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Trainer Mensur Zlatic macht ganze Familien fit

Rostock Trainer Mensur Zlatic macht ganze Familien fit

„Fairness ist das Wichtigste. Aber es geht auch um Körperbeherrschung und Konzentration.“Mensur Zlatic Kampfsportarttrainer aus Rostock

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Schon die jüngste Gruppe des Modern Fight Klubs wird im Training richtig gefordert. Unter der Leitung von Trainer Mensur Zlatic lernt sie die Techniken des Kampfsports . FOTOS (2): OLIVER BEHN

Rostock. Die Grundschulkinder sind fast bemerkenswert still im Studio des Modern Fight Klubs. Sobald Trainer Mensur Zlatic den Arm hebt, steht seine Trainingsgruppe Spalier. Dann gibt der 55-Jährige ein lautes Kommando. „Eins, zwei, drei und Kick“, befiehlt er. Die neunköpfige Gruppe führt nahezu synchron eine einstudierte Choreographie auf. Die Kinder bereiten sich konzentriert auf die anstehenden Gürtelprüfungen vor. Beeindruckend, mit welcher Disziplin die Mädchen und Jungen dabei sind. „Respekt und Gehorsamkeit, darauf kommt es an“, verrät der Trainer sein Geheimnis.

OZ-Bild

„Fairness ist das Wichtigste. Aber es geht auch um Körperbeherrschung und Konzentration.“Mensur Zlatic Kampfsportarttrainer aus Rostock

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In der Rolle des Übungsleiters blüht Zlatic voll auf. Seit 2009 steckt er seine ganze Energie in sein jüngstes Großprojekt. Der Kampfsportler hat ein ehemaliges Fitnessstudio im Rostocker Hansaviertel in sein eigenes Reich umgewandelt. Dort trainiert er mehr als 300 Sportler im Alter zwischen drei und 82 Jahren.

Stolz präsentiert der ordnungsliebende Charakter seine umfunktionierte Trainingshalle. Laufbänder und Langhanteln mussten Boxsäcken und Judomatten weichen. Die passende Sportart hat der gebürtige Jugoslawe aus seiner Heimat mitgebracht. „Während meiner Zeit an der Universität bin ich auf Modern Fight aufmerksam geworden“, schildert der Lehrmeister. Dabei handelt es sich um eine Kombination verschiedener Elemente aus Kampfsportarten, gepaart mit traditionellen Fitnessübungen.

Allerdings will der Sportsmann den Kindern und Jugendlichen in erster Linie Werte beibringen. „Fairness ist das Wichtigste. Aber es geht auch um Körperbeherrschung und Konzentration“, betont Zlatic.

Modern Fight dient vielen Athleten als Einstieg in Kampfsportarten wie das Kickboxen. In der Kontaktsportart arbeitet Zlatic auch mit Erwachsenen zusammen. Auf die Unterstützung anderer Trainer muss er oft verzichten. „Ich versuche immer, neue Übungsleiter anzulernen, aber momentan mache ich fast alles allein“, erzählt der Träger des schwarzen Gürtels. Ein Fulltime-Job für den lizenzierten Coach.

Zlatic hat sich mit dem Sportstudio einen Traum erfüllt und sein Hobby zum Beruf gemacht. Er macht viele Rostocker fit, gibt Stunden in Schulen und leitet Gymnastikkurse mit Senioren. Mit großer Leidenschaft bringt Zlatic bis zu drei Generationen von Familien ins Schwitzen, und manchmal sogar fünf Geschwister gleichzeitig. „Beim Modern Fight sind alle wie eine Familie“, sagt er.

Die Leidenschaft für Kampfsport liegt in der Familie. Schon mit fünf Jahren brachte ihn sein Vater dazu. 31 Jahre lebte Zlatic im heutigen Bosnien-Herzegowina, bevor er 1992 nach Deutschland auswanderte. Lange arbeitete er als professioneller Coach beim PSV Rostock, bis er 2009 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Ich bin viel durch die Welt gereist, habe zwischendurch sogar in den USA gelebt. Doch irgendwann hab ich gemerkt, dass ich hier etwas aufbauen will.“ Das ist ihm gelungen. Mittlerweile ist Modern Fight als lizenzierte Sportart in Deutschland anerkannt.

Doch Zlatic will mehr. Er engagiert sich besonders für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche: „Wenn wir es schaffen, diese Kinder von der Straße wegzuziehen, ist viel erreicht.“ Deshalb ist dem ehemaligen Leistungssportler auch die Trennung zwischen Sport und Gewalt ganz wichtig. „Ich bin mir sicher, dass unser Training einigen Teilnehmern hilft, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren.“

Seine bewusst strenge Art hat Zlatic in der militärischen Ausbildung erlernt. Trotzdem weiß er, dass die Mischung entscheidend ist. „Als Trainer musst du auch ein guter Pädagoge sein – mal streng und kritisch, aber auch mal liebevoll und lobend.“

Oliver Behn

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