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Schweine spielen wilde Sau: Kleine Kicker ohne Sportplatz

Dierkow Schweine spielen wilde Sau: Kleine Kicker ohne Sportplatz

Wildschweine haben den Platz des FSV Nordost in Dierkow derart verwüstet, dass er für den Spielbetrieb gesperrt werden muss / Neubau ist erst für 2018 geplant

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FSV-Nordost-Trainer Thomas Michael (45) und die Kinder Julian (10, v. l.), Marvin (6), Ian (7), Lucas (5), Niclas (10), Lucas (12) und Levi (6) sind sauer. Wildschweine machen den Platz unbespielbar.

Quelle: Ove Arscholl

Dierkow. Auf einen Heimvorteil brauchen die Mannschaften des FSV Nordost in den kommenden Spielzeiten nicht zu hoffen: Denn der Fußball-Club aus Dierkow wird mindestens bis 2018 nur noch Auswärtsspiele bestreiten können. Der Grund für diesen ebenso einmaligen wie kuriosen Vorgang ist ein tierisches Problem: Maulwürfe, Wühlmäuse und Wildschweine haben den Platz irreparabel verwüstet. Der Kreisfußballverband Warnow will den Platz deshalb sperren. Heißt: Punktspiele dürfen auf dem Feld an der Bruno-Taut- Straße nicht mehr stattfinden. FSV und Stadt suchen bereits nach Ausweichquartieren für die Kicker. Denn einen neuen Fußballplatz für den Nordosten wird es frühestens 2018 geben.

OZ-Bild

Wildschweine haben den Platz des FSV Nordost in Dierkow derart verwüstet, dass er für den Spielbetrieb gesperrt werden muss / Neubau ist erst für 2018 geplant

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Der Verein und seine Teams

540 Mitglieder hat der FSV Nordost in Dierkow. Der Club wurde erst im Jahr 2008 gegründet.

5 Mannschaften sind von der Sperrung des Platzes an der Bruno-Taut-Straße betroffen — darunter auch alle Jugendmannschaften ab der C-Jugend.

„Wir haben wirklich alles getan, um den Platz bespielbar zu halten. Aber es bringt nichts, es geht nicht mehr“, berichtet Steve Kölzow, der stellvertretende Club-Chef des FSV Nordost. Bereits seit Monaten kämpfen er und die Ehrenamtler im Verein gegen die tierischen Plagen auf dem Feld hinter der Grundschule „Ostseekinder“: „Im Winter waren zwei, drei Mal die Wildschweine auf dem Feld und haben alles umgegraben. Zunächst konnten wir die allerschlimmsten Stellen noch flicken“, sagt Kölzow. Doch nach wenigen Tagen kamen die Tiere wieder. „Und jetzt kommen auch noch die Wühler.“ Alle paar Meter ragen Maulwurfshügel aus dem Sportplatz. „Die kriegen wir einfach nicht vertrieben.“ Dass der Kreisfußballverband nun den Platz sperren müsse, sei traurig, aber nachvollziehbar: „Die Gefahr, dass sich die Spieler auf diesem Geläuf verletzen, ist einfach zu hoch“, räumt Kölzow ein.

Am Montag besichtigten Fachleute des Fußballverbandes den Platz — nachdem sich gegnerische Mannschaften wiederholt über die Platzverhältnisse in Dierkow beschwert hatten. „Leider wurden die Mängel vollumfänglich bestätigt“, sagt Kölzow. Betroffene von der Sperrung, die noch vom Vorstand des Verbandes bestätigt werden muss, sind nach Angaben des FSV fünf Mannschaften. „Wir haben bereits beantragt, vorerst nur auswärts spielen zu dürfen.“ Das sei eine Belastung — für die Spieler, Fans und auch die Betreuer.

Wie lange der FSV mit dem Ausnahmezustand leben muss, ist noch offen. Der Verein, der erst 2008 gegründet wurde und dem bereits 540 Mitglieder angehören, kämpft seit sechs Jahren um einen eigenen, neuen Sportplatz. Bisher ohne Erfolg. „Die Planung der Stadt sieht bislang vor, dass wir frühestens 2018 einen neuen Sportplatz an der Bruno- Taut-Straße erhalten.“ Das bestätigt auch Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke): „Wir haben einen Zeitplan für den Neubau.“ Der lasse sich kurzfristig aber nicht mehr ändern. Es gebe bisher noch nicht mal konkrete Planungen.

Die Sperrung des bisherigen Spiel-Ackers beschäftigt längst auch die Politik: „Wir haben auch erst am Mittwoch von den akuten Problemen erfahren“, so Bockhahn. Das Amt bemühe sich nun, kurzfristig Ausweichplätze für den FSV zu finden — „nicht nur für den Spiel-, sondern auch für den Trainingsbetrieb.“

Der FSV würde seinen alten Platz in der Zwischenzeit gerne wiederherrichten — neuen Boden aufschieben, Rasen sähen und einen professionellen Maulwurfsschutz einbauen. Aber das kostet rund 100000 Euro. „Und so viel Geld haben wir nicht. Wir können nur weiter Löcher stopfen.“ Aus dem Rathaus ist vorerst keine Hilfe zu erwarten — zumindest nicht aus dem Amt für Schule und Sport:

„Denn unser bisheriges Spielfeld ist offiziell gar kein Sportplatz. Er ist eine Wiese, untersteht deshalb dem Grünamt“, sagt Kölzow.

Von Andreas Meyer

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