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Machtkampf beim RFC: Klubchef Greese schmeißt hin

KOMMENTAR Machtkampf beim RFC: Klubchef Greese schmeißt hin

Unterschiedliche Auffassungen über Arbeitsweise innerhalb des Vorstandes

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Von Christian Lüsch

Rostock. Paukenschlag beim Rostocker FC: Wie Mittwochabend bekannt wurde, hat Klub-Präsident Nils Greese das Handtuch geworfen. Grund für Greeses überraschenden Abgang beim Fußball- Verbandsligisten sind „unüberbrückbare Differenzen“ im Vorstand, insbesondere mit Sven Klüsener. Der gehört seit vergangenem Sommer als Beisitzer zur siebenköpfigen Klubspitze.

 

OZ-Bild

„Vorstandsarbeit sollte Spaß machen. Seit vergangenem Sommer aber herrschte schlechte Stimmung“, berichtet Greese. „Es gärte seit Monaten im Vorstand. Drohungen, Beschimpfungen und Beleidigungen gegen mich standen fast schon auf der Tagesordnung. Meine Kompetenzen wurden mehr und mehr beschnitten“, beschreibt der 47-Jährige, der als Macher bekannt ist, die Ursachen für seine Entscheidung.

Beim RFC saß er seit sieben Jahren im Präsidium, Seit sechs Jahren war er Präsident des Traditionsklubs.

„Ich wollte gern gestalten. Dazu benötige ich eine gewisse Freiheit, die nicht mehr gegeben war“, erzählt der Rostocker Tischlermeister. „Wenn ein Vorsitzender jedes einzelne Vorstandsmitglied fragen muss, welche Redewendung er im persönlichen und in seinem Namen unterzeichneten Schreiben nutzen darf, dann läuft etwas gewaltig schief“, meint Greese. Noch im Dezember vergangenen Jahres hatten Greese und Klüsener während mehrerer Mediationssitzungen versucht, ihre Differenzen auszuräumen. Der damalige Trainer Jan Kistenmacher hatte einen Schlichter für die beiden RFC-Männer vermittelt.

„Eigentlich war ich da mit einem guten Gefühl rausgegangen. Mit ein bisschen Abstand betrachtet, hat es doch nichts gebracht“, resümiert Greese. Das „aggressive Gesprächsklima“ habe sich nicht verbessert.

Sven Klüsener wollte sich gestern auf OZ-Anfrage nicht zu den Vorkommnissen äußern. Der 45-Jährige kündigte an, sich bei einer Mitgliederversammlung zu positionieren.

Beim Verein herrscht nach Greeses Abgang große Betroffenheit: „Ich bedauere den Schritt von Nils Greese. Der Verein hat ihm viel zu verdanken. Er hat großen Anteil an der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre“, sagte Christian Blanck, der bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die „so schnell wie möglich“ stattfinden soll, Interims-Chef ist. Mitglieder und Sponsoren des Vereins traf die Mitteilung von Greeses Ausscheiden ebenso überraschend. Auf Greeses persönlicher Facebook-Seite reagierten Freunde und Wegbegleiter mit Betroffenheit. Förderer des Klubs kündigten dem RFC an, ihr Engagement überdenken bzw. einstellen zu wollen, sollte Greese nicht zurückkehren. Auszuschließen ist das nicht: Möglicherweise kommt es bei der Mitgliederversammlung zu einer Kraftprobe. Greese kündigte gestern an: „Wenn Klüsener nicht mehr da wäre, stünde ich wieder zur Verfügung.“

Dieser Kampf hat nur Verlierer

Der Rostocker FC war in den zurückliegenden Jahren ein Sinnbild solider Arbeit, großen Engagements und sportlicher Kontinuität. Die Art und Weise von Nils Greeses Abgang trübt diesen positiven Eindruck erheblich. Hinter den Kulissen des Vereins brodelte es. Es geht um Gesprächs- und Führungskultur.

Greese hatte als Klubchef in der Zeit vor der jüngsten Vorstandswahl viele Freiheiten. Die Mitglieder der neuen Klubspitze wollten vieles genauer wissen, fühlten sich von Greese oft übergangen. Dass es in diesem Führungsstreit, der im Kern ein Machtkampf zweier Männer ist, keine einvernehmliche Lösung gibt, ist bedauerlich. Dieser Kampf hat nur Verlierer, denn Greeses Ausscheiden schadet dem RFC. Er hatte sich als zuverlässiger Partner einen Namen gemacht.

Viele Sponsoren setzten auf den RFC, weil Greese dort Chef war. Beendet ist der Machtkampf am Damerower Weg noch nicht. Im Gegenteil: Er wird an Dynamik gewinnen.

Christian Lüsch

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