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Spielertrainer Hermann rüttelt Graal-Müritz wach

Rostock Spielertrainer Hermann rüttelt Graal-Müritz wach

Fußballer aus dem Ostseeheilbad ziehen durch 3:0-Erfolg gegen Neustadt-Glewe ins Landesklassenpokal-Endspiel ein / Gegner dort ist der Mecklenburger SV

Rostock. Wutentbrannt packt Tim Hermann vom TSV Graal-Müritz den frustriert am Boden liegenden Florian Möller beim Stand von 1:0 im Landesklassenpokal West gegen den SV Fortschritt Neustadt- Glewe mit beiden Händen am Trikot. Er zieht Möller zu sich hoch und moniert die Eigensinnigkeit seines Teamkollegen, der, anstatt quer zu passen, selber den Torabschluss suchte und eine klare Chance vergab. „Spiel den verdammten Ball ab!“, machte Spielertrainer Hermann dem 23-jährigen Stürmer lautstark klar.

„Wir hatten schon in den letzten Wochen Probleme beim Abschluss und wollten endlich den Sack zumachen“, monierte Lehramtsstudent Hermann. „In solchen entscheidenden Situationen müssen wir den Kopf hochnehmen“, ergänzte der 24-Jährige, der seit dieser Saison als Spielertrainer die Geschicke des Teams leitet.

Zwei Minuten später fanden Hermanns harsche Worte Gehör. Der eingewechselte Tino Wolff setzte sich auf der rechten Seite durch. Er bediente den besser postierten Möller am Elfmeterpunkt, der mit seinem zweiten Treffer in der 82. Minute den Final-Einzug klarmachte. Der Angreifer hatte bereits nach 19 Minuten nach einem Fehler von Neustadts Torwart Denny Lach zum 1:0 getroffen. Am Ende siegte Graal-Müritz mit 3:0 (1:0).

„Es war wichtig, dass Tim uns noch mal wachgerüttelt hat. Wir wollten unbedingt ins Finale, haben hart dafür gearbeitet“, sagte Florian Möller erleichtert.

Vor mehr als 200 Zuschauern hatte Graal-Müritz Schwierigkeiten, sich gegen die kompakte Defensive der Gäste durchzusetzen. „Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben“, haderte Student Hermann, angehender Lehrer für Geschichte und Sport.

Dazu unterstützten viele Fortschritt-Anhänger ihr Team frenetisch. „Das war schon eine besondere Atmosphäre“, bestätigte Doppeltorschütze Möller. Außer seines Führungstreffers verbuchten beide Teams im ersten Abschnitt keine nennenswerte Torchance.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Graal das Kommando und schnürte den Gegner in dessen Hälfte ein. Die Gäste kamen mit dem Druck nicht zurecht und schwächten sich selbst. Nach einem Rempler sah Libero Steffen Burmeister die Gelbe Karte. Kurz darauf hakte er gegen den gefoulten Möller nach und sah wenige Sekunden nach dem ersten Vergehen Gelb-Rot.

In der Folge vergaben die TSV-Spieler viele Tormöglichkeiten. Dieses Auslassen der Chancen wurde beinahe bestraft. Bei einem Konter tauchte Fortschritts Stürmer Stephan Meyenburg völlig frei vor Graal-Müritz-Keeper Tobias Schindler auf, der mit einer Glanztat den Ausgleich verhinderte (65.). Acht Minuten vor dem Ende traf Möller dann zur umjubelten Vorentscheidung. Tim Hermann besorgte mit einem sehenswerten Lupfer den 3:0-Endstand.

TSV-Abteilungsleiter Reinhard Kempert war nach dem Spiel stolz auf sein Team. „Das war ein Meilenstein für uns. Nach harten letzten Jahren ist das ein Riesenerfolg für den Verein“, jubelte Kempert.

2014 waren die Küstenkicker zum zweiten Mal binnen drei Jahren abgestiegen, bis 2012 hatten sie sogar in der Verbandsliga gespielt. Der mögliche Pokalsieg wäre für den Klub im 90. Jahr des Bestehens eine Sensation. Im Finale trifft Graal-Müritz am letzten Mai- Wochenende auf den Mecklenburger SV. Der Ort ist noch offen.

Von René Warning

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