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Volleyballer verpassen erhofften Dreier

Rostock Volleyballer verpassen erhofften Dreier

Warnemünder Drittliga-Herren quälen sich über fünf Sätze zum Sieg gegen Berlin

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Warnemündes Hannes Strübing (rotes Trikot) — hier bei einem Angriffsball — ärgerte sich nach dem 3:2-Sieg gegen Preußen Berlin über den Verlust eines wichtigen Punktes im Titelrennen.

Quelle: Ronny Susa

Rostock. Einen Volleyball-Krimi sahen die Zuschauer am Samstagabend in der Rostocker Ospa-Arena. Das Duell zwischen Drittliga- Meisterkandidat SV Warnemünde (2.) und Preußen Berlin (7.) ging über fünf Sätze. Der Favorit behielt die Oberhand und gewann 3:2 (26:28, 25:18, 22:25, 25:20, 15:8).

Durch die beiden Satzverluste büßte der SVW einen Punkt im Titel-Kampf ein. Statt der eingeplanten drei gab es für Warnemünde lediglich zwei Zähler. „Deshalb sehen wir den Sieg mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, konstatierte Außenannahmespieler Hannes Strübing. Der Rückstand auf Spitzenreiter TSGL Schöneiche (42 Punkte) wuchs auf fünf Zähler an.

Vor 210 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an eine interessante Partie. Warnemünde hatte zunächst alles im Griff und spielte mit dem Gegner. Beim Stand von 22:16 schien der erste Satz entschieden zu sein, doch die Gäste aus der Bundeshauptstadt hatten was dagegen. Sechs Punkte in Folge brachten den Ausgleich. Der Satz ging in die Verlängerung. Die Halle stand kopf. Am Ende jubelten die Gästefans aus Berlin.

Warnemünde hatte sich dieses Spiel leichter vorgestellt. „Wir durften diesen Satz niemals aus der Hand geben. In der entscheidenden Phase hatten wir nicht den Mut und waren verkrampft“, analysierte SVW-Trainer Lukas Kowalkowski. Er vertrat Christian Hinze, der auf einem Trainerlehrgang weilte. Der 23-Jährige musste im zweiten Durchgang mit ansehen, wie seine Mannschaft schwer in Tritt kam. Erst Mitte des Satzes setzte sich der SVW ab (22:16) und entschied diesen für sich.

Der Satzgewinn gab den Gastgebern aber keine Sicherheit. Im Gegenteil: Berlin führte im dritten Abschnitt schnell 6:2 und zwang Kowalkowski zur Auszeit. Der SVW schien dem Druck nicht gewachsen, spielte fehlerhaft und geriet 7:13 in Rückstand.

Dann zeigte Warnemünde Kampfgeist. Kapitän Konrad Jagusch übernahm Verantwortung. Er brachte sein Team mit druckvollen Angriffsschlägen in Führung (20:19), ehe eine Auszeit der Gäste die Hausherren wieder aus dem Spielfluss brachte. Wie schon im ersten Satz zeigte Warnemünde Nerven und musste den dritten Durchgang abgeben.

Sportstudent Kowalkowski wusste um die Bedeutung des Satzverlustes: „Uns war klar, dass wir nur noch zwei Punkte holen konnten. Dennoch haben wir uns gegen die drohende Niederlage gestemmt und nicht aufgegeben.“

Fortan spielten die Gastgeber endlich sicherer. Der SVW wollte seinen Fans einen Sieg schenken und entschied den vierten Satz für sich. Es blieb weiterhin spannend, der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Hier wurde Warnemünde seiner Favoritenrolle gerecht und verwandelte nach zwei Stunden Spielzeit den Matchball.

„Wir haben uns mehr vorgenommen. In den engen Spielphasen waren wir zu schwammig und blieben deutlich hinter unserem Leistungsvermögen zurück“, fand der 28-jährige Strübing klare Worte: „Uns war die Nervosität anzumerken. Wir hätten von Anfang an selbstbewusster auftreten müssen.“

Statistik

SV Warnemünde: Strübing, Günther, Liefke, Schattschneider, Ernst, Förster, Moldenhauer, Jagusch, Schille, Nagel.

3. Liga Nord

SV Warnemünde - SV Preußen Berlin 3:2

TSGL Schöneiche - Berliner VV 3:1

Kieler MTV Eagles - VfL Pinneberg 2:3

Niendorfer TSV - TKC Wriezen 1:3


 1.
TSGL Schöneiche1748:2142
 2. SV Warnemünde1641:1837

 3.
Berliner VV1639:2233
 4. Kieler MTV Eagles1633:3028

 5.
VfL Pinneberg1633:2527
 6. Oststeinbeker SV1634:3026

 7.
SV Preußen Berlin1627:3719
 8. TKC Wriezen1628:3718

 9.
VCO Hamburg1726:4017
10. PSV Neustrelitz1622:4015

11.
Niendorfer TSV1616:475

DREI FRAGEN AN...

1 Die Volleyball-Teams des SV Warnemünde spielen starke Serien. Die Männer hoffen noch auf Meisterschaft und Aufstieg. Wie realistisch ist das? Erst mal gucken wir, wie sich die Mannschaft in den verbleibenden Spielen schlägt. Eine Entscheidung, ob wir bei sportlicher Qualifikation den Aufstieg angehen würden, ist nicht getroffen. Wir waren lediglich in Berlin, um Kontakt mit dem Verband aufzunehmen und zu erfragen, was im Falle eines Zweitliga-Aufstiegs auf uns zukäme. Jeder, der nach oben blickt, muss diese Informationsstrecke durchlaufen.

2 Was käme denn im Fall der Fälle auf Ihren Verein zu? Neben der sportlichen und finanziellen Seite müssten gewisse Rahmenbedingungen erfüllt werden. Die Bundesliga Volleyball ist eine Marke. Da müssen bestimmte Prozeduren während des Heimspieltages realisiert werden, zum Beispiel ein Bandensystem um das Spielfeld. Die Öffentlichkeitsarbeit müsste verstärkt werden. Derzeit bewegen wir uns als Drittligist im Verantwortungsbereich des DVV (Deutscher Volleyball Verband/d. Red.), darüber kommt die VBL, die für 1. und 2. Bundesliga zuständig ist. Dorthin ist es ein Qualitätssprung.

3 Warnemündes Regionalliga- Frauen haben bereits fünf Zähler Vorsprung auf den zweiten Rang. Wie sieht der Verein dort das Thema „Aufstieg“? Wir haben intern darüber gesprochen, würden den Aufstieg begrüßen und wollen das Thema angehen, wenn sich die Mannschaft sportlich qualifiziert. Aber auch dort müssen bestimmte Dinge noch erfüllt werden. Wenn es klappt, wollen wir die nächsten Bausteine setzen.tb



Ronny Susa

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