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Wahnsinn! Hille hat Sieg vor Augen und geht zu Boden

Rostock Wahnsinn! Hille hat Sieg vor Augen und geht zu Boden

Rostocker verpasst bei Fight Night möglichen Titelgewinn / Trainer Michatz kündigt nach Niederlage von Knitter Beschwerde an

Rostock. Siegfried Hille hockt am Boden. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt. „Komm hoch!“, ruft ihm Trainer Percy zu. Doch Hille schüttelt den Kopf. Es geht nicht mehr. Der Rostocker lässt sich vom Ringrichter auszählen. Es ist das bittere Ende eines begeisternden Kampfes.

Hille und Vysy Önel (Nordheide) schenkten sich am Sonnabend im Hauptkampf der Fight Night nichts. Die ersten beiden Runden des Duells um die Interconti-Meisterschaft der IPTA im K1 verschlief der Lokalmatador, doch dann drehte er auf. Der 26-jährige Hille trieb Önel (22) durch den Ring, stellte und „bearbeitete“ ihn. Die 500 Zuschauer im Marmorsaal der Neptunschwimmhalle hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Sie feuerten den Rostocker frenetisch an. Önel stand in der fünften und letzten Runde kurz vor dem K.o., doch mit einem Kick auf den rechten Rippenbogen holte er zum entscheidenden Gegenschlag aus. „Mir blieb die Luft weg“, erklärte der Unterlegene, der trotz einer blutenden Nase und anderen Blessuren „eine Menge Spaß“ hatte. „Es ist zwar ein kleiner Wermutstropfen, dass ich den Gürtel nicht mit nach Hause nehmen konnte, aber dennoch war es ein gelungener Abend“, resümierte Hille.

„Hut ab vor beiden! Das war toll!“, meinte Trainer Percy Michatz. Der Coach war „total stolz“ auf seinen Schützling.

Christian Bürki geriet ins Schwärmen. „Der Kampf war der Oberhammer“, meinte der Veranstalter, der alles in allem zufrieden war: „Der Saal war ausverkauft, wir hatten gute Kämpfe und die Stimmung war super.“

In den 17 Duellen (K1, Boxen, Kickboxen und MMA) fiel die Bilanz für das Allround Sport Gym mit nur einem Sieg durch 138-Kilo-Mann Stefan Schiller allerdings bescheiden aus. Bürki nahm es gelassen: „Mal gewinnt man und mal verliert man.“

„Ich hatte heute Pech“, meinte Percy Michatz. Den Coach ärgerte vor allem die umstrittene Niederlage von Maxi Knitter, die im Duell um die deutsche Meisterschaft gegen Elena Guttenberg (Pinneberg) knapp mit 1:2 verlor. „Ich werde Beschwerde einlegen“, kündigte Michatz an. „Da möchte ich noch mal die Punkte sehen und eine Videoauswertung haben.“

Maxi Knitter, die sich in Thailand auf den Kampf vorbereitete, hatte in den ersten drei Runden leichte Vorteile. Im vierten und letzten Durchgang wurde ihre deutlich kleinere Rivalin stärker. „Ein Schlag hat gefehlt“, meinte Maxi Knitter. Der Druck, vor dem eigenen Anhang zu kämpfen, sei enorm hoch gewesen“, fügte die 27 Jahre alte Rostockerin hinzu. „Das schlaucht und kostet Energie.“

Damit wartet das Allround Sport Gym weiter auf den Gewinn des insgesamt 30. Titels. „Ich nehme den Kampf als Motivationsschub“, meinte Maxi Knitter. Sie werde wieder angreifen – so wie Siegfried Hille.

Stefan Ehlers

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