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Ostseestädter bekennen sich zur 2. Liga

Rostock Ostseestädter bekennen sich zur 2. Liga

SV Warnemünde bezwingt Preußen Berlin in einer spannenden Partie mit 3:2 und peilt den Aufstieg an.

Rostock. Christian Hinze stapfte an der Seitenlinie auf und ab. Mal ballte der Trainer der Drittliga-Volleyballer des SV Warnemünde seine linke Hand zur Siegerfaust. Wenige Augenblicke später verdrehte der Rostocker die Augen und haderte. Schon wieder so ein blöder Fehler, dürfte Hinze dabei das ein oder andere Mal gedacht haben. An seinem 38. Geburtstag erlebte er ein Wechselbad der Gefühle – mit positivem Ende.

Die Warnemünder haben am Sonnabend vor mehr als 300 Fans, darunter einige mitgereiste aus der Bundeshauptstadt, den SV Preußen Berlin in einer teilweise zerfahrenen Partie mit 3:2 (25:21, 24:26, 25:21, 13:25, 18:16) bezwungen.

„Wir können froh sein, dass wir trotz unserer schwachen Angriffsquote gewonnen haben“, meinte Hinze erleichtert. „Zum Glück hat Preußen noch mehr Fehler gemacht als wir“, ergänzte er und richtete den Blick gleich wieder nach vorne. Aus gutem Grund: Der SV Warnemünde will in dieser Saison unbedingt den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord packen. „Dafür müssen wir vor dem VfL Pinneberg landen. Mir ist egal wie, ich will einfach nur aufsteigen“, verdeutlicht der Trainer, der das Herrenteam in seiner sechsten Spielzeit betreut.

Seine Mannschaft müsse unbedingt den nächsten Monat ohne größere Rückschläge überstehen, fordert Hinze. Vier Auswärtsspiele in Folge stehen an, ehe es am 1. April zur womöglich entscheidenden Partie gegen den Verfolger aus Pinneberg kommt, der als Dritter (36 Punkte) einen Zähler hinter dem SVW (2. Platz, 37) steht. Spitzenreiter Kieler MTV (42) ist nicht am Aufstieg interessiert.

Hinze wusste, dass es schwierig werden könnte, Angstgegner Preußen Berlin zu bezwingen. Ihm fehlten mehrere Leistungsträger. Am schlimmsten hat’s wohl Efrain Förster erwischt. Der 25-jährige Diagonalangreifer, der zuletzt in starker Form war, fehlte aufgrund anhaltender Schulterbeschwerden. Er droht bis Saisonende auszufallen. „Aber wir warten erst mal eine zweite ärztliche Meinung ab“, hegt Hinze ein wenig Hoffnung, dass Förster doch noch mal in dieser Spielzeit mitwirken wird. Josef Günter, Rafael Möllers, Thomas Liefke, Sven Schlichting und Lars Moldenhauer kränkelten und waren deshalb nicht einsetzbar.

Trotz der vielen Ausfälle starteten die Ostseestädter gut in die Partie. Den ersten Durchgang entschieden sie mit 25:20 für sich. Zu Beginn des zweiten Abschnitts führte der SVW mit 5:1 und 9:6. Bis Mitte des Durchgangs blieben die Hausherren auch vorne (16:15).

Doch dann fehlten den Warnemündern immer häufiger Präzision und Durchschlagskraft im Angriff gegen gut verteidigende Berliner. Die Gäste drehten das Ergebnis zum 20:18 aus ihrer Sicht und gewannen den zweiten Satz in der Verlängerung mit 26:24.

Danach ging das Auf und Ab weiter. Zunächst legten die Berliner weiter vor, führten 10:6 im „Dritten“. Dann brachte Jens Hannemann die Warnemünder mit einer starken Aufschlagserie zurück in die Erfolgsspur – 11:10 für den SVW, der den Abschnitt schließlich mit 25:21 gewann. Doch Sicherheit brachte die 2:1-Führung nicht. Der vierte Satz ging deutlich verloren (13:25).

Die Entscheidung musste also im Tie-Break fallen – wie schon im Hinspiel, das der SV Warnemünde mit 2:3 verloren hatte. Es entwickelte sich ein Volleyball-Krimi, der die Zuschauer begeisterte. Nach dem 8:9-Rückstand glichen die Warnemünder aus und legten danach immer vor (10:9, 11:10, 13:11, 14:13, 15:14, 16:15), ehe sie mit 18:16 gewannen.

Geschafft! Die Revanche für die Niederlage gegen die Berliner im ersten Spiel war gelungen. Dennoch konnte sich SVW-Kapitän Konrad Jagusch nicht so richtig freuen. „Zwei Punkte sind gut, aber die Anspannung war sehr groß. Deshalb kann ich meine Freude nicht so zeigen“, sagte der 30-Jährige beinahe entschuldigend. Er wurde von den Gästen zum wertvollsten Warnemünder Spieler gewählt. Und bekam dafür Applaus von Geburtstagskind Hinze, der anschließend einen ausgeben musste.

Tommy Bastian

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Die Drittliga-Volleyballer des SV Warnemünde (2. Platz, 35 Punkte) setzen am Sonnabend den Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Bundesliga fort.

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