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Tolle Heimpremiere: Goalballer bezwingen Nationalteam

Rostock Tolle Heimpremiere: Goalballer bezwingen Nationalteam

RGC Hansa belegt bei Erstaustragung des europäischen Turniers in Rostock dritten Platz

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Reno Tiede (r.) vom RGC Hansa bei einem Angriff. Mitspieler Thomas Steiger beobachtet das Geschehen. Fotos (2): Marten Vorwerk

Rostock. Kapitän Reno Tiede feuert seine Teamkollegen vom Rostocker Goalball Club (RGC) Hansa im ersten Spiel der Super European Goalball League lauthals an: „Weiter geht's, Jungs.

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RGC Hansa belegt bei Erstaustragung des europäischen Turniers in Rostock dritten Platz

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Defensive jetzt“, hallt es durch die Sporthalle Warnemünde im Friedrich-Ludwig-Jahn- Sportpark. Der 26-Jährige ist der große Motivator seiner Mannschaft.

Bei der ersten Austragung des größten europäischen Vereinsturniers in Rostock treffen die Hansestädter gleich zu Beginn auf keinen geringeren Gegner als die deutsche Nationalmannschaft. Hansa führt wenige Minuten nach dem Anpfiff 3:2 und kurz vor Schluss noch 5:4. Alle zehn Sekunden werfen die Aktiven den Ball aufs Tor. In den letzten drei Spielminuten geht’s dann Schlag auf Schlag. Dem RGC gelingen drei weitere Treffer zum 8:4-Endstand.

Ein überraschender Erfolg, den Tiede nicht erwartet hatte. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Zuletzt hatten wir gegen das Nationalteam noch 0:10 verloren“, verrät er und fügt mit Blick auf seine Freunde schmunzelnd hinzu: „Gegen deine Kumpel strengst du dich eben immer besonders an.“

Zusammen mit den Teamkameraden Christian Friebel und Thomas Steiger vom RGC spielt Tiede normalerweise selbst fürs Nationalteam. Dieses Mal vertreten sie aber ihre Vereinsmannschaft.

Für Tiede ist neben dem Erfolg des RGC Hansa noch etwas anderes ganz wichtig. „Ich will Kämpfer auf dem Platz. Unser Verein lebt von Leidenschaft, das muss jedem bewusst sein“, betont er.

Tiede ist einer von sechs Akteuren, die auf dem Feld drei gegen drei spielen. Die Athleten der paralympischen Disziplin müssen im Spiel komplett auf ihr Augenlicht verzichten. Sie verlassen sich ganz auf ihr Gehör.

„Der Ball kommt links, der Ball kommt rechts“, rufen sich die Goalballer je nach Spielsituation zu. Sie versuchen so, ihre Nebenmänner darauf hinzuweisen, aus welcher Richtung das Spielgerät auf sie zurollt. Zu dritt verteidigen sie ihr neun Meter breites Tor, meistens im Liegen und versuchen, im Gegenzug den Ball in das gegnerische Tor zu werfen.

Am Start waren am Wochenende auch die finnische Nationalmannschaft sowie die beiden europäischen Topteams Old Power Helsinki (Finnland) und FIFH Malmö (Schweden).

Wolfgang Nitzsche, Präsident der Rostocker Bürgerschaft, ist auch zu Gast und freut sich, die Turnhalle in Warnemünde „auch für den Behindertensport einzuweihen“. Es ist das erste Turnier für Athleten mit Handicap in dieser Sporthalle, die vor einem Jahr gegründet wurde.

Die Rostocker erreichen am ersten Spieltag einen respektablen dritten Platz. Gold geht verdient an die Gäste aus Helsinki, die kein Spiel verlieren. Die finnische Nationalmannschaft gewinnt Silber.

Für Gastgeber RGC Hansa ging es aber nicht nur darum, sich sportlich gut zu präsentieren. Das Turnier soll dem Ausrichter auch dabei helfen, sich breiter aufzustellen.

Monika Knauer, Vorsitzende des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport (VBRS) Mecklenburg-Vorpommern sagt: „Wir wollen uns mit diesem Turnier international etablieren und hoffen, als paralympischer Trainingsstützpunkt anerkannt zu werden.“ Damit könnte der RGC weitere Sponsoren anlocken und seine Strukturen verbessern. Ob es zu dem Zuschuss kommt, ist noch nicht entschieden.

Verdient wäre es allemal, denn Rostock stellte bei den Paralympics in Rio gleich drei Spieler für Deutschland. Reno Tiede blickt gern auf das Ereignis im Sommer zurück. „Es war der Wahnsinn. Wir haben vor 12000 Zuschauern gespielt. Das war das größte, was ich im Sport je erlebt habe“, schwärmt er noch heute.

In der Super European Goalball League geht’s dann im Dezember weiter. Die zweite Runde wird in Helsinki gespielt.

Marten Vorwerk

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