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Sievershäger SV für Integrationsarbeit gefördert

Lambrechtshagen Sievershäger SV für Integrationsarbeit gefördert

Die Rand-Rostocker haben 20 Flüchtlingskinder in ihre Nachwuchsmannschaften aufgenommen / Fußballverband ehrt Engagement mit 500 Euro

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U-13-Trainer Ronald Wenzel mit den drei Flüchtlingskindern Suliman Alissa, Ahmad Alganam und Ali Amiri (von links).

Lambrechtshagen. Mit einer Mappe unter den Arm geklemmt geht Gerd Runge über den Kunstrasenplatz in Lambrechtshagen. Der Integrationsbeauftragte des Sievershäger SV (SSV) hat ein Lächeln auf den Lippen. Er weiß, dass es gleich eine erfreuliche Nachricht für den SSV gibt. Verstärkung erhält Runge von Detlef Müller, dem Vizepräsidenten des Landesfußballverbandes. Beide unterbrechen für kurze Zeit das Training der D-Junioren.

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Die Rand-Rostocker haben 20 Flüchtlingskinder in ihre Nachwuchsmannschaften aufgenommen / Fußballverband ehrt Engagement mit 500 Euro

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Unter den gespannten Blicken der Kinder und Trainer überreichte Müller am Montag dem Vereinspräsidenten Henry Krause einen Scheck über 500 Euro. Der Sievershäger SV erhielt die Fördermittel für seine Integrationsarbeit vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aus der Egidius-Braun-Stiftung. „Großen Respekt an den Verein, für das, was er leistet! Es ist ein wichtiges Zeichen für die Gesellschaft, dass sich die Fußballklubs der Integration stellen“, lobt Detlef Müller.

Seit Dezember 2015 betreut der SSV 20 Kinder von Flüchtlingsfamilien, die im Hotel „Ziegenkrug“ in Sievershagen untergebracht sind. Die Fußballbegeisterten aus vier Nationen (Eritrea, Somalia, Afghanistan und Syrien) wurden ihrem Alter entsprechend auf fünf Nachwuchsmannschaften aufgeteilt. Zudem hat der Vorstadt-Verein 30 Erwachsene aufgenommen, die in einer eigenen Trainingsgruppe gegen den Ball treten. „Die Flüchtlinge müssen aus ihrer Unterkunft herauskommen, sonst fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Gerade die Erwachsenen dürfen am Tag nichts anderes tun außer essen, sitzen und schlafen“, meint Runge.

Der 69-Jährige hat sich im Dezember des vergangenen Jahres der Aufgabe des Integrationsbeauftragten angenommen. „Ich mache das aus Überzeugung für die Flüchtlinge, weil hinter ihnen viele Schicksale stecken. Als Fußballer finde ich es wichtig, dass die Kinder von der Straße wegkommen und in Bewegung sind“, erklärt Runge, der seit 2005 Mitglied beim Sievershäger SV ist.

Vereinschef Henry Müller lobt das Engagement des Rentners: „Das ist unbezahlbar, was Gerd leistet. Er macht das alles ehrenamtlich und haut sich voll in die Sache hinein.“ Der 44-Jährige, der im Januar zum Klubboss gewählt wurde, sieht die Integrationsarbeit als große Herausforderung an: „Wir sind ein Aushängeschild in unserer Gemeinde. Wir möchten denen, die viel Leid erlebt haben, ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

Das dürfte bei Ali Amiri (12) aus Afghanistan und dem Syrer Ahmad Alganam (13) funktioniert haben. Beide Jungs trainieren seit einigen Monaten in der D-Jugend des SSV mit. „Ich mag es, Fußball zu spielen und bin sehr dankbar, hier im Verein sein zu dürfen“, sagt Ali. Teamkollege Ahmad stimmt ihm zu: „Alle sind nett in meiner Mannschaft. Ich habe sehr viel Spaß.“

Für das Duo haben die Rand-Rostocker die Spielgenehmigung beim Landesfußballverband beantragt. „Wir haben das Gefühl, dass Ali und Ahmad am weitesten von allen Flüchtlingskindern sind“, begründet U-13-Trainer Ronald Wenzel. Gerald Runge ergänzt: „Die beiden sind fußballtechnisch und geistig sehr gut. Wenn ich mich bei den Mitspielern in der Kabine umhöre, sprechen die sehr positiv über die Neuzugänge.“

Wie es in Zukunft mit den Flüchtlingen beim SSV weitergeht, ist offen. „Die staatlichen Verträge sind bis zum 30. Juni dieses Jahres unterschrieben. Ob die Familien mit ihren Kindern bleiben dürfen, hängt davon ab, welchen Status sie in Deutschland erhalten“, betont Runge und kündigt dennoch an: „Wie werden unsere Integrationsarbeit fleißig fortsetzen.“

Von Johannes Weber

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