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Rostocker Duo liefert sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Berlin/Rostock Rostocker Duo liefert sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Leonard Wesols wird in Berlin Norddeutscher Meister. Aus Respekt vor Kumpel Timo jubelt er nicht.

Berlin/Rostock. Leonard Wesols hätte am Sonnabend ausgelassen jubeln können. Bei den Norddeutschen Meisterschaften der Erwachsenen und der Altersklasse U 18 in Berlin hat der Laufspezialist vom 1. LAV Rostock sein großes Ziel erreicht: die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften, die Anfang August in Ulm (Baden-Württemberg) ausgetragen werden. Wesols siegte in 1:58,23 Minuten auf der 800-Meter-Distanz und erfüllte damit die geforderte Norm.

 

OZ-Bild

Im Schlussspurt zog Leonard Wesols (l.) noch an Kumpel Timo Liedemit vorbei.

Quelle: Foto: Espen Göcke/verein

„Für mich lief das Rennen wie gewünscht. In der ersten Runde konnte ich mich hinten ranhängen im Feld. Auf den letzten Metern hatte ich dann mehr Kraft übrig als Timo, der weiter vorne mehr fürs Tempo gemacht hatte“, beschrieb Wesols den Wettkampfverlauf. Am Ende lieferte sich der 17-Jährige mit Kumpel Timo Liedemit (16) vom 1. LAV ein spannendes Kopf- an-Kopf-Duell, das Wesols dank seines starken Schlussspurts mit einer Zehntelsekunde Vorsprung für sich entscheiden konnte. Aus Respekt vor Liedemit jubelte er allerdings nicht.

„Es ist es blöd, seinen Freund auf den letzten Metern abzuziehen, auch wenn es ein fairer Kampf war“, meinte Wesols. „Außerdem wusste ich, dass Szymon (Nastaly/ d. Red.) in der zweiten Runde gestürzt war.“ Trotzdem freut er sich über den Titel, sagte der Schüler des CJD-Gymnasiums in Rostock.

Liedemit hatte die Qualifikation für die Bundestitelkämpfe schon vorher geschafft. Szymon Nastaly, der in Folge einer heftigen Rangelei zu Fall kam, kämpfte sich in 2:02,82 Minuten noch auf den fünften Rang vor, verpasste die Norm aber deutlich. Die letzte Chance, doch noch den Sprung nach Ulm zu schaffen, hat er bei den Norddeutschen U-20-Meisterschaften in Hamburg.

„Bei den Deutschen Meisterschaften wird auf jeden Fall das Finale mein Ziel sein“, meint Wesols mit Blick auf den Saisonhöhepunkt. Bis dahin stehen für den gebürtigen Rostocker, der seit der Grundschule für den 1. LAV startet, viele anstrengende Trainingseinheiten an. Achtmal wöchentlich zieht es ihn ins Leichtathletikstadion oder die Laufhalle. „Alleine würde ich das nicht schaffen“, sagt Wesols. „Die Motivation fällt schwer, weil das Training hart ist und ich im Wettkampf jedes Mal an die Grenze gehen muss.“ Gemeinsam mit Liedemit und Nastaly läuft es sich leichter.

„Wir sind einerseits Konkurrenten, aber auch ein gutes Team, in dem einer den anderen unterstützt“, sagt Liedemit. Er freue sich, dass er gemeinsam mit Wesols nach Ulm reisen kann, auch wenn sein Kumpel ihm den erhofften Sieg in Berlin noch weggeschnappt hat. „Oft genug war es auch schon andersrum“, meint Wesols schmunzelnd. Gemeinsam drehten sie gestern wieder ihre Runden.

Die Vielseitigkeit in der Leichtathletik habe ihn früher begeistert, erinnert sich Wesols an seine Anfänge. „Meine Mutter wollte, dass ich Sport mache, also habe ich als Kind viel ausprobiert – Fußball, Judo, Taekwondo und eben Leichtathletik. Da bin ich geblieben.“

Heute ist er spezialisiert auf die doppelte Stadionrunde, startet zudem ab und an über 400 Meter und in der 4x-100-Meter-Staffel. „Von der Abwechslung merkte ich im Leistungssport leider nicht mehr so viel“, bedauert der sympathische Ostseestädter. Wesols großer Wunsch ist es, irgendwann noch mal im Deutschland-Trikot zu starten. Von einer Olympia-Teilnahme mag er nicht reden. Zwar dürfte jeder Athlet davon träumen, gesteht er, „aber die Leistungen, die du dafür über 800 Meter bringen musst, sind so unmenschlich, dass ich mir nicht mal vorstellen will, wie hart das sein muss.“

Starker Auftritt von Sprinterin Wiebke Griephan

Große Resonanz: An den Norddeutschen Meisterschaften der Erwachsenen und der U 18, die an zwei Tagen ausgetragen wurde, nahmen 850 Teilnehmer aus 72 Vereinen teil. Kugelstoßer Christian Jagusch vom 1. LAV Rostock siegte mit 19,28 Meter. Damit blieb der Drehstoßtechniker allerdings deutlich unter den 20,04 Meter, die er in diesem Sommer schon erzielt hatte.

Einen ganz starken Auftritt legte Wiebke Griephan vom LAV Ribnitz- Damgarten/Sanitz in 11,85 Sekunden bei ihrem Erfolg über 100 Meter hin.

Fünfte Ränge erkämpften Alexander Schwadtke (56,96 s) sowie Elisa Adams (63,43 s) im 400-MeterHürdenlauf.

Tommy Bastian

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