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Rostock Ohne Trainerboot — Segler in Not

Schlauchboot von Coach Ochmann ist seit Rettungsaktion in Spanien defekt / Sportler bitten um Unterstützung

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Segeltrainer Uwe Ochmann zeigt das Riesenloch im kaputten Schlauchboot, mit dem er seine Schützlinge bisher begleitete.

Quelle: Nadja Arp

Rostock. Es sollte ein früher und erfolgreicher Einstieg in die Segelsaison 2016 werden, als Vereinssportlehrer Uwe Ochmann mit 13 ambitionierten Optiseglern aus sechs Rostocker Vereinen in den Februarferien nach Palamos (Spanien) fuhr. Alljährlich treffen sich dort im Vorfeld der ersten großen Regatta Europas rund 600 Segler aus 25 Nationen. Mit dem Trainingslager wollte Ochmann seine Schützlinge auf den ersten Wettkampf des Jahres vorbereiten.

OZ-Bild

Schlauchboot von Coach Ochmann ist seit Rettungsaktion in Spanien defekt / Sportler bitten um Unterstützung

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Im Grunde lief alles so wie immer — die Nachwuchssegler erfreuten sich an der spanischen Sonne und den hervorragenden Segelbedingungen an der Costa Brava. Am Mittwoch wehte es jedoch ordentlich. „Wir hatten fünf bis sechs Windstärken aus Süd-Süd-West und eine Monsterwelle — anspruchsvolle Bedingungen“, erinnert sich Ochmann. Er nahm nur die sicheren Segler seiner Gruppe mit aufs Wasser.

„Wir haben erst im Hafenvorfeld ein paar Kringel gedreht, dann bin ich mit den fünf Besten rausgefahren — es klappte hervorragend, alle hatten ihre Boote sehr gut im Griff“, lobt Ochmann. Doch beim Reinfahren passierte es: Ein Segler lief voll und war manövrierunfähig, sein Boot trieb auf die Mole zu. Ochmann war sofort mit seinem Motorboot zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern. Er nahm den Segler an den Haken, stellte also eine Verbindung zwischen seinem Schlauchboot und dem Opti her, um diesen aus der Gefahrenzone zu ziehen. Doch plötzlich brach die Lenkung des Motorboots, Ochmann hatte keine Kontrolle mehr und war selbst manövrierunfähig.

„Es hat laut geknackt, dann bin ich im Kreis gefahren“, erinnert sich der erfahrene Trainer an die Schrecksekunde. Geistesgegenwärtig sicherte er den Opti und holte den Segler zu sich an Bord. Immer wieder wurde sein Schlauchboot unter den Steg gedrückt, die Wellen zerrten an den Leinen. Als der Junge heil an Land war, kenterte das Motorboot — Ochmann rettete sich mit einem Sprung an Land. Mit einem geliehenen Boot der spanischen Kollegen konnte das Trainingslager schließlich noch ordentlich beendet werden.

Doch nach Rückkehr der Sportler und des kaputten Schlauchboots nach Rostock dann die ernüchternde Nachricht: Das Motorboot ist nicht mehr zu retten. Der Motor voll Salzwasser, der Schlauch an mehreren Stellen aufgerissen. „Wir haben uns verschiedene Angebote und Meinungen eingeholt — keiner will die kostspielige Reparatur durchführen und uns die Garantie dafür geben, dass der Motor wieder zuverlässig und einwandfrei läuft. Auch ob ein geflickter Schlauch hält, ist für die meisten fraglich.

„Für den Einsatz von Uwe Ochmann, der mit vielen Kindern auf der Ostsee oder anderen Gewässern unterwegs ist, ist uns das zu unsicher — da müssen wir für absolute Sicherheit sorgen“, erklärt der zweite Vorsitzende des RSC 92, Gunnar Voigt im Namen der Interessengemeinschaft Segeln.

Ein neues Motorboot muss also her. Kostenpunkt: 19000 Euro. Von der Versicherung sind laut eines Gutachtens jedoch nur 12000 Euro für das alte Boot zu erwarten. Bleibt eine Differenz von 7000 Euro. Viel Geld, das die Eltern der segelnden Kinder nicht alleine aufbringen können. Doch der Saisonstart rückt immer näher, Anfang April soll wieder auf der Warnow trainiert werden.

„Deshalb unsere Bitte an alle Rostocker Segler: Unterstützen Sie uns bei der Anschaffung eines neuen Motorbootes — denn es geht um die Basis des Rostocker Segelsports. Spenden Sie und helfen Sie mit, damit unsere Jüngsten wieder sicher auf dem Wasser trainieren und bei Regatten begleitet werden können, um Siege für Rostock zu holen“, lautet der Aufruf Uwe Ochmanns im Namen der Rostocker Segelvereine, die die Stelle des Vereinssportlehrers finanzieren.

Kontonummer IG Segeln:

IBAN: DE11 1305 0000 0235 001279

Ostseesparkasse Rostock

Kennwort: Schlauchboot

Vereinssportlehrer Segeln

Uwe Ochmann (49) trainiert seit 17 Jahren den Segelnachwuchs in Rostock. Pro Woche segeln regelmäßig rund 40 Kinder aus allen Rostocker Vereinen bei ihm, ein großer Teil von ihnen schafft die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft und andere überregionale Regatten.

Die Ausbildung in der Nachwuchsbootsklasse Optimist ist der Grundstein für die weitere Segelkarriere: vom Opti erfolgt der Umstieg in die Jugendbootsklassen wie dem Laser 4.7 oder dem 420er.

Seit 2004 wird die Arbeit Uwe Ochmanns von allen Rostocker Vereinen gemeinsam finanziert, um den Erhalt des Segelsports in der Hansestadt nachhaltig zu unterstützen.

Von Nadja Arp

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