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Innenminister Caffier will Aufarbeitung der Krawalle

Rostock Innenminister Caffier will Aufarbeitung der Krawalle

Die schweren Ausschreitungen am Rande der Drittliga-Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden sollen ein politisches Nachspiel haben.

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Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) will die Ausschreitungen nach Fußballspielen bei der nächsten Innenministerkonferenz zum Thema machen.

Quelle: Stefan Sauer / dpa

Rostock. Die schweren Krawalle am Rande der Drittliga-Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden sollen ein politisches Nachspiel haben. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) kündigte am Sonntag an, bei der nächsten Innenministerkonferenz mit seinen Länderkollegen besprechen zu wollen, „wie wir konsequent gegen die Rädelsführer der Ausschreitungen vorgehen können“. Nicht nur die Zahl der Angriffe auf Polizisten, sondern auch die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen nehme insgesamt zu.

Laut dem im Oktober vorgestellten Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ZIS der Polizei stieg die Zahl der Strafverfahren am Rande von Spielen der 1. und 2. Liga im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent, in der 3. Liga um 13 Prozent.

Caffier sagte, er erwarte von der Hansa-Clubführung und Fanvertretern, dass sie sich „ganz klar von diesen Aktionen distanzieren und gemeinsam mit der Polizei die Ereignisse prüfen, analysieren und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen“. Hansa könne sich keinen weiteren Image-Schaden leisten.

Bei den Ausschreitungen in Rostock wurden nach Polizeiangaben am Samstag 13 Beamte verletzt. „Mehrere Hundert Personen, die dem Fanspektrum des Vereins Hansa Rostock zuzurechnen sind“, bewarfen demnach Polizisten und Gebäude mit Steinen. An einer Polizeiwache wurden durch Steinwürfe mehrere Fensterscheiben beschädigt. Der Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf 40 000 Euro. Mehrere Mülltonnen und Sperrmüllhaufen seien angezündet, an sieben Fahrzeugen von Dresdner Fans Reifen zerstochen worden.

„Für das Verhalten dieser Straftäter haben wir überhaupt kein Verständnis! Der Einfluss eines Fußballvereins hat jedoch gewisse Grenzen, weshalb wir für diese Straftaten Einzelner keine Verantwortung übernehmen können und wollen. Personen, die auf andere Menschen mit Steinen werfen und somit Verletzungen und Schlimmeres billigend in Kauf nehmen, haben in der Hansa-Familie keinen Platz! Diese Personen sind ein klarer Fall für die Strafverfolgungsbehörden!“, sagte Rainer Friedrich, Vorstand für Stadionmanagement und Prävention beim FC Hansa, am Sonntag in einer Stellungnahme des Vereins.

Hansas Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann verurteilte wie die Dresdner Verantwortlichen die erneuten Verfehlungen der Fans: „Obwohl im Vorfeld alles in unserer Macht stehende dafür getan wurde, um ein friedliches Fußballspiel zu gewährleisten, kam es zu diesen mitunter hässlichen Szenen, welche beiden Vereinen im Speziellen und dem Fußball im Allgemeinen extrem schadet. Wenn gezielt mit Leuchtspurmunition geschossen wird, wird die Grenze zu einer gesunden Fan-Rivalität deutlich überschritten.“ Er lobte aber auch das Verhalten vieler Anhänger im Stadion. „Ich möchte mich bei unseren Fans für ihre verhältnismäßig besonnene Reaktion in diesem Moment bedanken. Auch das restliche Publikum im Stadion hat klar zum Ausdruck gebracht, was es von derlei Gebaren hält.

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Robert Schäfer erklärte: „Diejenigen, die Leuchtspurmunition in gegnerische Fans schießen, sind Straftäter, die wir als Verein scharf verurteilen. Diese Personen müssen strafrechtlich verfolgt, abgeurteilt und bestraft werden. Was heute passiert ist, wird für den Verein sicherlich Konsequenzen haben. Die Personen, die dafür verantwortlich sind, haben Dynamo Dresden erneut einen Bärendienst erwiesen. Wir werden weiter konsequent gegen diese Leute vorgehen und nicht klein bei geben.“

Insgesamt stellte die Polizei von 67 Menschen die Identität fest, 30 Strafanzeigen wurden aufgenommen. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Ein direktes Aufeinandertreffen von Fans beider Vereine wurde laut Mitteilung der Polizeiinspektion Rostock verhindert. Insgesamt waren demnach 1700 Polizeibeamte verschiedener Bundesländer sowie der Bundespolizei an dem Einsatz beteiligt. Schon während des Spiels war es zu Ausschreitungen gekommen. Die Partie musste für zwölf Minuten unterbrochen werden, nachdem Dynamo-Anhänger im Gästeblock Pyrotechnik gezündet hatten. Dresden gewann das Spiel mit 3:1 (1:0).

 



dpa

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