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Motocrosser machen Dorf weltbekannt

PRISANNEWITZ Motocrosser machen Dorf weltbekannt

Seit 35 Jahren gibt es den MC Prisannewitz, der schon viele internationale Spitzenfahrer auf seine Bahn gelockt hat

Prisannewitz. Im Juni sind auf der Motocross-Bahn „Drei Eichen“ in Prisannewitz gerade die 50. internationalen ADAC Motocross Läufe ausgetragen worden. Und in diesem Jahr besteht der Motorsportclub Prisannewitz nunmehr 35 Jahre. Zwei Ereignisse, die Gert Laege, Kfz-Schlosser aus Sabel und seit 1979 Prisannewitzer, an die bescheidenen Anfänge zurückdenken lassen.

 

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Für Nachwuchs ist gesorgt: Enzo (6) erlernt bei Vater Marco Sperber auf der 50er-Maschine das Cross-Fahren.

Quelle: Fotos: Jürgen Falkenberg
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Zu ersten Wettkämpfen in Selpin fuhr uns ein LKW S 4000 der LPG. Wir wurden überraschend Sieger.“Gert Laege (60), Gründungsmitglied des MC Prisannewitz

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Für Nachwuchs ist gesorgt: Enzo (6) erlernt bei Vater Marco Sperber auf der 50er-Maschine das Cross-Fahren.

Quelle: Fotos: Jürgen Falkenberg
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Zu ersten Wettkämpfen in Selpin fuhr uns ein LKW S 4000 der LPG. Wir wurden überraschend Sieger.“Gert Laege (60), Gründungsmitglied des MC Prisannewitz

Es begann mit der Pausen-Langeweile acht junger Burschen, die in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Prisannewitz in der Lehre waren. Mit einem Moped knatterten sie über die Dorfrandberge und durch die Kiesgrube. „Der ABV, der Abschnittsbevollmächtigte der Volkspolizei, Hermann Joost erkannte unser Talent“, sagt Gert Laege (60). So wurden sie 1980 die Abteilung Motocross beim Speedway- Club Neptun. Und 1981 wurde daraus der eigenständige MC Prisannewitz. Unter den Gründungsmitgliedern waren unter anderen Walter Grünberg, Bodo Düwel und Hermann Joost. Gert Laege wurde Vorsitzender. Dieses Amt hatte er mit Hermann Joost bis 1996 inne, übergab es an Werner Pollack. Seit der Wende ist Reinhard Ksienzyk Vorsitzender des nun über 50 Mitglieder zählenden Clubs.

„Gefahren wurde zu Beginn mit selbst aufgebauten Straßenmaschinen“, erinnert sich Gert Laege. Schon 1981 wurde an einer eigenen Bahn, entstehend aus einer Kiesgrube und Dornenhecken, gebaut. Die LPG Kavelstorf und LPG „Roter Oktober“ Prisannewitz gaben finanziell und mit ihrer Technik Unterstützung. „Zu ersten Wettkämpfen in Selpin fuhr uns ein LKW S 4000 der LPG. Wir wurden überraschend Sieger“, erzählt Laege. Auch in Grevesmühlen, Lassan und Rerik gingen die Prisannewitzer an den Start.

Die erste eigene Bahn hatte 800 Meter Länge. Noch heute stehen verschonte drei Eichen, die der Bahn den Namen geben sollten. Schon 1982 war die Bahn 1200 Meter lang. Vier Jahre später waren es 1600 Meter. Unmassen von Erde wurden unter Beachtung der Umweltrichtlinien bewegt.

Ständig wurde an der Bahn weiter gebaut, so dass heute auf 1624 Metern atemberaubende Bergauf- und Abfahrten sowie spektakuläre Sprünge möglich sind. Die eigene Technik wurde verstärkt: Zwei Traktoren, ein Wasserwagen und ein Schiebeschild stehen bereit. Im Jahr 1999 wurde die Motocross-Bahn als internationale Strecke abgenommen. Eine Besonderheit der Prisannewitzer Bahn: Von der Startanlage können 40 Motocrosser in Reihe gleichzeitig starten.

„Ab 1996 wurden elf Mal Deutsche Meisterschaften mit internationalen Spitzenfahrern aus ganz Europa ausgerichtet. Heute kennt die Welt Prisannewitz“, erklärt Gert Laege stolz. Alljährlich gibt es Meisterschaftsrennen, bei denen auch der Nachwuchs an den Start geht. In der Jugendgruppe mit zehn Fahrern ist der Jüngste Enzo Sperber. Der Sechsjährige tourt seit zwei Jahren mit seiner KTM SX 50 durchs Gelände.

„Die Vereinsmitglieder sind mit hohem persönlichem Einsatz dabei, damit bei Rennen Zuschauern und Fahrern ein anspruchsvolles Programm geboten wird. Das ist auch beim 50. Rennen gelungen“, stellt der Vorsitzende Reinhard Ksienzyk fest.

Auch Quads gehen hier an den Start

54 Mitglieder zählt der MC Prisannewitz. Zehn von ihnen sind erst im 21. Jahrhundert geboren worden. Jüngstes Mitglied ist Enzo Sperber mit sechs Jahren. Neben den Motocross-Maschinen gehen in Prisannewitz auf Grund der guten Bedingungen auch die Quads zu Rennen an den Start.

18 Cross-Bahnen gibt es in MV. Die Prisannewitzer Bahn wird als eine der schwierigsten und anspruchsvollsten Deutschlands eingestuft.

Jürgen Falkenberg

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