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Spielertrainer-Duo bringt neuen Schwung zum SV Hafen

Rostock Spielertrainer-Duo bringt neuen Schwung zum SV Hafen

Martin Thom und Erik Holtz hieven Rostocker Traditionsklub zurück in Erfolgsspur

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Hoffnungsträger beim SV Hafen Rostock: die spielenden Coaches Erik Holtz (l.) und Martin Thom

Quelle: Marten Vorwerk

Rostock. Martin Thom und Erik Holtz sind voll gefordert. Das junge Duo agiert seit Saisonbeginn als Spielertrainer-Paar beim SV Hafen Rostock 61. Am Sonntag schleichen die beiden enttäuscht und mit gesenkten Köpfen vom Feld. Dabei ist ihr Team im Fußball-Landesklasse-Spiel bei der LSG Elmenhorst kurz vor Schluss noch zum schmeichelhaften 2:2 (1:2) gekommen. Ein Punkt ist jedoch zu wenig, denn die Gäste waren als Tabellenführer angereist und gegen den Vorletzten der klare Favorit.

Ich schlage meistens Startelf und System vor, und dann dis- kutieren wir darüber.“Spielertrainer Martin Thom (31) vom SV Hafen über die Zusammenarbeit mit Erik Holtz und Ralf Hermann

„Der schwer zu bespielende Platz war für uns nicht von Vorteil“, meinen beide Trainer. Als wesentlichen Grund für das schwache Spiel ihrer Mannschaft sehen sie den Untergrund allerdings nicht. „Die Leistung entspricht nicht unserem spielerischen Anspruch, es war ein glücklicher Punkt“, gestehen Holtz und Thom.

Sie sind die Hafen-Dauerbrenner der vergangenen Jahre. Erik Holtz ist seit 2000 im Verein. Martin Thom schloss sich dem Traditionsklub im Jahr 2012 an – damals nur als Aktiver. Seit dem Sommer, nachdem Hafen aus der Landesliga abgestiegen ist, trainieren Holtz und Thom die “Erste“ und brachten neuen Elan.

Der neunte Spieltag beginnt für das Duo, das coacht und gleichzeitig auf dem Platz steht, schon am Sonnabend. Sie besprechen immer einen Tag vorm Spiel zusammen mit Mannschaftsleiter Ralf Hermann die Aufstellung. Thom: „Ich schlage meistens Startelf und System vor, und dann diskutieren wir darüber.“

Oft ist das Trio einer Meinung. Sie kennen sich seit Jahren. Ihr Hauptziel in dieser Saison: der siebte Platz und der damit verbundene Klassenerhalt.

Am Sonntag, etwa eine Stunde vor Spielbeginn, teilen sie der Hafen-Truppe die Aufstellung und taktische Vorgaben mit. Holtz kann in Elmenhorst nicht von Beginn an ran, war die ganze Woche krank.

„Aber wir haben einen ausgeglichenen Kader. Da fällt es nicht schwer, draußen zu bleiben“, sagt der 25-Jährige. Während seine Mitspieler sich einlaufen, baut er das weitere Aufwärmprogramm auf. Thom leitet danach die Übungen, gibt lautstark Anweisungen. Kurz vorm Anstoß geht’s noch mal in die Kabine. „Jetzt machen wir die Jungs richtig heiß“, sagt Holtz. Mit welchen Worten, das verrät er nicht.

Wenig später kommen beide Mannschaften aus den Katakomben. Die Hafen-Spieler blicken entschlossen.

Dann ertönt der Anpfiff. Thom spielt im zentralen Mittelfeld, Holtz steht an der Seitenlinie. Das Spiel läuft nicht nach Plan für Hafen. Außenseiter Elmenhorst führt nach 18 Minuten 2:1. Thom ist unzufrieden, fordert von seinem Team, ihn häufiger zu suchen. „Spielt mich doch mal an“, ruft er über den Platz. Gesagt, getan. Fortan geben ihm die Mitspieler häufiger den Ball. Aber bis zur Pause bleibt es beim 1:2.

Während der Halbzeit besprechen sich Thom und Holtz kurz mit Hermann, bevor sie zum Team sprechen. Zur zweiten Hälfte nehmen sie personelle Veränderungen vor. Erik Holtz kommt rein, spielt in der Abwehrkette. Das Spielgeschehen ändert sich kaum. Elmenhorst kämpft um jeden Ball, Hafen fällt zu wenig ein, um für Torgefahr zu sorgen.

Kurz nach Wiederanpfiff gibt Teamleiter Hermann von der Bank aus ein Signal an Martin Thom: Zehn Minuten sind gespielt. Etwas später gibt Thom das Zeichen für eine Systemumstellung, die in der Pause besprochen wurde. „Wir stellen um“, brüllt der Mann mit der Trikotnummer 10. Jeder weiß Bescheid. Hafen spielt fortan mit zwei Stürmern und übernimmt die Kontrolle, ohne gefährlich zu werden.

Zehn Minuten vor dem Ende beordert Thom deshalb einen dritten Spieler in den Sturm. Mit Erfolg. In der 86. Minute wird Hafen für das erhöhte Risiko belohnt. Per Freistoß bereitet der 31-Jährige den 2:2-Endstand durch ein Eigentor vor. Zumindest nicht verloren.

Ab Dienstag bereiten Thom und Holtz ihr Team (jetzt 2. Platz, 20 Punkte) auf den nächsten Gegner vor. Am Sonntag kommt der Tabellensiebte FSV Bentwisch (12) an den Damerower Weg, dann soll der siebte Saisonsieg gelingen, damit die Spielertrainer wieder zufriedener vom Platz gehen.

Marten Vorwerk

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