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Piranhas unter Druck: Gelingt im fünften Spiel der erste Sieg?

Rostock Piranhas unter Druck: Gelingt im fünften Spiel der erste Sieg?

Neu-Kapitän Florian Ullmann sieht REC-Team in der Pflicht / Vereinsboss Mike Specht stützt Trainer Sergej Hatkevitch nach Kritik in sozialen Netzwerken

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Der neue Kapitän Florian Ullmann (l., hier im Testspiel gegen Timmendorf) peilt mit den Rostock Piranhas heute Abend im Heimspiel gegen Fass Berlin den ersten Saisonsieg an.

Quelle: John Garve

Rostock. Früh in der laufenden Eishockey-Oberliga-Saison hat Florian Ullmann eine Bewährungsprobe zu bestehen. Nach vier Spielen ist der Neuzugang der Rostock Piranhas, der von Trainer Sergej Hatkevitch (50) kurz vorm Saisonstart zum neuen Kapitän bestimmt wurde, mit seinem Team noch punktlos. Doch im Kellerduell heute (20.00 Uhr, Schillingallee) gegen Tabellenschlusslicht Fass Berlin sollen die ersten Punkte für den Vorletzten (15.) her.

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Neu-Kapitän Florian Ullmann sieht REC-Team in der Pflicht / Vereinsboss Mike Specht stützt Trainer Sergej Hatkevitch nach Kritik in sozialen Netzwerken

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„Diesmal muss es klappen“, fordert der 24-jährige Ullmann, der im Sommer von den Icefighters Leipzig an die Ostseeküste wechselte. „Der Auftakt war für uns enttäuschend. Aber wir haben uns weiterentwickelt. Unser junges Team braucht Zeit. Dennoch wollen wir am Wochenende sechs Punkte holen“, sagt Ullmann auch im Hinblick auf das Auswärtsspiel am Sonntag (18.00 Uhr) in Braunlage bei den Harzer Falken (14.).

Der neue Spielführer, der den aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Jens Stramkowski ersetzt, weiß um die Bedeutung der anstehenden Partien. „Es könnte unruhig werden, wenn wir verlieren. Wir sind gefordert und müssen voll konzentriert in die Spiele gehen“, sagt Ullmann.

Der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann wurde in Selb (Bayern) geboren und von seinen Eltern früh zum Eishockey gebracht. Über die U-18-Junioren der Eisbären Berlin, den Zweitligisten Tower Stars Ravensburg und Oberligist EV Landsberg wechselte der Defensivspieler 2011 nach Leipzig. „Es war lange eine tolle Zeit dort, aber irgendwann lief es nicht mehr wie erhofft. Der Wechsel nach Rostock kam zur rechten Zeit“, erzählt Ullmann.

Im Februar kontaktierte ihn REC-Präsident Mike Specht. „Florian ist uns durch seine souveräne und intelligente Spielweise aufgefallen. Mit seiner körperlichen Präsenz gehörte er schnell zu unseren Wunschspielern für die Defensive“, blickt Specht zurück.

In der Hansestadt fühlt sich Abwehrchef Ullmann pudelwohl. „Die Stadt und das Umfeld sind der Wahnsinn“, freut er sich. Die Ernennung zum Kapitän überraschte den Mann mit der Rückennummer 11. „Das ist eine neue Rolle für mich, aber ich traue mir zu, sie gut auszufüllen“, betont Ullmann, der sich auch mit der in sozialen Netzwerken aufkommenden Kritik an seinem Trainer auseinandersetzt. „Der Fehlstart liegt doch alleine an uns. Der Coach hat keine Schuld.“

Präsident Specht pflichtet ihm bei. „Natürlich haben wir bisher eine düstere Bilanz, aber das Auftaktprogramm war alles andere als einfach. Für mich ist die Kritik unverständlich. Dafür haben wir uns spielerisch sehr gut geschlagen. Uns haben individuelle Fehler aus der Spur gebracht“, meint Specht. Auch wenn die Partien am Wochenende gegen die beiden Teams aus dem Tabellenkeller nicht den erhofften Erfolg bringen, ist eine Trainerdiskussion unwahrscheinlich. „Dann gilt es zu analysieren, warum es nicht so gelaufen ist. Wir als Vorstand sehen ein intaktes Gefüge im Team. Der Trainer macht einen guten Job“, betont der Vorstandsvorsitzende.

In der Ruhe liegt die Kraft!

Einem Trainer Ruhe und Zeit zu geben, um eine Mannschaft zu entwickeln, kommt in höheren Spielklassen immer seltener vor. Wie oft wurden Trainer beim HC Empor oder FC Hansa schon ausgetauscht?

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Der Weg des Rostocker Eishockey-Clubs geht offenbar gegen den Trend. Mit Sergej Hatkevitch haben die Piranhas einen Coach, der zwar aneckt, aber für den Verein von größtem Wert ist. Nicht viele Trainer stellen sich täglich ab 15 Uhr aufs Eis, bilden erst Jugendspieler aus und stehen spätabends noch mit dem Oberliga-Team im Oval. Hatkevitch soll und will diesen Spagat, der dem geringen Etat geschuldet ist, meistern. Der Klub will Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Finanzielle Risiken meiden die Verantwortlichen.

In der Ruhe liegt die Kraft auf dem Weg zum Erfolg. Die hat Präsident Mike Specht mit seinem Coach – trotz aufkommender Kritik im Umfeld. Das ist ein sinnvoller Ansatz. Denn Kontinuität kann für den Rostocker EC das große Plus im Eishockey-Zirkus sein.

René Warning

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