Herren 60 sind frisch gebackener Landesmeister. Der erste Titel der Vereinsgeschichte.

Dass es rund um die Sportanlage an der Danziger Straße Veränderungen gibt, steht fest. Die Stadt war allerdings gestern nicht in der Lage, Genaueres zu möglichen Plänen zu sagen. Bekannt ist seit längerer Zeit, dass das Förderzentrum aus dem heruntergekommenen Gebäude in eine ehemalige Berufsschule nach Evershagen umzieht. Sicher dürfte sein: Die Schulen in der Nachbarschaft der Tennisanlage, wo der weiße Sport bereits seit den 80er Jahren betrieben wird, dürften abgerissen werden. „Da schrillen bei uns Alarmglocken“, sagt Klubchef Joachim Biermann. Der Grund: Der TVN bezieht Wasser und Strom aus der Schule.

Die Nordwestler sind bereit, zwei Drittel des rund 3000 Quadratmeter großen Areals abzutreten, das von der Stadt gepachtet ist. Ein Sandplatz und die Bitumenfläche, die den Mitgliedern als Parkplatz dient, wären verzichtbar. „Wir wären bereit, uns auf zwei Plätze zu verkleinern“, bekräftigt Biermann. Ein neues Vereinsheim müsste ebenso her wie neue Wasser- und Stromanschlüsse. Kosten: Maximal 70 000 Euro. Derartige Pläne hätte die TVN-Führungsriege bereits im vergangenen Jahr mit Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke) besprochen, sagt Biermann.

„Leider ergebnisoffen.“

Karl-Heinz Kutz, Präsident des Tennis-Landesverbandes (TMV), beendete seine Grußrede zum Vereinsjubiläum mit einem Appell an die Kommunalpolitiker: „Geben Sie diesem Verein eine Zukunft. Es wird sich vor allem im sozialen Bereich auszahlen.“

Kutz überreichte Biermann, der sich seit 1996 beim TV Nordwest engagiert, die Goldene Ehrennadel des TMV. Joachim Biermann weiß, dass Fördermittel vom Land nicht zu erwarten sind. „Wir haben ja keinen Erbpachtvertrag.“ Doch das schreckt Biermann und seine Mitstreiter nicht: „Ob der Wasserhahn tropft oder die Heizung ausfällt: Wir müssen hier eh alles in Eigenregie machen. Wir sind Weltmeister in Sachen Aufbaustunden.“ Im Laufe der Jahre wurden neue Terrassen und Geräteschuppen gebaut, Wasserleitungen gelegt, Sanitäranlagen und Duschen auf Vordermann gebracht, Fangzäune erneuert, Gebäude renoviert, eine Küche installiert, die Terrasse überdacht und Blumen gepflanzt.

„Wir passen in den hiesigen Sportkomplex“, sagt Biermann mit Blick auf die benachbarte Sporthalle, wo unter anderen Erwachsene und Jugendliche des Inlinehockey-Clubs Nasenbären trainieren, sowie weitere Hockey-, Fußball- und Basketballfelder.

Joachim Biermann, der sich seit 1996 im Vorstand des TV Nordwest engagiert, ist optimistisch, in naher Zukunft wieder Kinder- und Jugendteams auf die Beine stellen zu können. Durch Martin Spohn, der seit zwei Jahren als Trainer im Nordwesten arbeitet, hätte der Verein Zulauf von den benachbarten Schulen bekommen.

Stefan Ehlers

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