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Rostocker Schach-Ikonen schmeißen hin

Rostocker Schach-Ikonen schmeißen hin

Rostock. Die Schach-Urgesteine Kirsten (52, lange Zeit Vorstandsmitglied) und Eckhard Jeske (63, lange Zeit Teamleiter) haben ihre Mitgliedschaft im SSC Rostock 07 gekündigt.

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Schach-Experten: Kirsten (l.) und Eckhard Jeske

Quelle: Tommy Bastian

Rostock. Die Schach-Urgesteine Kirsten (52, lange Zeit Vorstandsmitglied) und Eckhard Jeske (63, lange Zeit Teamleiter) haben ihre Mitgliedschaft im SSC Rostock 07 gekündigt. Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG erklärt das Ehepaar, warum und blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück, die im Bundesliga-Aufstieg gipfelte.

Der SSC Rostock 07 hat sein Team aus der 2. Bundesliga zurückgezogen. Was halten Sie davon?

Kirsten Jeske: Mein Mann als Teamleiter und ich als Hauptsponsor waren zu einer Vorstandssitzung des Vereins eingeladen, auf der über die Neuorientierung der ersten Mannschaft und einen daraus folgenden Rückzug aus der zweiten Liga entschieden wurde. Wir können diesen Schritt nicht nachvollziehen, haben als normale Mitglieder aber den Vorstandsbeschluss akzeptieren müssen, wurden mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt.

Sie sind durch Ihren Ausstieg als Hauptsponsor nicht Auslöser des Rückzugs?

Eckhard Jeske: Nein. Wir wollten weder unser Engagement noch das Sponsoring beenden. Der Vorstand des SSC 07 hat über den zukünftigen Kader und die Spielklasse entschieden. Etliche Spieler verlassen deshalb den Verein.

Dazu zählen nun auch Sie beide?

Kirsten Jeske: Wir haben beide zum 30. Juni gekündigt, um zu anderen Vereinen wechseln zu können. Wir haben uns seit Jahrzehnten für die Sportart Schach in Rostock engagiert. Zuletzt wurde das Vertrauensverhältnis erheblich gestört.

Dabei spielte der SSC Rostock 07 2014 sogar noch in der 1. Bundesliga.

Eckhard Jeske: Eine tolle Zeit. Die Bundesliga-Saison war für alle Beteiligten ein Riesenerlebnis, das sagen die meisten Spieler heute noch. In der besten Liga der Welt spielten wir zum Teil in tollen Arenen gegen Großmeister aus der ganzen Welt.

Kirsten Jeske: Schon damals war der Vorstand gegen den Aufstieg, weil damit erhebliche finanzielle und organisatorische Mehrbelastungen verbunden waren. Die haben wir dann übernommen.

Warum reichte es nicht zum Klassenerhalt?

Eckhard Jeske: Dafür hat uns einfach die Qualität gefehlt. Aber das war uns im Vorfeld klar, denn wir wollten mit unserem Team antreten, das den Aufstieg als Zweitliga- Meister geschafft hatte. Wir waren ein eingeschworener Haufen, der alles gegeben und das Jahr genossen hat. Andere Mannschaften hatten ganz andere Möglichkeiten, haben sogar Spieler zum Wettkampf einfliegen lassen.

Für Ihr Engagement wurden Sie 2015 vom Stadtsportbund Rostock geehrt. Was bedeutet Ihnen das?

Kirsten Jeske: Wir haben die Goldene Ehrenadel erhalten und uns darüber sehr gefreut.

Wann begann Ihre große Leidenschaft für Schach?

Eckhard Jeske: Ich lernte mit fünf Jahren bei meinem Vater Günter, der heute noch Mitglied im SSC 07 ist. 1964 begann ich bei Motor Rostock im Verein zu spielen und landete über den PSV Rostock 2007 beim neu gegründeten SSC Rostock 07.

Kirsten Jeske: Mir brachte meine Mutter Edda das Schachspielen bei. 1971 habe ich bei Lok Rostock im Verein begonnen.

Und wie geht’s für Sie weiter?

Kirsten Jeske: Aufhören wollen wir beide nicht. Wir werden bei Rotation Pankow in Berlin weiterspielen.

Hintergrund

Der SSC Rostock 07 wurde 2007 gegründet. Er ging aus der Schachabteilung des damals insolventen PSV Rostock hervor. Kirsten und Eckhard Jeske gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und engagierten sich in den Folgejahren als Aktive, Trainer, Betreuer und Sponsoren. Zuletzt agierten sie nach eigenen Angaben als Hauptsponsor und investierten in der zweiten Liga rund 4000 Euro.

In der neuen Saison startet der SSC 07, der sportlich den Klassenerhalt geschafft hatte, in der Oberliga Nord, der ersten überregionalen Spielklasse. Kirsten und Eckhard Jeske werden dann nicht mehr im Kader stehen.

Interview: Tommy Bastian

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